3.2.2   Aktuelle und geplante Flächennutzungen

Die Darstellung der aktuellen und geplanten Nutzungen in der Region erfolgt in den Karten 2.1 „Flächige Nutzung“ und 2.2a, b „Sonstige Nutzungen und Funktionen“.

Landwirtschaft

Die natürlichen Produktionsvoraussetzungen für die Landwirtschaft in der Region Oberfranken-West sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von sehr guten Ackerstandorten auf lößbeeinflussten Böden in Teilen des Grabfeldgaus oder fruchtbaren Talterrassenböden (z.B. im unteren Wiesenttal) bis zu für die Landwirtschaft schlecht geeigneten Bereichen, z.B. im Frankenwald oder im Bereich der Doggersande. Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Gesamtfläche der Region lag Ende 1999 bei 42 % und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von ca. 47 %. Der Ackeranteil ist mit ca. 72 % an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF)  überdurchschnittlich (Bayern ca. 64 %). Das Acker-/Grünlandverhältnis blieb regional betrachtet im letzten Jahrzehnt nahezu unverändert.

Schwerpunkte des Sonderkulturanbaus sind zum einen das Regnitztal und die gesamte Umgebung von Bamberg (Feldgemüse), zum anderen die Albanstieg- und -hochflächen im Landkreis Forchheim (Streuobst, Obstplantagen); im äußersten Südosten der Region (östlich Gräfenberg) wird kleinflächig auch Hopfen angebaut. Überdurchschnittlich hoch ist außer dem Sonderkulturanbau auch der Winterrapsanbau, während Hackfrucht- und Silomaisanteile deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt liegen.

Als Folge des Strukturwandels sind in der Region Oberfranken-West die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft stark zurückgegangen und auch weiterhin rückläufig.

In den schwer zu bewirtschaftenden und wenig ertragreichen Mittelgebirgslagen zieht sich die Landwirtschaft zunehmend zurück. Die Flächen werden aufgeforstet oder fallen brach. Grünlandflächen fallen hier daher nicht der landwirtschaftlichen Intensivierung, sondern vorwiegend der Aufgabe der Landwirtschaft zum Opfer.

Landwirtschaftliche Erzeugungsgebiete

Die Region hat Anteil an den folgenden landwirtschaftlichen Erzeugungsgebieten, die anschließend kurz charakterisiert werden.

5.8     Frankenwald

6.3     Nördlicher Jura

7.2     Oberfränkisches Hügelland

7.4     Nördliches Tonkeupergebiet

7.6     Regnitztal

7.8     Nördliches Albvorland

7.9     Steigerwald und Haßberge

Die nachfolgenden Angaben stammen – falls nicht anders angegeben – aus WITTMANN (1991), WÜRFL et al. (1984) sowie den Gemeindedaten des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung (2001).

Frankenwald (5.8)

In dieser sehr feuchten und mäßig kalten Mittelgebirgslage ist das Ertragspotenzial überwiegend als gering eingestuft. Gemeinsam mit dem Bayerischen Wald und der Rhön wurden hier bei einer Auswertung des Agrarleitplans die niedrigsten durchschnittlichen Ertragsklassen in Bayern ermittelt. Aufgrund dieser Verhältnisse liegen der Waldanteil mit knapp 60 % der Gesamtfläche und der Grünlandanteil mit ca. 55 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) deutlich über demjenigen anderer Erzeugungsgebiete der Region.

Nördlicher Jura (6.3)

Im Erzeugungsgebiet Nördlicher Jura ist aufgrund der mäßig feuchten und mäßig kühlen Klimaverhältnisse und dem nur teilweisen Auftreten lößbeeinflusster Böden das Ertragspotenzial gering bis mittel. Die kühleren und feuchteren Mittelgebirgslagen bedingen einen überdurchschnittlichen Waldanteil (ca. 43 %), ca. 30 % der LN wird als Grünland bewirtschaftet. Charakteristisch für den Südwestteil dieses Erzeugungsgebiets in der Region 4 ist ein vergleichsweise hoher Anteil an Streuobst- und Obstplantagenflächen.

Oberfränkisches Hügelland (7.2)

Das Ertragspotenzial des flächenmäßig bedeutendsten Erzeugungsgebiets der Region 4 ist gering bis mittel, was an dem mäßig kühlen bis kühlen Klima und der meist geringen Ertragsfähigkeit der Böden liegt. Dennoch werden ca. 60 % der Gesamtwirtschaftsfläche dieses Erzeugungsgebiets landwirtschaftlich genutzt, wobei auf ca. 76 % der LF Ackerbau betrieben wird. Auffallend ist der mit ca. 30 % (Ackerfläche) relativ hohe Anteil an Gerste (auch Braugerste).

Nördliches Tonkeupergebiet (7.4)

Dieses durch ein mäßig warmes und mäßig trockenes Klima gekennzeichnete Erzeugungsgebiet östlich des Steigerwalds weist trotz meist gering ertragsfähiger (sandiger und toniger) Böden ein mittleres Ertragspotenzial auf, was v.a. in seiner klimatischen Gunstlage begründet sein dürfte. Auf Grund des im Mittel besten Ertragspotenzials der Region ist der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche mit ca. 60 % der Gesamtwirtschaftsfläche überdurchschnittlich hoch, der Ackeranteil (ca. 78 % LN) ist der höchste unter den Erzeugungsgebieten der Region 4.

Regnitztal (7.6)

Zusammen mit dem o.g. Gebiet 7.4 besitzt das Regnitztal das günstigste Klima in der Region, auf Grund des starken Vorkommens sehr ertragsarmer Sandböden ist das Ertragspotenzial dennoch nur gering bis mittel. Etwas mehr als die Hälfte des Gebiets wird daher von Waldflächen eingenommen. Auf den knapp 70 % Ackerflächen der LF wird u.a. Spargel- und Feldgemüseanbau betrieben.

Nördliches Albvorland (7.8)

Das milde bis mäßig warme sowie mäßig trockene bis mäßig feuchte Klima ergibt in Verbindung mit den hier charakteristischen Tonböden ein geringes bis mittleres Ertragspotenzial für dieses Erzeugungsgebiet. Diese Verhältnisse führen hier nicht wie in den meisten anderen Erzeugungsgebieten der Region zu einem überdurchschnittlich hohen Waldanteil (dieser ist mit ca. 35 % der geringste in der Region!), vielmehr findet sich hier ein vergleichsweise hoher Grünlandanteil von ca. 33 % an der Gesamtwirtschaftsfläche. V.a. im Südteil, in geringem Umfang auch im Nordteil dieses Gebiets, kommen auch Streuobstflächen und Obstplantagen vor.

