6.4.3
Ziele für einzelne Teilräume (siehe
Karte 4.4)
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| Gebiete mit hervorragender und besonderer Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten |
Im folgenden werden für die Gebiete mit hervorragender und besonderer Bedeutung für den Arten und Biotopschutz gebietsspezifische Ziele genannt.
Diese speziellen Ziele sprechen regionsspezifische, auf bestimmte Landschaftsteile beschränkte Erfordernisse an. Die Ziffern vor den Zieltexten stellen den Bezug zur Zielkarte Arten und Lebensräume (Karte 4.3) her. Die Zieltexte sind zur besseren Übersicht teilweise nach den naturräumlichen Haupteinheiten geordnet. Um Wiederholungen zu vermeiden sind einige der raumbezogenen Ziele nicht auf Naturräume bezogen und können sich somit auf Gebiete in der gesamten Region beziehen. In Anbetracht der sehr unterschiedlichen naturräumlichen Ausstattung der Region erweist sich für die nachfolgenden Ausführungen folgende Untergliederung als zweckmäßig:
Bei Teilraumzielen, die Gebiete von hervorragender Bedeutung betreffen, sind die Zielgebietsnummern durch Unterstreichung hervorgehoben.
Detailliertere Angaben zu Maßnahmen, die aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege für erforderlich gehalten werden, sind im Kap. 7.3 aufgeführt.
Als „Gebiete mit hervorragender Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten“ werden Landschaftsteile dann eingestuft, wenn ihre Lebensraumqualität aktuell bereits als „überwiegend hoch“ oder „überwiegend sehr hoch“ bewertet werden kann (siehe Karte 1.4) oder, wenn sie sehr günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen. Eine „besondere Bedeutung“ wird zum einen Gebieten zugesprochen, deren Lebensraumqualität als „überwiegend mittel“ eingestuft ist; zum anderen auch Gebieten, die zwar ein hohes oder sehr hohes Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume haben, aber aktuell nur eine „geringe oder sehr geringe Lebensraumqualität“ aufweisen (siehe Karte 1.4).
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Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge (39) |
| (Nordwestlicher Frankenwald - 392) |
Zwischen die Hochflächen des Westlichen Frankenwaldes haben sich meist in Nord-Süd-Richtung engschluchtige Kerbsohlentäler eingeschnitten. Nach Rodung der Bachauenwälder sind im grundwasserbeeinflussten Bereich Feucht- und Nasswiesen entstanden. Auf trockeneren und nährstoffärmeren Standorten entwickelten sich teils auch in den Tälern Borstgrasrasen und Bärwurzwiesen. In staunassen, schon längere Zeit brachliegenden Bereichen herrschen auf nährstoffärmeren Standorten Kleinseggenrieder bzw. flachmoorähnliche Bestände und auf nährstoffreicheren Standorten Hochstaudenfluren vor. Die Bäche weisen in vielen Abschnitten noch eine naturnahe Gewässerstruktur auf; es kommen aber auch verbaute Abschnitte vor.
In jüngerer Zeit ist in einigen Tälern die Tendenz zur Verbrachung infolge Nutzungsaufgabe zu beobachten, womit vielfach nachteilige Entwicklungen für den Arten- und Biotopschutz verbunden sein können. Erhebliche Nachteile für die naturschutzfachliche Wertigkeit bringt vor allem die Aufforstung der Wiesentäler mit sich, die sowohl zum Verlust bedeutender Offenlandbiotope als auch zu einer Barrierewirkung für Offenlandarten innerhalb der Täler führt.
Die Offenhaltung der Wiesentäler im Frankenwald stellt daher künftig eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes dar.
Trotz der im Frankenwald bei weitem überwiegenden Fichtenforste kommen auch Reste naturnaher Waldgesellschaften vor (montane Tannen-Buchenwälder, montane Buchenwälder, Schluchtwälder, Bach-Eschenwälder), die dringend erhalten und weiter gefördert werden sollen. Insgesamt soll in den Wäldern eine möglichst naturnahe Waldbestockung mit standortheimischen Gehölzarten angestrebt werden. Außerdem sollen vielfältige Waldränder mit breiten Waldsäumen gefördert werden (vor allem bei Süd- und Südwestexposition).
Auch den ansonsten von Fichtenforsten dominierten Wäldern kommt im Frankenwald insbesondere aufgrund ihrer Großflächigkeit und bemerkenswerter Artenvorkommen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung zu. Der Umbau in standortgerechte Laub- und Mischwaldbestände und eine möglichst naturnahe Bewirtschaftung sollte dennoch gezielt vorangetrieben werden.
In jüngerer Zeit ist im Bereich von Waldwiesen und vor allem in kleineren Tälern die Tendenz zur Verbrachung infolge Nutzungsaufgabe zu beobachten, womit vielfach nachteilige Entwicklungen für den Arten- und Biotopschutz verbunden sein können. Erhebliche Nachteile für die naturschutzfachliche Wertigkeit bringt vor allem die Aufforstung kleiner Wiesentäler und offener Quellbereiche in den Waldgebieten mit sich. Auch innerhalb der großen zusammenhängenden Wälder ist daher der Offenhaltung von Waldwiesen und Wiesentälern ein hoher Stellenwert beizumessen.
Neben den typischen Wiesentälern ist die in mehrere Verebnungsflächen gegliederte Hochfläche charakteristisch für den Frankenwald. Zum Teil kommt den offenen Kulturlandschaften auf der Hochfläche in Anbetracht ihrer Lebensraumausstattung und Artenvorkommen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung zu. Eine Besonderheit stellen hier die landesweit bedeutsamen Bärwurzwiesen auf trockeneren und nährstoffärmeren Standorten dar. Darüber hinaus gibt es wertvolle Feucht- und Nasswiesen sowie Borstgrasrasen. An den Talhängen im Bereich Rothenkirchen und Friedersdorf gibt es außerdem überregional bedeutsame Heckengebiete mit besonderen Artvorkommen. Im Bereich der Oberläufe bzw. Quellmulden in den Rodungsinseln liegen oft sehr extensive Bereiche mit teils sehr bedeutenden Wiesenbrütervorkommen. Vielfach sind jedoch in diesen Bereichen auch Beeinträchtigungen durch standortfremde Fichtenaufforstungen zu verzeichnen.
