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Bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in der Region Oberfranken-West sollen folgende Grundsätze beachtet werden:
Besondere Einzelhinweise (siehe Karte 6): V1 Geplante Ostumfahrung B 85 bei Pressig - Rothenkirchen (Lkr. Kronach) Die geplante Ostumfahrung von Pressig bis Rothenkirchen führt durch ein Gebiet, das sich durch eine hervorragende Bedeutung für die naturbezogene Erholung, durch ein überdurchschnittlich attraktives landschaftliches Erscheinungsbild sowie durch empfindliche Böden auszeichnet. Östlich Pressig sowie kurz vor der alten Bundesstraße bei Rothenkirchen führt sie auch durch Gebiete, welche von hervorragender Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sind, am Südrand von Pressig wird das Haßlachtal durchschnitten. Diese Trassierung ist daher mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild verbunden, die allerdings durch die bestehenden Vorbelastungen der B 85 und der Bahnlinie relativiert werden. Räumlich nahe Trassenvarianten lassen keine Reduzierung derartiger Beeinträchtigungen erwarten. Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist ein konfliktarmer Bau dieser Straße daher nicht möglich. Erforderliche Kompensationsmaßnahmen sollen u.a. zur Aufwertung der Haßlachaue im Umfeld des Eingriffs genutzt werden. V2 Geplante Nordumfahrung St 2202 Oeslau - Mönchröden (Lkr. Coburg) Die geplante Nordumfahrung von Oeslau bis Mönchröden quert das Itztal und damit einen Landschaftsraum mit empfindlichen Böden, besonderer Bedeutung für die Auenfunktionen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, der insgesamt eine Biotopverbundachse von hervorragender Qualität darstellt. Nördlich Mönchröden wird ein Waldgebiet mit empfindlichen Böden und besonderer Bedeutung als Klimaschutzwald durchschnitten. Das überdurchschnittlich attraktive landschaftliche Erscheinungsbild verleiht diesem Gebiet eine überwiegend hervorragende Bedeutung für die stadtnahe Erholung der Bewohner Coburgs, wenngleich gewisse Vorbelastungen (Verlärmung durch bestehende Straßen) diese Qualität relativieren. Diese Trassierung ist daher mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild verbunden. Räumlich nahe Trassenvarianten lassen keine Reduzierung derartiger Beeinträchtigungen erwarten. Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist ein konfliktarmer Bau dieser Straße daher nicht möglich. Erforderliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen u.a. zur Aufwertung des Itztals oberhalb der geplanten Straßenquerung sowie suboptimaler Bereiche der Biotopverbundachse an den nördlich annden Muschelkalkhängen (vgl. Karte 4.4, BV 22) genutzt werden. V3 Geplante Verbindungsstrasse B 173 bei Michelau i. OFr. – Co 8 bei Weidhausen b. Coburg (Lkr. Coburg/Lichtenfels) Die geplante Straße durchquert im Süden das Maintal östlich Michelau i. OFr.. Dort und im weiteren Verlauf nach Norden durchschneidet sie ein geplantes Landschaftsschutzgebiet, im Maintal tangiert sie darüber hinaus ein geplantes Naturschutzgebiet. In diesem Raum herrschen außerdem empfindliche Böden, vielfältige Auenfunktionen (u.a. Frischlufttransport) und eine sehr hohe Lebensraum- und Biotopverbundqualität vor. Diese Trassierung ist daher in ihrem Südteil mit erheblichen Beeinträchtigungen v.a. für den Naturhaushalt verbunden. Räumlich nahe Trassenvarianten lassen keine Reduzierung derartiger Beeinträchtigungen erwarten. Für den Nordteil (südöstlich Weidhausen) liegen derzeit im Bereich des Waldgebiets „Nonnenhöhe“ zwei