Steigerwald und Haßberge (7.9)

Das Ertragspotenzial dieses landwirtschaftlichen Erzeugungsgebietes ist trotz günstigen Klimas auf Grund der ertragsschwachen, sandigen und sandig/tonigen Böden gering bis mittel. Knapp 50 % der Fläche ist bewaldet, Ackerflächen nehmen ca. 72 % der LN ein. Wie in den anderen Erzeugungsgebieten mit vergleichsweise geringem Grünlandanteil konzentriert sich dieser auch hier auf die Talflächen.


 

Abbildung 3.2:   Landwirtschaftliche Erzeugungsgebiete WÜRFL et al. 1984, verändert)

Forstwirtschaft

Die nachfolgend genannten Flächen- und Prozentangaben sind, falls nicht anders angegeben, den aktuell verfügbaren Daten des Waldfunktionsplans (Oberforstdirektion Bayreuth 1992), des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung (2002) sowie des Regionalplans (RPV) entnommen oder wurden aus dem dort gesammelten Zahlenmaterial errechnet.

146.487 ha und damit rd. 40 % der Region Oberfranken-West waren 2001 mit Wald bedeckt. Damit liegt der Waldanteil der Region 4 deutlich über dem bayerischen Durchschnittswert (ca. 35 %). Die Waldfläche je Einwohner liegt mit einem Wert von 0,24 ha/E ebenfalls über dem bayerischen Durchschnitt (0,20 ha/E).

Innerhalb der Region weichen v.a. in den Landkreisen Coburg und Kronach die Waldanteile aufgrund der unterschiedlichen Standortverhältnisse deutlich vom Durchschnitt ab, wie die nachfolgende landkreisbezogene Aufstellung zeigt:

  • Landkreis Bamberg (einschl. Stadt Bamberg)      38,0 % der Landkreisfläche
  • Landkreis Coburg (einschl. Stadt Coburg)           29,2 % der Landkreisfläche
  • Landkreis Forchheim                                         37,1 % der Landkreisfläche
  • Landkreis Kronach                                            58,0 % der Landkreisfläche
  • Landkreis Lichtenfels                                        37,0 % der Landkreisfläche

Die Waldfläche nahm allein zwischen 1988 und 2001 um 6154 ha bzw. 4,4 % zu.

Der Großteil der Wälder in der Region Oberfranken-West ist laut Waldfunktionsplan in Privatbesitz (57 %, Bayern: 52 %), ca. 34 % der Wälder befinden sich in Staatsbesitz (davon Bund: 0,6 %). Dies entspricht dem bayerischen Durchschnitt (32,6 %). Die Staatswälder lieferten 1992 allerdings 50 % des Holzeinschlags der Region. Schwerpunktvorkommen des Staatswalds mit großen Waldkomplexen liegen im Frankenwald, im Hauptsmoorwald östlich Bamberg sowie im Lichtenfelser, Langheimer und Ebracher Forst. Mit ca. 9 % liegt der Anteil der Körperschaftswälder vergleichsweise niedrig. Größere Kommunalwälder liegen im Raum Forchheim, Forchheim – Ebermannstadt und südwestlich Bamberg.

90 % der Privatwaldbesitzer verfügen über eine Waldfläche von weniger als 5 ha (!) und insgesamt über 46 % des gesamten Privatwalds. Diese Flächen liegen schwerpunktmäßig im Keuper-Lias-Hügelland und auf der Frankenalb.

Bei den Anteilen von Laub- und Nadelgehölzen an der Gesamtbestockung dominieren die Nadelgehölze mit einem Anteil von 80 % eindeutig im Vergleich zum Laubholz mit 20 %. Der Nadelholzanteil schwankt zwischen 67 % im Landkreis Bamberg und 97 % (!) im Landkreis Kronach. Die höchsten Laubholzanteile finden sich im Steigerwald und auf der Nördlichen Frankenalb, während der Frankenwald nahezu vollständig aus Nadelwald besteht.

Unter den Baumarten dominieren Kiefer/Lärche/Strobe sowie Fichte/Tanne/Douglasie mit 39 bzw. 40 %, während Eiche (6 %), Weichlaubholz (2 %) sowie Buche/Hartlaubholz (12 %) stark unterrepräsentiert sind.

Die überwiegende Wirtschaftsform ist mit ca. 91 % der Hochwald (überwiegend Altersklassenwälder), der Anteil von Mittel- und Niederwald liegt bei 9 %. Er schwankt zwischen dem vergleichsweise hohen Anteil von 17 % (Landkreise Lichtenfels und Forchheim) und nahezu 0 % im Landkreis Kronach.

Folgende Waldgebiete sind zu Bannwald nach Art. 11 (1) BayWaldG erklärt:

  • Bruderwald (südlich Bamberg)
  • Michaelsberger Wald (westlich Bamberg)
  • Bürgerwald und Auerberg (östlich Forchheim)
  • Teile der Unteren Mark (westlich Forchheim)
  • Teile des Markwaldes (südlich Heroldsbach).
  • Hauptsmoorwald (östlich Bamberg)
  • Kreuzberg und Semberg (westlich Kemmern)
  • Hängig (östlich Kemmern).

Die Wuchsleistung in den kleinen Kommunal- und Privatwäldern liegen deutlich unter denen des Staats- und Großprivatwaldes; ebenso unbefriedigend ist die Situation hinsichtlich der Sortenanteile und Holzqualität. Die Gründe hierfür sind in Besitzzersplitterung, unzureichender Erschließung, mangelhafter Bestandspflege, niedrigen Umtriebszeiten, mangelndem Forstschutz und Forstrechtsbelastungen zu suchen.

Von den sog. „Neuartigen Waldschäden“ ist die gesamte Region, v.a. aber der Norden, überdurchschnittlich betroffen. In den Inventurpunkten der Waldzustandserhebung der Region 4 lagen im Beobachtungszeitraum 1999/2000 das mittlere Nadel-/Blattverlustprozent bei

  • Fichte: 20 - 30 % (bayer. Durchschnitt: 19,0 %)
  • Kiefer: 20 - 35 % (bayer. Durchschnitt: 21,0 %)
  • Tanne: 30 - > 35 % (bayer. Durchschnitt: 28,9 %)
  • Buche : 20 - > 35 % (bayer. Durchschnitt: 21,6 %)
  • Eiche: 25 - > 35 % (bayer. Durchschnitt: 21,6 %) (LWF 2000).