Durch die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung in den ungünstigen Lagen entstehen in jüngerer Zeit viele Brachen. Auch wenn die Verbrachung nicht immer zu naturschutzfachlichen Problemen führen muss, so ist dadurch im Frankenwald vielerorts die typische Biotopstruktur und die damit verbundene Artenausstattung gefährdet. Ein Schwerpunkt des Naturschutzes im Frankenwald liegt daher insbesondere auf der Sicherung und Erhaltung der naturschutzfachlichen Wertigkeit auch der ertragsschwächeren Bereiche der Hochflächen.
Als wichtige Ziele gelten in diesen Gebieten vor allem die Erhaltung und Sicherung aller trockenen und wechselfeuchten extensiv genutzten Wiesengesellschaften, die Regeneration verbuschter und vergraster Bärwurzwiesen und Borstgrasrasen durch Wiederaufnahme typischer Bewirtschaftungsformen (Mahd oder extensive Schafbeweidung) sowie der Aufbau eines Trocken-Biotopverbundsystems. Dazu ist die Aufstellung von Beweidungsplänen und die Anlage eines Triftwegesystems notwendig.
Einigen der offenen Kulturlandschaften auf der Hochfläche des Frankenwaldes ist aufgrund ihrer geringeren Ausstattung mit naturbetonten Lebensräumen aktuell eine mittlere Lebensraumqualität zuzusprechen. In Teilbereichen können auch hier landesweit bedeutsame Bärwurzwiesen auf trockeneren und nährstoffärmeren Standorten sowie vereinzelt noch wertvolle Feucht-, Nasswiesen und Borstgrasrasen vorkommen.
Durch Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung in den ungünstigen Lagen entstehen in jüngerer Zeit viele Brachen. Einerseits kann die Verbrachung in diesen Gebieten für die naturschutzfachliche Wertigkeit förderlich sein, andererseits kann sie aber auch wertvolle Biotope gefährden. Bestehende naturbetonte Offenlandbiotope mit hoher naturschutzfachlicher Bedeutung sollten in diesen Gebieten auf jeden Fall erhalten werden und eine Verbrachung allenfalls als Ergänzung und damit Erhöhung des Flächenanteils naturnaher Flächen zugelassen werden.
Als wichtige Ziele gelten in diesen Gebieten neben der Erhaltung bestehender wertvoller Lebensräume vor allem die Förderung und Entwicklung landschaftstypischer naturbetonter Lebensräume zur Ergänzung bzw. zum Aufbau lokaler Biotopverbundsysteme in den offenen Kulturlandschaften des Frankenwaldes.
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Fränkische Alb (08) |
| (Nördliche Frankenalb - 080) |
Die genannten Gebiete zeichnen sich durch zahlreiche überregional und landesweit bedeutsame Lebensräume und Arten aus. Von herausragender Bedeutung sind vor allem die überregional und teils landesweit bedeutsamen Trockenlebensräume wie z.B. Felsen, Schuttfluren, Trockenrasen, Dolomitsand-Magerrasen, Wacholderheiden, Hecken- und Streuobstgebiete, mit Kiefern bestockte Halbtrockenrasen, Steppenheidewälder, artenreiche Waldränder sowie im Bereich der Albhochfläche Kalkscherbenäcker mit oftmals überregional bedeutsamer Ackerwildkrautflora.
Vor allem im südlichen Teil innerhalb der Region kommen auch ausgedehnte Streuobstbestände und Heckenzeilen vor. In den naturnahen Wäldern an den Hängen gibt es teilweise noch Mittel- und Niederwälder. Besonders hervorzuheben ist hier das Gebiet um den markanten Zeugenberg des Walberla (Ehrenbürg) mit exponierten Felsen, wertvoller Felsvegetation, Trockenrasen, Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Eichenmischwäldern, Ackerwildkrautfluren, Hecken und Gebüschen.
Wichtigstes Ziel für diese Gebiete ist die Sicherung der bedeutsamen Lebensräume und Artvorkommen. Soweit noch nicht geschehen, sollen diese äußerst hochwertigen Gebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen bzw. bestehende Naturschutzgebiete ausgeweitet werden. Zur Sicherung und Förderung der naturschutzfachlichen Qualität soll in diesen Gebieten die künftige Pflege und Entwicklung sowie die Erholungsnutzung durch die Umsetzung fachlich fundierter Konzepte gesteuert werden.
Der markante westliche Anstieg der Nördlichen Frankenalb ist geprägt durch den Anschnitt unterschiedlicher geologischer Schichten und weist Höhensprünge (z.B. zwischen Main und Hochfläche) bis zu 250 m auf. Besonders charakteristisch sind die Quellhorizonte am Anschnitt wasserführender bzw. stauender Schichten (Ornaten-, Opalinuston), Schuttfluren, Felsbereiche des Dogger und Malm. Als Besonderheit gelten einige kleinere Fließgewässer, die als Sinterbäche in den Quellhorizonten des Albtraufs entspringen. Die Gewässer haben zu eine starken Gliederung des Albtraufs mit Vorsprüngen, Plateaus, zurückweichenden Mulden und tief eingeschnittenen Tälern geführt. Als Besonderheit sind vor allem die zahlreich auftretenden Felsbereiche mit anschließenden extrem trockenen Schuttfluren zu nennen.