Trassenvarianten vor. Aus der Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege wäre die östliche Trasse deutlich konfliktärmer, allerdings unter zwei Voraussetzungen: die Trasse müsste vom Wald mindestens 50 m abgerückt werden und der jetzige Abschnitt der St 2191 durch das Waldgebiet zu einem Forstweg rückgebaut werden, da die neue Straße den bisherigen Verkehr der Staatsstraße aufnehmen kann. Damit könnte ein Waldgebiet von besonderer Bedeutung für verschiedenste Schutzgüter aufgewertet werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Westtrasse, die das Waldgebiet auf der vorhandenen Staatsstraße durchqueren würde, gewählt werden. Damit würde weniger Fläche überbaut als durch die Osttrasse. V4 Geplante Verbindungsstrasse St 2244 - AS Buttenheim (A 73, Lkr. Bamberg) Diese nur ca. 700 m lange geplante Verbindungsstrasse verläuft auf Terrassenböden des Regnitztales, die aufgrund ihrer Seltenheit und Empfindlichkeit eine hohe bis sehr hohe Bedeutung aufweisen. Die Auenfunktionen und die Lebensraumqualität des betroffenen Raums sind wegen vieler Vorbelastungen (BAB A 73, St 2244, Bahnlinie, Gewerbeflächen, Rohstoffabbau) beeinträchtigt. Die dortigen Terrassensande weisen aber ein hohes standörtliches Entwicklungspotenzial auf. Das landschaftliche Erscheinungsbild ist allerdings stark überprägt und daher nur von allgemeiner Bedeutung. Im Zuge der Umsetzung erforderlicher Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollte v.a. das hervorragende Standortpotenzial im Regnitztal zur Entwicklung wertvoller Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten und zur Verbesserung des Biotopverbunds genutzt werden. V5 Geplante Südumfahrung B 470 Forchheim (Westliches Teilstück) Diese ca. 2 km lange geplante Trasse durchquert das Regnitztal und das westlich anschließende Hügelland. Dort weisen die Böden aufgrund ihrer Seltenheit und Empfindlichkeit eine hohe bis sehr hohe Bedeutung auf, während die Auenfunktionen und die Lebensraumqualität des betroffenen Raumes wegen vieler Vorbelastungen (BAB A 73, St 2244, Bahnlinie, Gewerbeflächen, Rohstoffabbau, Main-Donau-Kanal) beeinträchtigt, aber dennoch bedeutsam sind. Das landschaftliche Erscheinungsbild ist somit stark überprägt und daher nur von allgemeiner Bedeutung. V.a. die sandigen Böden westlich des Regnitztals, aber auch das Tal selbst weisen ein hohes standörtliches Entwicklungspotenzial auf. In diesem Zusammenhang stellt das Regnitztal im betroffenen Raum eine Biotopverbundachse von hervorragender Bedeutung dar (Teil der „Sandachse Franken“). Im Zuge der Umsetzung erforderlicher Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollte v.a. das hervorragende Standortpotenzial im Regnitztal (Entwicklungsgebiet im Projekt “Sandachse Franken“) und im westlich annden Hügellandbereich zur Entwicklung wertvoller Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten und zur Verbesserung des Biotopverbunds genutzt werden. V6 Verlegung Fo 13 nördlich Hausen (Lkrs. Forchheim) Die geplante Trasse durchquert einen westlich des Regnitztals anschließenden Hügellandbereich. Dort weisen die Böden wegen ihrer Seltenheit und Empfindlichkeit eine sehr hohe Bedeutung auf. Eine erhöhte Bedeutung für den Grundwasserschutz und die Lebensraumfunktion des betroffenen Raums liegt zusätzlich vor. Diese Trassierung ist daher mit erheblichen Beeinträchtigungen v.a. für den Naturhaushalt verbunden. Durch eine Verlegung der geplanten Trasse an die Bahnlinie Höchstadt a.d. Aisch - Forchheim könnten diese Beeinträchtigungen weitgehend vermieden werden. |