Siedlungsnutzung und Gewerbe

Mit einer Einwohnerdichte von 165 Einw./km² (BAYERISCHES LANDESAMT FÜR STATISTIK UND DATENVERARBEITUNG) liegt die Region knapp unter dem bayerischen Durchschnittswert von 172 Einw./km². Im regionalen Vergleich weist die Region Oberfranken-West zusammen mit der Region Würzburg in Bayern allerdings die fünfthöchste Einwohnerdichte unter den 18 Regionen auf, übertroffen nur von Regionen mit Großstädten (München, Industrieregion Mittelfranken, Augsburg) sowie der Region Donau-Iller.

In Bezug auf die Bevölkerungszunahme liegt die Region 4 allerdings im hinteren Drittel der bayerischen Regionen. Zwischen 1987 und 1999 lag diese bei einem Wert von 9,5 % und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 11,5 %, jedoch deutlich über der Entwicklung der Region Oberfranken-Ost (+ 5,2%).

Bamberg erreicht mit ca. 1263 Einw./km² als einzige Siedlung der Region einen Dichtewert, der Verdichtungsräume kenn­zeich­net. Der Verdichtungsraum Bamberg ist die mit Abstand größte Siedlungseinheit der Region. Hier wohnen mit rund 162.000 Einwohnern gut ein Viertel (26,8 %) der Gesamtbevölkerung der Region. Daneben bilden das Oberzentrum Coburg mit seinem Stadt- und Umlandbereich (knapp 90.000 Einwohner) und die Stadt Forchheim mit den südlich davon liegenden Gemeinden des Verdichtungsraums Nürnberg/Fürth/Erlangen (ca. 50.000 Einwohner) weitere Siedlungsschwerpunkte.

Siedlungsstruktur

Der Stadt- und Umlandbereich im Verdichtungsraum Bamberg sowie der Stadt- und Umlandbereich Coburg bilden die Siedlungsschwerpunkte in der Region 4. Eine in Grundzügen erkennbare bandartige Siedlungsentwicklung zeichnet sich im Regnitztal, mainaufwärts zwischen Bad Staffelstein und Hochstadt a. Main, im Rodachtal unterhalb Kronach sowie entlang der Entwicklungsachsen Coburg – Kronach und Coburg – Neustadt b. Coburg (-Sonneberg) ab.

Eine überdurchschnittlich starke Ausdehnung von Siedlungsflächen findet in den meisten Gemeinden im Südosten der Region, die im Verdichtungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen liegen, statt (die Einwohnerzahl hat sich dort seit 1970 nahezu verdoppelt, vgl. Kap. 2). Der von diesem Ballungsraum ausgehende Siedlungsdruck wirkt sich über den Verdichtungsraum hinaus bis Forchheim und Ebermannstadt aus.

Das übrige Regionsgebiet kennzeichnet eine weitgehend disperse Siedlungsstruktur mit einigen Kleinstädten und Märkten, v.a. aber zahlreichen Dörfern. Streusiedlungen, Weiler und Einödhöfe kommen hingegen nur vereinzelt vor. Charakteristisch für den Frankenwald sind in Rodungsinseln eingebettete Dörfer mit z.T. sehr speziellen Siedlungsformen (z.B. Rundangerdorf Neuengrün).

Lage und Verteilung der Gewerbegebiete

Die o.g. Räume und Entwicklungsachsen bilden auch die bedeutendsten Schwerpunkträume für Industrie und Gewerbe. Im übrigen Regionsgebiet sind Gewerbeflächen dispers verteilt an den Rändern der Städte, aber auch in dörflichen Gemeinden zu finden.

Verkehr

Straßenverkehr

Bedingt durch die überwiegend disperse Siedlungsstruktur besteht ein dichtes Netz von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen. Durch seine zentrale Lage in Nordbayern und seit der Wiedervereinigung auch in Deutschland durchziehen auch mehrere überregionale Verkehrsachsen die Region 4 bzw. befinden sich in Planung oder Ausbau.

Wichtigster innerregionaler Verkehrsknotenpunkt ist der Verdichtungsraum Bamberg. Aber auch im Raum Lichtenfels – Coburg – Kronach besteht ein dichtes Netz überregionaler Straßenverbindungen, welches derzeit weiter ausgebaut wird.

Die wichtigsten und leistungsfähigsten Straßenverbindungen stellen die Autobahnen A 70 und A 73 und die z.T. zweibahnige B 173 dar, welche die Region auf ihrer gesamten Länge in West-Ost-Richtung bzw. in Nord-Süd-Richtung durchziehen bzw. nach erfolgtem Ausbau durchziehen werden und nordöstlich Bamberg aufeinandertreffen. Daneben tangiert die A 3 die Region im Südwesten im Raum Schlüsselfeld.

Die BAB A 73 Lichtenfels – Coburg – Landes Thüringen mit mehreren Autobahnzubringern ist planfestgestellt und im Teilabschnitt Coburg – Landes fertiggestellt. Der Abschnitt Lichtenfels – Ebersdorf b. Coburg befindet sich derzeit im Bau.

Durch das Regionsgebiet verlaufen die nachfolgend aufgeführten Bundesstraßen (s. Abbildung 3.3):

  • B 2 Nürnberg – Gräfenberg – A 9
  • B 4 Bamberg – Coburg – Thüringen
  • B 22 A 7 – Ebrach – Bamberg – Scheßlitz – Bayreuth
  • B 26 Haßfurt – Bamberg
  • B 85 Kulmbach – Kronach – Ludwigstadt – Thüringen
  • B 89 Thüringen – Haßlach b. Kronach
  • B 173 Autobahnkreuz Bamberg – Lichtenfels – Kronach – Hof (zwischen Bamberg und Lichtenfels 2-bahnig)
  • B 279 Ebern – Breitengüßbach
  • B 289 (Coburg-)Untersiemau – Lichtenfels - Kulmbach
  • B 303 Schweinfurt – Coburg – Kronach – A 9
  • B 470 Höchstadt a.d. Aisch – Forchheim – Ebermannstadt – A 9
  • B 505 A 3 (Höchstadt a.d. Aisch) – A 73 (Bamberg)

Die wichtigsten Trassenplanungen in der Region Oberfranken-West sind (Stand 31.03.2003):

  • St 2202 Nordumfahrung Öslau – Mönchröden
  • B 85 Ostumfahrung Pressig
  • St 2244 Verbindung zur Anschlussstelle Buttenheim der A 73
  • B 470 Südumgehung Forchheim
  • St 2205 Nordumgehung Bad Rodach

Die wichtigsten – mittlerweile planfestgestellten – Trassenplanungen in der Region Oberfranken-West sind:

  • A 73 Lichtenfels – Ebersdorf b. Coburg (z. Zt. im Bau)
  • A 73 Ebersdorf b. Coburg – Coburg
  • B 289 Gnellenroth – Großheirath

In Bau befindet sich derzeit (Stand 31.03.2003) die Südumfahrung Wallenfels der B 173.