Da aufgrund der überwiegenden Steillage eine landwirtschaftliche Nutzung kaum möglich ist, weisen der Albanstieg und die Talhänge innerhalb der Frankenalb einen hohen Waldanteil auf; vor allem die sehr steilen Hänge sind vielfach mit naturnahen Laubwäldern bestockt. Die waldfreien Hänge zeichnen sich durch reich gegliederte Kulturlandschaften mit Hutungen, Magerwiesen, Heckengebieten und Streuobstbeständen aus, wobei vor allem im Süden der Region auf flacheren Hangabschnitten sehr ausgedehnte Streuobstbestände vorkommen. Der hohe naturschutzfachliche Wert der Landschaft ist neben den auftretenden Besonderheiten vor allem mit dem großen Strukturreichtum und der hohen Dichte an Grenzlinien zu begründen. Früher waren Halbtrockenrasen mit extensiver Beweidung weit verbreitet. Allerdings sind die Offenlandbereiche durch Nutzungsaufgabe und Aufforstung längerfristig erheblich gefährdet. Auch die zunehmende Freizeit- und Erholungsnutzung und mancherorts auch die Zersiedlung führen zu Beeinträchtigungen dieser wertvollen Landschaftseinheit.
Zur Erhaltung und Optimierung der landesweit bedeutsamen Lebensraumkomplexe sollen möglichst extensive Bewirtschaftungsweisen gefördert und die Freizeitaktivitäten so gesteuert werden, dass eine Gefährdung von Flora und Fauna weitgehend vermieden werden kann.
Die Täler der Wiesent und ihrer Nebenbäche sind durch ein enges räumliches Nebeneinander von trockenheits- und feuchtigkeitsbetonten Lebensräumen geprägt. Der gesamte Landschaftsraum im Bereich des Wiesenttals zeichnet sich außerdem durch eine bemerkenswerte Dichte endemischer Artvorkommen aus (z.B. verschiedene Habichtskraut- und Mehlbeerarten). Auch Besonderheiten wie Wanderfalke und Uhu besiedeln das Gebiet. Im Raum Ebermannstadt werden weite Teile des Talraums ackerbaulich genutzt, flussaufwärts nimmt jedoch der Grünlandanteil rasch zu. Begleitet wird das Wiesenttal hier von reich strukturierten Hängen, zT. mit weit ausgedehnten Streuobstbeständen. Weiter aufwärts verengt sich das Tal mehr und mehr und der Talgrund unterliegt hier weitgehend der Wiesennutzung (daneben Straße und Eisenbahnlinie). In den engeren Talbereichen oberhalb Muggendorf sowie im Püttlach-, Ailsbach- und Aufseßtal ist zunehmend die Tendenz zur Verbrachung festzustellen. Die steilen Talhänge mit charakteristischen Dolomit-Felsköpfen sind je nach Exposition mit unterschiedlichen Hangwäldern bestockt und zeichnen sich in Teilbereichen durch naturschutzfachlich herausragende Magerrasen und Steppenheidewälder aus (z.B. im Aufseßtal). Auf den Talhängen des Aufseßtals stocken größtenteils gepflanzte Kiefernwälder.
Der Erhaltung der wertvollen Hangwälder, Magerrasen, Hecken, Streuobstwiesen und weiterer Lebensraumkomplexe an den Talhängen sowie der Sicherung und ggf. der Regeneration von Feuchtgebieten in den Bachauen ist ein besonderes Gewicht beizumessen. Ebenso ist auf eine Überführung vorhandener Äcker in Wiesen, auf eine Extensivierung der Wiesennutzung und auf eine Steuerung der Freizeitnutzung auf der Wiesent (Paddeln!) und an den Hängen (Kletterfelsen!) hinzuwirken. Der Verbrachung der Auen sollte mit Nachdruck entgegengewirkt werden. In Anbetracht der hohen Schutzwürdigkeit und günstigen Entwicklungsmöglichkeiten sollte für den gesamten Bereich des Wiesenttals und dessen Umgebung ein umfassendes Landnutzungs-, Pflege- und Entwicklungskonzept erstellt und umgesetzt werden.
Die Nördliche Frankenalb gilt als wasserarme Landschaft, die nur von wenigen, stark eingetieften, ganzjährig wasserführenden Karstbächen gegliedert wird. Als typisches Zeichen der Verkarstung treten darüber hinaus auch mehrere Trockentäler auf. Ansonsten ist für die Juratäler ein enges räumliches Nebeneinander von trockenheits- und feuchtigkeitsgeprägten Lebensräumen charakteristisch.
Viele kleinere Fließgewässer entspringen an den Steilhängen am Anschnitt wasserführender bzw. –stauender Schichten (Ornaten-, Opalinuston) und sind teils als Sinterbäche ausgebildet (siehe Ziel A 08.2). Einige Bäche weisen schon an den Oberläufen starke Verschmutzungen auf.
Viele Bachabschnitte sind hier jedoch noch unverbaut und die Auen überwiegend grünlandgenutzt. Zum Teil kommen in den Auen bedeutsame Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren mit besonderen Arten vor. An den Talhängen schließen sich oftmals vielfältige Magerrasen, naturnahe Hangwälder sowie wärmeliebende Gebüsche und Säume an; an Talflanken treten oftmals herausgewitterte Schwammrifffelsen hervor.
Als wichtige Ziele gelten in den Tälern der Nördlichen Frankenalb die Erhaltung und bei Bedarf Regeneration sämtlicher Feuchtlebensräume, die Erhaltung und Förderung der Grünlandnutzung sowie die Sicherung naturnaher Bachläufe und noch intakter Quelllebensräume.
Einige Bach- und Flusstäler bzw. Talabschnitte weisen zum Teil überprägte Gewässer und Auen auf, so dass ihnen hier nur eine besondere Bedeutung für die Sicherung und Erhaltung von Lebensräumen und deren Arten zukommt. Die Fließgewässer sind teils begradigt und verbaut, Uferbegleitgehölze fehlen oder kommen nur vereinzelt vor; in der Aue dominieren Intensivwiesen und in manchen Abschnitten sogar Äcker. Dennoch sind diese Täler einerseits aufgrund ihrer Funktion als Biotopverbundachse andererseits auch in Anbetracht ihres Biotopentwicklungspotenzials naturschutzfachlich in hohem Maße bedeutsam. In diesen Abschnitten sollte daher mit besonderem Nachdruck auf eine Optimierung und weitere Entwicklung mit Zielrichtung auf eine Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit und Auendynamik sowie auf eine höhere Ausstattung mit naturnahen Lebensräumen und extensiven Nutzungsformen hingewirkt werden. Auf diese Weise soll auch in diesen Tälern bzw. Talabschnitten eine hohe Lebensraumqualität mit der typischen Biotop- und Artenausstattung erreicht werden.
Natürlicherweise wäre die Albhochfläche mit Buchenwald bestockt: Seggen-Buchen-Wälder im Bereich der Dolomitknocks und der flachgründigen, kalkscherbenreichen Kantenzonen, mesophile Buchen-Wälder auf sandigen Bodenausbildungen. Als Besonderheit treten heute noch bei anstehenden Felsen und Südexposition kleinflächig Steppenheide-Kiefernwälder auf. In Phasen intensiver Nutzung im Mittelalter war die Hochfläche weitgehend waldfrei. Felsige, flachgründige Hänge und Kuppen wurden beweidet, die besseren Böden als Acker und Grünland bewirtschaftet. Bereits im 19. Jahrhundert begann die Wiederaufforstung. Dabei wurden größere Flächen von Staat, Kirche oder Adel vor allem mit Fichte und Buche aufgeforstet, kleinere Privatwaldflächen dagegen meist mit Kiefer. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die Waldfläche im Naturraum mehr als verdoppelt.
Die sandigen Böden auf der Hochfläche (z.B. aus sandiger Dolomitverwitterung) sind heute meist bewaldet; auf den Kuppen, die ehemals als Schafhutungen genutzt wurden, überwiegen Kiefernwälder (auf ehemaligen Magerrasen!). In diesen oftmals kleinflächigen, teils lichten Kiefernwäldern treten oft noch sehr hochwertige Magerrasenarten auf, so dass insbesondere den Trockenwäldern im Naturraum eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung zukommt. Weitere sehr hochwertige naturnahe Laubwälder kommen vor allem an den besonders steilen Hängen des Albanstiegs und an den Talhängen vor (siehe Ziel A 08.2). Bezüglich der naturschutzfachlichen Wertigkeit der Wälder ist außerdem bemerkenswert, dass einige hochgradig gefährdete Arten hier ihre Arealn oder Schwerpunktvorkommen haben.
Vor diesem Hintergrund gilt als wichtiges Ziel die Förderung der lichten Kiefern-Trockenwälder mit Magerrasen-Unterwuchs und deren Integration in Biotopverbundsysteme zusammen mit weiteren Trockenlebensräumen. Ferner sollen alle naturnahen Laubmischwaldbestände, insbesondere die auf Sonderstandorten, gesichert und weiterhin möglichst naturnah bewirtschaftet werden. Hohe Alt- und Totholzanteile sollten dabei erhalten und strukturreiche Waldränder gefördert werden. Ehemalig oder aktuell noch als Nieder- oder Mittelwald bewirtschaftete Wälder besitzen eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung und sollen deshalb in traditioneller Weise weiterbewirtschaftet werden; ggf. sollte die historische Wirtschaftsweise wieder gefördert werden.
Neben den genannten Gebieten mit herausragender, landesweit bedeutsamer naturschutzfachlicher Bedeutung, insbesondere im Bereich des Albanstiegs und der Talhänge (siehe Ziel A 08.1 und A 08.2) gibt es in der Nördlichen Frankenalb noch zahlreiche weitere Gebiete mit hervorragender Bedeutung, in denen aufgrund der höheren Anzahl und des höheren Flächenanteils naturbetonter Lebensräume von guten Ansätzen eines funktionsfähigen Biotopverbundes ausgegangen werden kann. Vielfach kommt eine hohe naturschutzfachliche Wertigkeit einzelner oder mehrerer Biotope hinzu. Als typische Lebensräume der Hochfläche sind hier vor allem die Trockenstandorte bedeutsam, insbesondere die Komplexe aus wärmeliebenden Wäldern und Gebüschen, Trockenrasen sowie Felsstandorten. Aber auch die von Natur aus seltenen, isolierten Feuchtbereiche sowie die landschaftstypischen Hüllweiher und Karsterscheinungen (Dolinen, Trockentäler) sind vielfach naturschutzfachlich hochwertig. Dem Arten- und Biotopschutz ist in diesen Gebieten daher vorrangige Bedeutung vor allen anderen Nutzungsansprüchen einzuräumen, da von den bestehenden Biotopen dieser Gebiete Neubesiedlungs- und Ausbreitungsvorgänge ausgehen können und sie daher als Ausgangsgebiete (Funktion als Lieferbiotope) zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems unverzichtbar sind.
Allerdings sind häufig auch innerhalb dieser Gebiete noch Optimierungs- und Entwicklungsmaßnahmen des Naturschutzes erforderlich, die vorrangig durchgeführt werden müssen, denn häufig sind die Lebensräume beeinträchtigt oder weisen nur geringe Größenausdehnungen auf. Dem in einigen Gebieten hohen Aufforstungsdruck ist vor allem im Bereich wertvoller Offenlandbiotope entgegenzuwirken. Aufgrund des hohen Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume ist bei weiteren Biotopneuschaffungen und Ergänzungen des Biotopverbunds von einer hohen Effizienz für den Arten- und Biotopschutz auszugehen.