Abbildung 3.3: Bedeutende Straßen- und Bahnverbindungen


Schienenverkehr

Unter den Eisenbahnlinien der Region sind von überregionaler Bedeutung:

  • Nürnberg – Bamberg – Lichtenfels - Kronach –Thüringen
  • (Würzburg –) Haßfurt – Bamberg
  • Bamberg - Lichtenfels – Kulmbach (– Hof/Bayreuth)
  • Lichtenfels – Coburg – Neustadt b. Coburg – Thüringen

Weitere Eisenbahnlinien im Nahverkehr existieren auf folgenden Strecken:

  • Coburg – Bad Rodach
  • Coburg – Rossach (nur Güterverkehr)
  • Bamberg – Ebrach (nur Güterverkehr)
  • Bamberg – Schlüsselfeld (nur Güterverkehr)
  • Ebern – Bamberg
  • Hemhofen – Forchheim (nur Güterverkehr)
  • Nürnberg - Gräfenberg
  • Forchheim – Ebermannstadt
  • Ebermannstadt – Gößweinstein (Museumsbahnbetrieb)

Geplant und inzwischen planfestgestellt ist der Bau einer Schnellbahnstrecke (Hochgeschwindigkeitsstrecke) von Nürnberg über Bamberg nach Erfurt, die bis Ebensfeld einen Ausbau, ab Ebensfeld eine Neutrassierung über Coburg (z.T. Bündelung mit der geplanten A73) nach Thüringen vorsieht.

Luftverkehr

In der Region gibt es folgende Flugplätze:

Verkehrslandeplatz (hier auch Segelsport möglich):

  • Coburg-„Brandensteinsebene“,
  • Bamberg „Breitenau“,
  • „Burg Feuerstein“ nordwestlich Ebermannstadt

Segelfluggelände und Sonderlandeplätze:

  • Kronach,
  • Coburg „Steinrücken“,
  • Lichtenfels,
  • Ebern/Sendelbach an der Regions im Baunachtal,
  • „Friesener Warte“ nördlich Buttenheim,
  • Dobenreuth südöstlich Forchheim,
  • „Hetzleser Berg“ nördlich Neukirchen a. Brand,
  • Lauf/Lillinghof an der Regions südlich Gräfenberg

Ver- und Entsorgung

Nachfolgend eine Auflistung der regional bedeutsamen Ver- und Entsorgungseinrichtungen bzw. Leitungstrassen:

Bedeutsame Ver- und Entsorgungseinrichtungen

Müllverbrennungsanlage/Müllheizkraftwerk

Bamberg, Coburg

Restmülldeponien

Blumenrod (östlich Coburg)                                         
Oberlangheim (südlich Lichtenfels)
Gosberg (südlich Forchheim)

Kläranlagen

> 10.000 EW+EWG

Ludwigsstadt, Pressig, Neustadt b. Coburg, Kronach (3), Redwitz a. d. Rodach, Burgkunstadt, Mittlerer Itzgrund, Michelau i. OFr., Lichtenfels, Bad Staffelstein, Ebensfeld, Weismain, Memmelsdorf, Strullendorf, Hirschaid, Buttenheim, Eggolsheim, Forchheim, Ebermannstadt, Schlüsselfeld, ZV Obere Schwabach, Rödental, Bad Rodach, Steinachtal, Itzgrund, Ölsnitz-Rodachtal, Stadt Scheßlitz, Milchhof Scheßlitz, BMI-Zapfendorf, Brauerei Leikheim-Altenkunstadt

> 100.000 EW+EWG

Coburg, Bamberg

Wasserkraftwerke                            

Es existieren 7 Kraftwerke am Main (4 vorübergehend stillgelegt), 4 Kraftwerke an der Regnitz bzw. dem Main-Donau-Kanal sowie zahlreiche Kleinkraftwerke (ca. 40 Anlagen sind nach STROHMEIER 1998 allein an Itz, Rodach (Coburg), Steinach, Rodach (Kronach), Haßlach und Kronach noch in Betrieb).

Wasserversorgungsanlagen

> 500.000 – 1.000.000 m3/a

Gemeinde Strullendorf, Gemeinde Michelau i. OFr., Stadtwerke Ebermannstadt, Stadt Rödental, Markt Hirschaid

> 1.000.000 m3/a

ZV WV Auracher Gruppe, Stadt Staffelstein, ZV WV Eggolsheimer Gruppe, Stadtwerke Neustadt b. Coburg, Stadtwerke Kronach, Stadtwerke Forchheim, Stadtwerke Lichtenfels, Stadtwerke Coburg, Stadtwerke Bamberg, Freistaat Bayern (Wasserwirtschaftsamt Hof)

Fernwasserversorgungsunternehmen:

Fernwasserversorgung Oberfranken (hauptsächlich aus Trinkwassertalsperre Mauthaus!)

Produktenleitungen

Fernleitungen für Erdgas

Mit Ausnahme großer Bereiche der Frankenalb, des Grabfelds und des Steigerwalds wird nahezu die gesamte Region 4 von Erdgas-Fernleitungen durchzogen. Sämtliche Orte mit unterzentraler und höherer zentralörtlicher Funktion sind durch Ferngasleitungen erschlossen. In besonders hoher Dichte treten diese Leitungen auf:

  • im Raum Coburg – Lichtenfels – Altenkunstadt – Kronach
  • im Raum Bamberg

Eine Erweiterung des Fernleitungsnetzes für Erdgas war Ende 2002 laut Raumordnungskataster in der Region 4 lediglich auf folgender Strecke geplant:

  • Rödental – Meeder

Der genaue Verlauf der bestehenden und geplanten Fernleitungsnetzes für Erdgas ist in Karte 2.2a dargestellt.