Diese Gebiete mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Lebensräumen eignen sich in Ergänzung zu den Gebieten hervorragender Bedeutung als Schwerpunktgebiete für die Optimierung des regionalen Biotopverbunds. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu. Vor allem in den in der Nördlichen Frankenalb weit verbreiteten Gebieten, die günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen (z.B. Sonderstandorte, Lage innerhalb von Biotopverbundachsen oder Gebiete mit einer besonderen Potenziellen Natürlichen Vegetation) sollten Biotopentwicklungen (auch Sukzession) gezielt gefördert und damit insbesondere auf der Albhochfläche der Biotopverbund optimiert werden. Die bestehenden Lebensräume sollten ferner optimiert (Beseitigung von Beeinträchtigungen), nach Möglichkeit in ihrer Fläche ausgedehnt und zu lokalen Biotopverbundsystemen weiter entwickelt werden. Ausgehend von diesen Gebieten sollte eine Strukturanreicherung in den übrigen Gebieten des Naturraums zum Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems vorangetrieben werden.
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Weitere Gebiete in der Region
Oberfranken-West außerhalb der Naturräume |
Nach den teilraumbezogenen Zielen für die beiden naturräumlichen Haupteinheiten Nordwestlicher Frankenwald (392) und Nördliche Frankenalb (080) werden im folgenden einige spezielle gebietsbezogene Ziele in anderen Naturräumen aufgeführt. Zur Vermeidung von Wiederholungen folgen im Anschluss daran die teilraumbezogenen Ziele, die sich auf die gesamte Region außerhalb der bereits behandelten Naturräume Nordwestlicher Frankenwald (392) und Nördliche Frankenalb (080) beziehen und sich damit auf alle übrigen naturräumlichen Haupteinheiten beziehen.
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Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland (07) |
| (Obermainisches Hügelland - 071) |
An den südexponierten Hängen am Nordrand des Maintals kommen an einigen Stellen Halbtrockenrasen vor. Insbesondere auf dolomitischer Arkose, die oftmals steile Böschungen und Prallhänge bedingt, treten besonders wertvolle, regional und überregional bedeutsame Trockenlebensräume auf. In Teilbereichen sind noch einzelne alte Weinbergsterrassen erhalten; teilweise sind die Magerrasen bereits stark verbuscht. In Verbindung mit den hier noch verbreiteten Extensivwiesen, wärmeliebenden Säumen, Streuobstwiesen, Hecken und anderen Gehölzbeständen liegen hier hochwertige Ansätze für ein Mager-Trocken-Verbundssystem vor.
Zur Verbesserung der Maintalhänge in ihrer Funktion als Mager-Trocken-Biotopverbundachse sollen die wertvollen Trockenbiotope gesichert und die extensive Grünlandwirtschaft insbesondere im Bereich von Halbtrockenrasen, Extensivwiesen, thermophilen Säumen und deren Umfeld gefördert werden.
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Fränkisches Keuper-Lias-Land (11) |
| (Steigerwald - 115) |
Die Wälder des nördlichen Steigerwalds sind durch ihre Großflächigkeit, ihren hohen Laubholzanteil und ihre Naturnähe mit teilweise flächig ausgebildeten Altholzbeständen von hohem naturschutzfachlichen Wert. Sie dienen einer großen Zahl bemerkenswerter Arten, wie gefährdeten Waldfledermaus-, Greifvogel-, Eulen- und Spechtarten als Lebensraum. Auf Grund ihrer Bedeutung für die Vogelwelt wurden die Wälder im westlichen Teil als NATURA 2000-Gebiet ausgewiesen. Das gesamte Waldgebiet stellt einen großflächigen Landschaftsraum mit geringem Zerschneidungsgrad dar.
Als wichtige Zielsetzungen gelten die Erhaltung und die weitere ökologische Optimierung der großflächigen Wälder und die Vermeidung von Zerschneidungen. Hohe Alt- und Totholzanteile sollten dabei gezielt erhalten werden. Die eingestreut in die Waldgebiete vorkommenden naturnahen, wenig beeinflussten Bachtäler mit ihrer Lebensraum- und Artenvielfalt sollen ebenfalls erhalten und, soweit sie traditionell waldfrei und grünlandgenutzt sind, dringend offengehalten werden.
Auch Waldgebiete, denen in Anbetracht der derzeitigen Lebensraumqualität hier nur eine besondere Bedeutung beigemessen wird, sollten erhalten und ausgehend von naturnahen Wäldern und eingestreuten Sonderstandorten mit wertvollen Biotopen optimiert und weiter entwickelt werden. Der Umbau von derzeitigen Fichten- und Kiefernreinbeständen in standortgerechte Laub- und Mischwaldbestände und eine möglichst naturnahe Bewirtschaftung einschließlich der Erhaltung von hohen Alt- und Totholzanteilen sollten gezielt vorangetrieben werden.
Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen in der Regel in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar, deren Zerschneidung vor diesem Hintergrund in besonderem Maße zu vermeiden ist.
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Fränkisches Keuper-Lias-Land (11) |
| (Main-Regnitztal-Talgebiet) |
Das obere Maintal verläuft im nordöstlichen Landkreis Lichtenfels durch das Obermainische Hügelland, das hier vor allem von Keuper- und Juraformationen geprägt ist. Der Flusslauf ist hier überwiegend noch fließend, da nur einige kleine Stauwerke eingeschaltet sind. Zwischen Altenkunstadt und der Rodachmündung ist das Gewässer größtenteils von Ufergehölzen gesäumt; hier sind mehrere seltene Fischarten nachgewiesen. Im Obermaintal liegt noch ein vergleichsweise hoher Grünlandanteil vor, der erst unterhalb der Rodachmündung geringer wird, obgleich die Talterrassen heute nur noch selten überflutet werden. Die Grünlandnutzung ist relativ intensiv, dennoch kommen auch noch einige wertvolle Feucht- und Nasswiesen mit bemerkenswerten Arten vor (z.B. Bekassine, Sumpfschrecke, Wiesenknopf-Ameisenbläulinge). Beispielsweise im Bereich der Rodachmündung nördlich Hochstadt a. Main gelten die „Herrenwiesen“ als für das Maintal typische Auenwiesen mit verschiedenen Gründlandgesellschaften. Das Auenrelief ist hier noch wenig beeinflusst, als Besonderheit treten Flutmulden auf; Äcker fehlen weitgehend. Auch das sog. Nassanger-Gebiet besitzt eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung. Ansonsten sind wertvolle Wiesen im Maintal eher selten, es dominieren meist Intensivwiesen oder Äcker.
Insgesamt sollten im Obermaintal die besonders wertvollen Bereiche gesichert, bestehende Beeinträchtigungen beseitigt und Äcker im Auenbereich in Wiesen überführt werden. Vor allem in strukturärmeren und überwiegend intensiv genutzten Teilräumen sollten naturnahe Lebensräume und extensive Nutzungsformen gezielt gefördert werden.
Im Maintalverlauf unterhalb Lichtenfels wird der Talraum mit 2 - 3 km deutlich breiter. Die fruchtbaren alluvialen Talböden bedingen einen weitaus höheren Ackeranteil als im Obermaintal; vor allem Feuchtwiesen sind deutlich seltener. Die Ursachen sind in erster Linie in systematischen Entwässerungsmaßnahmen nach 1945, im großflächigen Kiesabbau, in der Mainregulierung mit anschließender Eintiefung und damit verbundener Grundwasserabsenkung zu sehen. Auch von den ehemals verbreiteten trockenen Wiesen auf sandigen Standorten existieren heute nur noch kleinflächige Vorkommen. Die Förderung des Biotopverbunds für die Arten der Sandmagerrasen und allgemein des Extensivgrünlands auf den Sandböden stellt daher hier eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes dar (entsprechende Naturschutzbemühungen werden aktuell im Rahmen des Vorhabens „Sandachse Franken“ vorangetrieben; siehe Ziel A 23 und A 24). Im Zuge des Kiesabbaus ist eine große Anzahl von Baggerseen entstanden, die heute für weite Teile des Maintals prägend sind. Neben der Freizeit- und Angelnutzung steht in einigen Teilbereichen der Naturschutz im Vordergrund; einige davon haben sich zu überregional bedeutsamen Vogel- und Libellenlebensräumen entwickelt. Meist ist jedoch die Biotopausstattung und die Anbindung an andere Lebensräume suboptimal. Insbesondere bei den noch verbliebenen Altwasserrestbeständen sind dringend Sicherungs- und teils Sanierungsmaßnahmen sowie eine Entflechtung von Erholungsnutzung und Naturschutz notwendig. Mit dem hohen Nutzungsdruck, vor allem der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, der Freizeitnutzung an fast allen Baggerseen sowie der Zerschneidung durch Verkehrsanlagen ist im Maintal ein hohes Konfliktpotenzial mit Zielen des Arten- und Biotopschutzes verbunden. Zur Problemlösung und Optimierung der Naturschutzsituation sind dringend differenzierte Entwicklungskonzepte zu erarbeiten. Als positive Entwicklung sind in dieser Hinsicht die Renaturierungsmaßnahmen am Main durch das Wasserwirtschaftsamt Bamberg sowie die Überlegungen zur Entflechtung von Erholungsnutzung und Naturschutz im Konzept zum „Flussparadies Franken“ hervorzuheben.
Der Main wurde in diesem Abschnitt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem weitgehend natürlichen, stellenweise sehr breiten Flusslauf zu einer leistungsfähigen, staugeregelten Bundeswasserstraße umgebaut. Dabei wurde der Flusslauf durch Buhnen und Leitwerke eingeengt und gestreckt; nur wenige Altwasserschleifen blieben erhalten. Der Ausbau mit Staustufen erfolgte seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Durch diese Maßnahmen wurden das Flussregime und die gesamte Aue nachhaltig verändert, was auch zu grundlegenden Veränderungen der Artenzusammensetzung der Gewässer- und Auenlebensräume geführt hat. Durch ständige Unterhaltungsmaßnahmen, Uferverbauung und Staustufen sowie den derzeit geplanten, weiteren Fahrrinnenausbau sind natürliche Entwicklungen im Main kaum mehr möglich.
Die Buhnenfelder können heute als gewisser Ersatz für die durch den Ausbau weitgehend verloren gegangenen Flachwasserzonen im Main gelten. In ihrem Umfeld stocken meist auch die wenigen flächigen Auwaldreste im Maintal; zusammen mit den fast durchgängigen Gehölz- und Hochstaudensäumen an den Ufern stellen sie einen wichtigen Teil der naturnahen Biotopbestände innerhalb der Mainaue aus. Weitere typische Auenlebensräume wie Feuchtwiesen, Magerwiesen oder Sandrasen finden sich reliktartig in unterschiedlicher Ausdehnung. Meist dominieren in der Aue jedoch intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen (Ackerflächen, Fettwiesen, Gärten), Siedlungs- und Gewerbegebiete, Verkehrswege sowie Baggerseen.
Trotz dieser starken Überprägung haben sich im Maintal noch einige sehr wertvolle Biotope erhalten bzw. als Sekundärbiotope neu entwickelt. Wichtige Lebensraumtypen, die heute als Schwerpunkte des Naturschutzes gelten, sind die noch verbliebenen Flussaltwässer und die Reste ehemals großflächiger Röhrichtgebiete, Seggensümpfe, Feucht- und Nasswiesen, Flussauwälder sowie offene Sand- und Kiesflächen und großflächige Ruderalfluren; darüber hinaus kommt vielen Baggerseen und Buhnenfeldern eine sehr hohe naturschutzfachliche Bedeutung zu.
So stellt sich das Maintal heute trotz aller nachteiliger Überprägungen als zusammenhängender Groß-Lebensraum für Arten der Flüsse und Flussauen, aber auch für Arten der Sandmagerrasen und Kiesschotterflächen dar und zählt zu den landesweit bedeutsamen Rast- und Überwinterungsgebieten vieler Zugvögel.