Hoch- und Höchstspannungsleitungen

Ausgehend von den Kraft- und Umspannwerken kommt es in der Region Oberfranken-West im wesentlichen zu folgender Verteilung von Hoch- und Höchstspannungsleitungen:

Von Süden nach Norden

  • von der Regions bei Kleinsendelbach über die Frankenalb zu einem zentralen Umspannwerk bei Redwitz a. d. Rodach, weiter in Richtung Frankenwald, dort Verteilung in mehrere Leitungstrassen
  • entlang des Regnitztales, östlich an Bamberg vorbei, im weiteren Verlauf nördlich Bamberg entlang des Maintals bis zur Regions östlich Burgkunstadt

Von Westen nach Osten

  • von Coburg bis zur Regions nordöstlich Burgkunstadt
  • von der Regions im Maintal bei Staffelbach über Bamberg-Hallstadt zum zentralen Umspannwerk Würgau, von dort 2 Leitungsbündel in Richtung Region Oberfranken-Ost
  • nördlich Forchheim über Ebermannstadt Richtung Egloffstein sowie südlich Forchheim Richtung Egloffstein

Außer im Raum Forchheim kommen Hoch- und Höchstspannungsleitungen in hoher Dichte nördlich und östlich Bamberg sowie im Raum Ebersdorf b. Coburg – Lichtenfels – Burgkunstadt – Kronach und nördlich Kronach vor. Der Grabfeldgau, der Steigerwald und die östliche Frankenalb sind hingegen frei von derartigen Leitungen.

Eine Erweiterung des Netzes der Hoch- und Höchstspannungsleitungen ist laut Regionalplan (5. Änderung vom 01.11.2002) in der Region 4 lediglich südlich Coburg zwischen Eicha und Triebsdorf geplant. Eine Bahnstromleitung nördlich Mitwitz in Richtung Thüringen ist bereits planfestgestellt.

Der genaue Verlauf der bestehenden Hoch- (110 kV) und Höchstspannungsleitungen (≥ 220 kV) ist ebenso wie der Trassenverlauf der geplanten Leitungstrassen in Karte 2.2a dargestellt.

Windenergie

Windenergiegewinnung findet in der Region bisher nur in vergleichsweise geringem Umfang statt. Die Anzahl der Windenergieanlagen pro Standort liegt derzeit bei 1 – 3; größere Ansammlungen von Windenergieanlagen gibt es daher bisher ebenso wenig wie deutliche Schwerpunkträume für die Windenergiegewinnung.

Infolge der bestehenden Planungen ist allerdings von einer deutlichen Zunahme der Windenergiegewinnung auszugehen. Durch die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsflächen soll diese Entwicklung gesteuert werden.

Die vier bestehenden Vorrangflächen für Windenergiegewinnung liegen alle im Frankenwald im Raum Hirschfeld – Buchbach – Kehlbach, so dass dort künftig von einem Schwerpunkt der Windenergiegewinnung in der Region auszugehen ist. Darüber hinaus sind sieben Vorbehaltsflächen für Windenergiegewinnung ausgewiesen. Davon befinden sich vier im Bereich der Hochfläche der Fränkischen Alb, wobei sich hier anders als im Frankenwald kein räumlicher Schwerpunkt ergibt. Die übrigen Vorbehaltsgebiete liegen oberhalb der Maintals südlich Zapfendorf, östlich von Gössersdorf (direkt an der Regions) und im Nordwesten der Region oberhalb des Rottenbachtals (Nordostabfall der Langen Berge). Im Rahmen von Regionalplanänderungen wird allerdings bereits die Rücknahme einiger Gebietsausweisungen diskutiert.

Freizeit und Erholung

Die Region Oberfranken-West hat wesentlichen Anteil an vier Naturparken (Frankenwald, Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst, Haßberge und Steigerwald). Etwas mehr als die Hälfte der Regionsfläche wird von Naturparkflächen bedeckt. Daraus wird deutlich, dass die landschaftlichen Voraussetzungen und Qualitäten für die landschaftsgebundene Erholung in großen Teilen der Region günstig sind.

Neben der attraktiven Landschaft der Naturparke, die per Fuß, Rad oder Boot erlebbar ist, bildet der Heilbädertourismus eine weitere Säule des Fremdenverkehrs in der Region. Die Grundlage hierfür bilden die Mineral- und Thermalsolequellen im Oberen Maintal (Bad Staffelstein) und im Coburger Land (Bad Rodach). Weitere Thermalquellen wurden bei Mürsbach im Itztal erbohrt. Eine Nutzung dieser Thermalquellen erscheint jedoch ohne Neubohrung nicht mehr realistisch.

Nach dem LEP (2003) werden der Frankenwald, die Fränkische Schweiz sowie der Steigerwald als „Gebiete mit erheblichem Urlaubstourismus“ eingestuft. In diesen Gebieten ist der Fremdenverkehr wirtschaftlich von hoher Bedeutung.

Außerhalb dieser Gebiete gilt der nördlich und westlich des Maintals gelegene Teil der Region sowie der Nordrand der Nördlichen Frankenalb als „Gebiet mit in Ansatzpunkten vorhandenem und entwicklungsfähigem Urlaubstourismus“.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stellt sich die Situation des Fremdenverkehrs in der Region folgendermaßen dar. (Die nachfolgend genannten Zahlen beziehen sich soweit nichts anderes angegeben auf Daten des BAYERISCHES LANDESAMTS FÜR STATISTIK UND DATENVERARBEITUNG 1988 und 2004.)

Die für das Jahr 2003 in der Region registrierten Gäste-Übernachtungen (2.062.395) machen etwa die Hälfte der im gleichen Zeitraum für den Regierungsbezirk Oberfranken festgestellten Übernachtungen aus. Bezogen auf Bayern entspricht dies einem Wert von nur 3,0 %. Für die Region 12 Donau-Wald, die bezüglich der Gäste-Übernachtungen nur noch von der Region München übertroffen wird, liegt der entsprechende Wert bei 14,3 %.

Betrachtet man etwa den Zeitraum der vergangenen 15 Jahre, so ist bei den Gästeübernachtungen in der Region 4 eine Zuwachsrate zu verzeichnen, die deutlich über der des Regierungsbezirks Oberfranken liegt und auch die gesamtbayerischen Vergleichszahlen klar übertrifft. Die positive Bilanz in der Region 4 stellt sich bei detaillierterer Betrachtung allerdings keineswegs einheitlich dar. Es ist vielmehr so, dass einige wenige Orte außergewöhnlich hohe Steigerungsraten aufweisen und auf diese Weise die Gesamtbilanz der Region maßgeblich beeinflussen. In den übrigen Gebieten ist die Entwicklung der Übernachtungszahlen dagegen als stagnierend bis rückläufig zu beschreiben. Nachfolgend werden einige wichtige Teilaspekte dieser Situation detaillierter beleuchtet.

Unter den Fremdenverkehrsgebieten nimmt die Fränkische Schweiz bezüglich des Bekanntheitsgrades und ihrer touristischen Tradition sicher eine Spitzenstellung in der Region ein. Allerdings verzeichneten die Gemeinden der Region, die zur Fränkischen Schweiz zählen, zwischen 1987 und 2003 in der Summe rückläufige Übernachtungszahlen. Wie in vielen anderen Fremdenverkehrsregionen auch, nimmt zudem die Verweildauer der Gäste ab. Während z.B. in Gößweinstein die durchschnittliche Verweildauer 1987 noch etwa 5 Tage betrug, lag sie 2003 um mehr als einen Tag niedriger. Zudem beschränkt sich der Fremdenverkehr in der Fränkischen Schweiz im wesentlichen auf die Sommersaison.

Auch im Frankenwald sind in den letzten Jahren überwiegend stagnierende bis rückläufige Übernachtungszahlen zu verzeichnen. Dort wird, aufgrund der Höhenlage und der klimatischen Verhältnisse v.a. der Wintersport als zukunftsweisender Faktor angesehen. Es wird sich allerdings erst herausstellen müssen, wie tragfähig dieses Potenzial angesichts der globalen Klimaveränderung und dem damit verbundenen Rückgang der Schneesicherheit in Zukunft sein kann.

In der Stadt und im Landkreis Bamberg, im Landkreis Coburg und im Landkreis Lichtenfels sind die Übernachtungszahlen dagegen im Vergleich zu den Werten von vor ca. 15 Jahren deutlich angestiegen. Die Spitzenstellung in der Region nimmt dabei der Landkreis Lichtenfels ein.

Die positive Entwicklung, mit z.T. enormen Steigerungsraten, in den Landkreisen Lichtenfels und Coburg lässt sich dabei eindeutig auf den Ausbau der Thermalbäder in Bad Staffelstein (Eröffnung der Obermain Therme: 1986) und Bad Rodach (Ausbau des Thermalbads 1993 - 1996) zurückführen. Beide Orte haben zudem in jüngster Zeit die staatliche Anerkennung als Heilbäder und damit den Namenszusatz „Bad“ erhalten. Vergleicht man die Übernachtungszahlen der Heilbäder mit den entsprechenden Zahlen anderer Kommunen in den beiden Landkreisen, so wird jedoch deutlich, dass der Entwicklungsschub räumlich eng begrenzt bleibt. Zum Beispiel entfielen im Landkreis Coburg im Jahr 2003 deutlich mehr als die Hälfte der Gästeübernachtungen allein auf Bad Rodach.

In beiden Heilbädern sind in jüngster Zeit rückläufige Entwicklungen festzustellen. Der Bädertourismus leidet nicht zuletzt unter den veränderten politischen Vorgaben im Gesundheitswesen. Durch den gegenwärtigen Boom sogenannter „Wellness“-Angebote sind jedoch auch gegenläufige Entwicklungen zu beobachten.

Der Anstieg der Übernachtungszahlen in der Stadt und im Landkreis Bamberg lässt sich unter anderem durch die allgemein zu beobachtende Zunahme des Städtetourismus und die Attraktivität der Stadt Bamberg erklären, wobei der Status „Weltkulturerbe“ in touristischer Hinsicht durchaus als werbewirksames Prädikat gewertet werden kann.

Zusammenfassend kann also festgestellt werden: die in der Summe positive Bilanz der Region bezüglich des Fremdenverkehrs geht weniger auf eine flächenhafte Entwicklung als vielmehr auf punktuelle Entwicklungsschübe zurück. Diese sind aber nur bedingt als eine Folge der landschaftlichen Gegebenheiten der Region zu sehen.

Neben den typischen Fremdenverkehrsgebieten der Region übernimmt auch das Maintal mit seinen zahlreichen Baggerseen eine wichtige Erholungsfunktion. Schwerpunkte der Erholungsnutzung im Maintal liegen in den Bereichen Staffelbach – Bischberg, Breitengüßbach – Ebing und bei Bad Staffelstein. Die Nutzung der Baggerseen verläuft derzeit noch weitgehend ungeordnet und ist durch zahlreiche Eingriffe und Belastungen (Lärm, Staub u.a.m.) beeinträchtigt. Andererseits kann wiederum die Erholungsnutzung empfindliche Fluss- und Auenökosysteme beeinträchtigen. Deshalb soll das Projekt „Flussparadies Franken“ (SCHMITT 2002) in einem Gesamtkonzept Möglichkeiten einer nachhaltigen touristischen Nutzung im Main- und Regnitztal aufzeigen, die gewässerbezogene Naherholung in der Region 4 fördern und damit auch den Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Region stärken. Die heute in diesem Raum bereits existierende ca. 2000 ha Wasserfläche, die jährlich um ca. 20 ha zunimmt, bietet dafür ein außergewöhnliches Potenzial.

Im Süden greift der große Verdichtungsraum Nürnberg – Fürth – Erlangen auf die Region über. Dem Südosten der Region kommt daher auch die Aufgabe eines Erholungsraums für den überwiegend außerhalb der Region liegenden Verdichtungsraum zu.

Die Fränkische Alb mit ihren spektakulären Felsformationen stellt eine Eldorado des Klettersports dar, dessen Ruf weit über die Region hinaus reicht. So gibt es z.B. allein im Landkreis Forchheim ca. 6000 verschiedene Kletterrouten. Ein neu entwickeltes Kletterkonzept bemüht sich um eine naturverträgliche Reglementierung des Klettersports in der nördlichen Frankenalb.

Ansätze für die Entwicklung eines Schwerpunkts für die Freizeit und Erholungsnutzung sind im Südwesten von Kronach festzustellen, wo mehrere regional bedeutsame Freizeit- und Erholungseinrichtungen, unter anderem auch das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau, nahe beieinander liegen.

Weniger stark landschaftsgebunden ist der Städtetourismus sowie der Geschäftsreiseverkehr (inkl. Tagungen, Kongresse etc.) der in der Region v.a. in Bamberg und Coburg und in abgeschwächter Form auch in den Mittelzentren sowie in Bad Staffelstein eine wichtige Rolle spielt.

Golfplätze gibt es in der Region 4 nahe Nagel (westlich Küps), bei Leimershof (nordwestlich Scheßlitz), bei Tambach, bei Reichmannsdorf, bei Kanndorf (östlich Ebermannstadt), bei Schleinhof nahe der Süd der Region bei Kleinsendelbach und im Hauptsmoorwald.