Mit dem hohen Nutzungsdruck, vor allem der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, der Freizeitnutzung an den Baggerseen sowie der Zerschneidung durch Verkehrsanlagen ist im Maintal ein hohes Konfliktpotenzial mit Zielen des Arten- und Biotopschutzes verbunden. Zur Problemlösung und Optimierung der Naturschutzsituation sind dringend differenzierte Entwicklungskonzepte zu erarbeiten. Als positive Entwicklung sind in dieser Hinsicht die Renaturierungsmaßnahmen am Main durch das Wasserwirtschaftsamt Bamberg sowie die Überlegungen zur Entflechtung von Erholungsnutzung und Naturschutz im Konzept zum „Flussparadies Franken“ hervorzuheben.
Als wichtige Zielsetzungen eines umfassenden Pflege- und Entwicklungskonzepts für das Maintal sind vor allem zu nennen:
Im Überschwemmungsbereich des Regnitztales bildet die Wiesennutzung noch den Schwerpunkt, ansonsten dominiert in weiten Teilen Acker. Teilbereiche des Talraums sind mit Hecken, Obstwiesen, kleinen Wäldern und extensiv genutzten Weihern gut strukturiert, sehr weiträumige Teile sind aber stark ausgeräumt. Das Gebiet ist insgesamt sehr waldarm, der Hauptsmoorwald östlich Bamberg stellt das einzige große zusammenhängende Waldgebiet dar. Weitere typische Lebensräume sind neben den Fließgewässern auch Altwässer, Baggerseen, Abbaustellen, Feucht-, Nasswiesen, Wässerwiesen, Röhrichte, Seggenriede und Sandmagerrasen. Die ehemals verbreiteten Sandmagerrasen auf den Terrassensanden sind selten geworden, es existieren nur noch kleine, meist bereits beeinträchtigte und verinselte Bereiche. Als Teil der größten Lockersandvorkommen Bayerns kommt dem Regnitztal jedoch landesweite Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund ist die Förderung des Biotopverbunds für die Arten der Sandmagerrasen und allgemein des Extensivgrünlands auf den Sandböden hier unverzichtbar (entsprechende Naturschutzbemühungen werden aktuell im Rahmen des Vorhabens „Sandachse Franken“ vorangetrieben; siehe Ziel A 23 und A 24).
Neben dem hohen Siedlungs- und Infrastrukturdruck (viele Verkehrswege, z.B. Forchheim erstreckt sich an einer Stelle über den ganzen Talraum) waren im Regnitztal vor allem mit dem Bau des Main-Donau-Kanals drastische Eingriffe verbunden. Die Flussregulierung führte zur Grundwasserabsenkung, womit die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und Abbau von Kies und Sand begünstigt wurde. Damit sind viele Veränderungen der Lebensräume im Regnitztal und ein hohes Konfliktpotenzial mit dem Arten- und Biotopschutz verbunden. Zur Problemlösung und Optimierung der Naturschutzsituation sind dringend Entwicklungskonzepte zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang sind die Überlegungen zur Entflechtung von Erholungsnutzung und Naturschutz im Konzept zum „Flussparadies Franken“ hervorzuheben.
Als wichtige Zielsetzungen eines umfassenden Pflege- und Entwicklungskonzepts für das Regnitztal sind vor allem zu nennen:
Trotz der nachhaltigen Veränderungen des Flußregimes und der gesamten Aue bestehen im Main- und Regnitztal nicht zuletzt auch aufgrund der Funktion als landesweit bedeutsame Biotopverbundachsen und der teilweise äußerst hochwertigen Lieferbiotope sehr günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Vor diesem Hintergrund kommt im Main- und Regnitztal sogar den Gebieten mit aktuell geringer Lebensraumqualität eine besondere Bedeutung zu. Als Einschränkung ist in diesem Zusammenhang allerdings die Tatsache zu sehen, dass eine natürliche oder naturnahe Entwicklung der Flüsse und ihrer Auen infolge der starken Überprägung weitgehend ausscheidet.
Wie die Erfahrung im Main- und Regnitztal zeigt, ist es aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes sehr lohnend, Biotopentwicklungen auch außerhalb der aktuell hochwertigen Gebiete zu fördern. Selbst in den Gebieten, in denen die intensive Landwirtschaft oder andere Nutzungsformen überwiegen, bestehen aus den genannten Gründen erfolgversprechende Ausgangsbedingungen für die Förderung naturbetonter Lebensräume. Folglich sollte beispielsweise bei Nassbaggerungen grundsätzlich in möglichst großem Umfang die Folgenutzung Naturschutz angestrebt werden. In den intensiv genutzten Gebieten dieser Talräume sollte zumindest eine Mindestausstattung mit naturbetonten Lebensräumen angestrebt werden.
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Thüringisch-Fränkisches
Mittelgebirge (39) |
| (Südliches Vorland des Thüringer Waldes - 390, Obermainisches Hügelland - 071, Grabfeldgau - 138, Vorland der Nördl. Frankenalb - 112, Mittelfränkisches Becken - 113, Steigerwald - 115, Haßberge - 116, Itz-Baunach-Hügelland - 117, Main-Regnitz-Talgebiet) |
Als Teil der größten Lockersandvorkommen in ganz Bayern sind die Sandstandorte im Regnitztal und dessen Randbereiche von landesweiter Bedeutung. Kleinere Gebiete mit anstehenden Sandböden liegen auch im Maintal, z.B. im Raum Kemmern-Breitengüßbach. In den Sandgebieten gibt es noch Extensivwiesen wie z.B. Salbei-Galtthafer-Wiesen, Grasnelken-Schwingel-Rasen (bayernweit hier noch größter Restbestand!) und Reste von Pioniervegetation mit Silbergrasrasen. Allerdings sind die ehemals verbreiteten Sandmagerrasen auf den Terrassensanden mittlerweile selten geworden und auf winzige Restflächen zurückgedrängt, viele der heutigen Trockenstandorte sind meist sekundär und als Folge des Sandabbaus entstanden. Die kleinflächigen Sandmagerrasen sind oftmals beeinträchtigt, von weiteren Flächenverlusten durch Überbauung und vor allem auch durch Sukzession bedroht. Dadurch verschärft sich die Isolationsproblematik und mit weiteren Artenverlusten ist zu rechnen. Vor diesem Hintergrund ist die Förderung des Biotopverbunds für die Arten der Sandmagerrasen und allgemein des Extensivgrünlands auf den Sandböden hier unverzichtbar. Auch die lichten Kiefernwälder auf den Sandstandorten, wie z.B. im Hauptsmoorwald, sind zu fördern; in Anbetracht der wertvollen Unterwuchsvegetation ist vor allem auf die Wahrung des lichten Charakters dieser Kiefernwälder zu achten. Entsprechende Naturschutzbemühungen werden aktuell im Rahmen des Vorhabens „Sandachse Franken“ vorangetrieben (siehe auch Ziele A 11.5, A 11.6, A 11.8, A 11.9, A 11.10).