(Beschreibung und Bewertung der Region bezüglich der Eignung ihrer Teilräume für die naturbezogene Erholung, siehe Kap. 4.2.5 Schutzgut Landschaftsbild und Landschaftserleben)

Wasserwirtschaft / Wasserbau

Die Region 4 stellt (zumindest in Teilbereichen) ein Grundwassermangelgebiet dar. Sie soll andererseits aber auch Zusatzwasser für die Nachbarregionen Main-Rhön und Oberfranken-Ost zur Verfügung stellen (STMLU 1994). Daraus resultiert eine hohe Bedeutung für den Ausbau des Fernwasserversorgungsnetzes und leistungsfähiger Verbundeinrichtungen.

Wichtige wasserwirtschaftliche Bauten und Maßnahmen in der Region Oberfranken-West sind:

  • Die Trinkwassertalsperre Mauthaus (westlich Nordhalben im Frankenwald). Sie stellt eine wesentliche Stütze der Trinkwasserversorgung im grundwasserarmen Norden der Region 4 und von Teilgebieten der Nachbarregion 5 dar.
  • Flussregulierung und Stauhaltung der Regnitz und des Mains bis zur Regnitzmündung (in der Region Oberfranken-West vier Staustufen an der Regnitz und eine Staustufe am Main) im Zuge des Bundeswasserstraßenausbaus; damit verbunden sind die grundlegende Veränderung der Grundwasserverhältnisse, des Abflussregimes und der Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse im Gewässer. Für die Bundeswasserstraße Main sind weitere Ausbaumaßnahmen geplant (Vertiefungen, Abflachung von Kurvenradien).
  • Der Hochwasserschutz der Stadt Coburg durch das Itz-Rückhaltebecken (Schönstädtspeicher) oberhalb Schönstädt.
  • Wasserversorgung der Fernwasserversorgung Oberfranken u.a. auch über die Verbundleitung Erlangen – Bamberg.
  • Staatliche Heilquellen Bad Rodach und Bad Staffelstein.

In der Region 4 sind zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen in Bau sowie in Planung:

Laufende Hochwasserschutzmaßnahmen

Gewässer

Ortsteil

Gemeinde

Gewässer I. Ordnung

Regnitz

Seußling

Altendorf

Main

Unterbrunn

Ebensfeld

Main

Michelau i. OFr.

Michelau i. OFr.

Main

Horb

Marktzeuln

Rodach z. Main

Friedrichsburg

Kronach

Steinach

Fürth a. Berg

Neustadt b. Coburg

Goldbergsee

Neuses b. Coburg

Coburg

     

Gewässer II. Ordnung

Reiche Ebrach

Erlach

Hirschaid

Leinleiter

Unterleinleiter

Unterleinleiter

Sulzbach

Neuses b. Coburg

Coburg

Lauter

Neuses b. Coburg

Coburg

     

Gewässer III. Ordnung

Rottenbach

Coburg

Coburg

Güßbach

Breitengüßbach

Breitengüßbach

Geplante Hochwasserschutzmaßnahmen

Gewässer

Ortsteil

Gemeinde

Gewässer I. Ordnung

Itz

Mittelberg

Rödental

Wiesent

Ebermannstadt

Ebermannstadt

Main

Ebing

Rattelsdorf

Regnitz

Hirschaid

Hirschaid

Steinach

Marktgraitz

Marktgraitz

     

Gewässer II. Ordnung

Leitenbach

Drosendorf

Memmelsdorf

Leitenbach

Memmelsdorf

Memmelsdorf

Leitenbach

Weichendorf

Memmelsdorf

Leitenbach

Wiesengiech

Scheßlitz

Lauterbach z. Main

Bad Staffelstein

Bad Staffelstein

Weismain

Woffendorf

Altenkunstadt

Röden

Neustadt b. Coburg

Neustadt b. Coburg

Föritz

Mitwitz

Mitwitz

Haßlach

Kronach

Kronach

     

Gewässer III. Ordnung

Langbach

Gaustadt

Bamberg

Landwehrgraben

Michelau i. OFr.

Michelau i. OFr.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen zu Trinkwassertalsperren im Frankenwald. Der geplante Speicher Wallenfels im Lamitztal (Gemeinde Wallenfels) soll vorwiegend der Aufrechterhaltung des Flößereibetriebs dienen und als touristischer Anziehungspunkt den Fremdenverkehr im Frankenwald fördern.

Als Vorsorgemaßnahmen für eine ausreichende und qualitativ einwandfreie Trinkwasserversorgung sind in der Region 4 zahlreiche Wasserschutzgebiete sowie wasserwirtschaftliche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ausgewiesen bzw. sind in Planung. Zu den flächenmäßig bedeutendsten zählen das Wasserschutzgebiet um die Trinkwassertalsperre Mauthaus, Gebiete um Neustadt b. Coburg und der Raum Forchheim-Ebermannstadt. Südlich Bamberg und in der sog. „Hollfelder Mulde“ auf der Frankenalb östlich Scheßlitz sind weitere großflächige Wasserschutzgebiete in Planung. Der Raum Bad Rodach ist großflächig als Heilquellenschutzgebiet ausgewiesen.

Darüber hinaus sind im Rahmen der Regionalplanfortschreibung großflächige Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Trinkwasserversorgung im Raum Mitwitz, im Itzgrund, auf der Frankenalb bei Kümmersreuth sowie im Markwald westlich Forchheim vorgeschlagen worden.

Mit dem Projekt „Flussparadies Franken“ (SCHMITT 2002) verfolgt die Wasserwirtschaft das Ziel, im Main- und Regnitztal die Gewässerentwicklung, den Naturschutz und den wassergebundenen Tourismus zu stärken, indem aufeinander abgestimmte, räumliche Schwerpunktsetzungen für diese Bereiche entwickelt werden.

Rohstoffabbau

Die Region Oberfranken-West verfügt über folgende abbauwürdige Rohstoffvorkommen (in Aufstellung befindliche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete sind in Karte 2.2a dargestellt; diese umfassen im wesentlichen auch die bisher verbindlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete):

Blähton und Blähschiefer

Nahe Unterstürmig südöstlich von Buttenheim befinden sich Vorkommen blähfähiger Tone. Tone dieser Art sind ein weltweit seltener Rohstoff. Die aktuellen Abbauflächen und ein Vorranggebiet liegen nördlich von Unterstürmig.

Größere Lagerstätten von zum Blähen geeignetem Schiefer gibt es im Nordosten der Region östlich von Teuschnitz und bei Posseck. Dort dienen Vorbehaltsgebiete der Sicherung der Flächen für den Abbau.

Diabas

Diabasvorkommen beschränken sich auf den Nordosten der Region. Ein aktueller Abbau befindet sich an der Regions östlich von Ludwigsstadt. Östlich von Wallenfels ist ein Abbau in Planung. Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ermöglichen eine Ausweitung der bestehenden und geplanten Abbauflächen.

Grauwacke

Grauwacke findet vor allem als Straßenbaumaterial Verwendung. Der Rohstoff tritt in der Region nur im Bereich des Frankenwaldes auf. Wegen mächtiger Ein- und Überlagerungen ist der Abbau allerdings nur in sehr begrenztem Umfang möglich. Der Flächensicherung dient derzeit nur ein einziges Vorranggebiet nördlich von Förtschendorf.

Kalkstein

Die Kalke und Dolomite des Weißen Jura sind von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Region. Gesteinstechnisch besonders wertvoll ist dabei die Werkkalkstufe. Ein Großteil des abgebauten Kalksteins wird zu Schotter, Splitt oder Betonzuschlagstoffen verarbeitet. Die Verwendung als Mauerstein oder Werkkalk spielt dagegen eine untergeordnete Rolle.

Die Kalksteinvorkommen beschränken sich in der Region naturgemäß auf das Gebiet der nördlichen Frankenalb. Ein Schwerpunkt des Abbaus liegt im Norden des Naturraums im Bereich zwischen Wattendorf und Oberlangheim. In diesem Bereich konzentrieren sich auch die Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den Kalksteinabbau. Die Lagerstätte bei Wattendorf besitzt wegen der besonderen Qualität des dort gewonnenen Materials überregionale Bedeutung.

Weitere Abbaustellen bzw. Vorrang- und Vorbehaltsgebiete liegen bei Ludwag (Westrand des Naturraums nahe Scheßlitz), bei Eschlipp und um Gräfenberg.

Die Kalksteinbrüche im Süden der Region dienen nicht nur der regionalen Bedarfsdeckung sondern versorgen auch den Verdichtungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen in der Nachbarregion.

Pegmatitsand

Pegmatitsand ist ein wichtiger Rohstoff in der keramischen Industrie. Aufgrund der relativen Seltenheit des Rohstoffs besitzen die Lagerstätten teils eine überregionale Bedeutung. Aktuelle und geplante Abbauflächen liegen vornehmlich südlich Neustadt b. Coburg und östlich sowie nordöstlich von Mitwitz. In diesen Bereichen dienen zusätzlich auch Vorrang- und Vorbehaltsgebiete der Flächensicherung für den Abbau.

Sandstein

Sandstein tritt vorwiegend im nördlichen Teil der Region auf. Ein Abbau des Sandsteins findet allerdings nur in vergleichsweise geringem Umfang statt. Ein Teil der vorkommenden Bunt-, Burg- und Rhätsandsteine wird in fester Form abgebaut. An der westlichen Regions bei Heilgersdorf gibt es z.B. abbauwürdigen Buntsandstein, aus dem Verkleidungsmaterial gewonnen wird. Entsprechende Lagerstätten sind selten. Ein anderer Teil der Sandsteinvorkommen wird in mürber Form abgebaut und dient der Sandversorgung.

Bei Heilgersdorf, südlich Rödental, am Kammberg nördlich von Kronach und bei Gärtenroth östlich von Burgkunstadt sollen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete den weiteren Abbau von Sandstein sichern.

Sand und Kies

Abbauwürdige Sand- und Kiesvorkommen finden sich vor allem in den großen Talräumen der Region. Die ergiebigsten Lagerstätten und damit die Schwerpunkte des Sand- und Kiesabbaus liegen eindeutig im Main- und Regnitztal. Weitere Abbauflächen befinden sich unter anderem in den Tälern der Rauhen Ebrach, der Aisch und der Schwabach.

Zur Sicherstellung der regionalen Versorgung wurden und werden die Vorkommen im Main- und Regnitztal großflächig und konzentriert abgebaut, so dass der Abbau dort große Flächen beansprucht. Allerdings sprechen die Belange des Landschaftsschutzes sowie die Ansprüche konkurrierender Nutzungen wie v.a. der Wasserwirtschaft gegen eine weitere Ausbeutung in diesem Umfang, auch wenn die entstehenden Seenkomplexe für Naturschutz und Erholung hohe Bedeutung erlangen können. Sowohl wegen des hohen Konfliktpotenzials als auch wegen der zunehmenden Verknappung der abbauwürdigen Lagerstätten kommt daher zur Sicherstellung der Eigenversorgung der Region langfristig der Substitution und Streckung der Vorräte eine steigende Bedeutung zu. Dies gilt trotz der Tatsache, dass z.B. die Aufbereitung von Festgestein als Kiesersatz mit hohem technischen Aufwand und entsprechendem Kapitaleinsatz verbunden ist.

Trotz der geschilderten Situation gibt es im Main- und Regnitztal zahlreiche Vorrang- und Vorbehaltsgebiete. Schwerpunkte der Ausweisungen liegen insbesondere im Maintal zwischen Ebensfeld und Breitengüßbach, im Maintal um Oberhaid sowie im Regnitztal um Eggolsheim.

Spezialton

In einigen Bereichen der Region gibt es hochwertige Spezialtonvorkommen, die unter anderem als Rohstoffe in der keramischen Industrie Verwendung finden. Ein Schwerpunkt der Vorkommen liegt im Norden des Itz-Baunach-Hügellandes. Zur Sicherung der Lagerstätten gibt es mehrere Vorrang- und Vorbehaltsgebiete. Ein Schwerpunktbereich liegt dabei südwestlich von Untersiemau, weitere Flächen befinden sich westlich von Seßlach sowie nördlich von Ebersdorf b. Coburg bzw. Sonnefeld.

Auch in anderen Teilen der Region sollen Spezialton-Vorkommen für den Abbau gesichert werden. Dazu dienen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete nordwestlich Reckendorf, nordöstlich von Scheßlitz und südlich von Langensendelbach.

Lagerstätten von Salz und Sole

Westlich der Linie Aschbach – Mönchherrnsdorf – Steinsdorf – Viereth – Lauter – Rudendorf liegen in einer Tiefe von ca. 140 m wirtschaftlich wertvolle Salzvorkommen. Die Vorkommen gelten als Reservelagerstätten für die Deckung des Salzbedarfs der chemischen Industrie. Eine weitere Salzlagerstätte befindet sich im Bereich zwischen Lichtenfels und Mürsbach. Die Aufsuchung und Gewinnung von Salz unterliegt dem Bergrecht. Die Bewilligung zur Gewinnung von Sole wurde in der Region der Stadt Bad Staffelstein und einem Unternehmen im Raum Mürsbach erteilt.


 

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