Neben den Sandböden in den Flussauen gibt es in der Region Oberfranken-West auch einige Gebiete mit Flugsand (natürliche Sandstandorte auf Flugsanddünen). Eine besonders hohe Bedeutung besitzen z.B. die Flugsandgebiete am südlichen Rand der Haßberge. Sowohl am Südrand der Haßberge als auch bei Haid sind die wertvollsten Bereiche (Wintergrün-Sandkiefernwälder) bisher über Naturschutzprogramme und teilweise als Naturschutzgebiete gesichert worden. Diese Sandstandorte beherbergen stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten. Einige Sand-Kiefernwälder sind überregional bedeutsam und weisen floristische Besonderheiten wie z.B. Preußisches Laserkraut, Purpur-Knabenkraut und Doldiges Winterlieb auf. Außerdem liegen im Mittelfränkischen Becken südwestlich von Hirschaid (südwestlich Juliushof), nordwestlich Rothensand und nördlich des Aischgrunds (nahe der Regions) überregional und landesweit bedeutsame Trockenlebensräume auf Sand (Wintergrün-Sandkiefernwälder mit Doldigem Winterlieb, Sandmagerrasen, z.T. sekundär in Verbindung mit Sandabbau).
In Anbetracht der hohen Gefährdung insbesondere der offenen Sandlebensräume durch fortschreitende Sukzession ist die Sicherung und Optimierung der überregional und landesweit bedeutsamen Sandflächen und Vernetzung der Sandlebensräume hier als wichtigstes Ziel zu sehen. Zur Vernetzung der Sandlebensräume sind insbesondere auch in den weiteren Gebieten mit anstehenden Sandböden, die derzeit suboptimal ausgestattet sind, dringend Fördermaßnahmen für Sandlebensräume notwendig.
Die Bach- und Flusstäler bzw. Talabschnitte mit hervorragender Bedeutung weisen überwiegend eine hohe Lebensraumqualität auf. Die Bachläufe zeichnen sich hier meist durch einen naturnahen Verlauf mit gut ausgebildeten Gewässerbegleitbiotopen aus, die Auen sind nahezu durchwegs grünlandgenutzt und mit typischen Auelebensräumen (Mosaik aus Fettwiesen, Feuchtwiesen, Großseggenriedern, Hochstaudenfluren und Feuchtgebüschen) ausgestattet. Viele Bereiche in diesen Tälern sind daher noch als hochwertige Gewässer- und Auenlebensräume erhalten und beherbergen zahlreiche seltene und gefährdete Arten, lediglich die biologische Durchgängigkeit ist oftmals durch Querbauwerke eingeschränkt.
Einige Talabschnitte innerhalb dieser Täler, die durch überwiegende Intensivnutzung – teils sogar mit eingestreuten Äckern – überprägt sind und damit eine aktuell weniger hohe Lebensraumqualität aufweisen, besitzen aber aufgrund der standörtlichen Voraussetzungen und der Lage innerhalb bedeutsamer Biotopverbundachsen ein hohes Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume. Insbesondere in diesen suboptimalen Abschnitten soll die Entwicklung natunaher Biotope und Förderung extensiver Nutzungsformen gezielt vorangetrieben werden, um sowohl die Lebensraumfunktion als auch die Biotopverbundfunktion des Gewässers und der Aue zu stärken.
Eine Verminderung intensiv genutzter Flächen zugunsten möglichst großflächiger extensiv genutzter Bereiche soll mit hoher Priorität in Gebieten mit wiesenbrütenden Vogelarten wie z.B. Bekassine, Braunkehlchen oder Wachtelkönig angestrebt werden. Soweit an die Auen steilere Talhänge ann, soll in diesen Lagen ein möglichst hoher Strukturreichtum sowie vor allem der Biotopverbund für gehölzbetonte Lebensräume und für Mager-Trocken-Lebensräume gestärkt und durch extensive Nutzungsformen gefördert werden.
Einige Bach- und Flusstäler bzw. Talabschnitte weisen zum Teil überprägte Gewässer und Auen auf, so dass ihnen hier nur eine besondere Bedeutung für die Sicherung und Erhaltung von Lebensräumen und deren Arten zukommt. Die Fließgewässer sind teils begradigt und verbaut, Uferbegleitgehölze fehlen oder kommen nur vereinzelt vor; in der Aue herrschen Intensivwiesen und in manchen Abschnitten sogar Äcker vor. Dennoch sind diese Täler einerseits aufgrund ihrer Funktion als Biotopverbundachse als auch in Anbetracht ihres Biotopentwicklungspotenzials naturschutzfachlich in hohem Maße bedeutsam. In diesen Abschnitten sollte daher mit besonderem Nachdruck auf eine Optimierung und weitere Entwicklung mit Zielrichtung auf eine Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit und Auendynamik sowie auf eine höhere Ausstattung mit naturnahen Lebensräumen und extensiven Nutzungsformen hingewirkt werden. Auf diese Weise soll eine hohe Lebensraumqualität mit der typischen Biotop- und Artenausstattung erreicht werden.
Auch in suboptimalen Talbereichen können vereinzelt noch wiesenbrütende Vogelarten auftreten; in solchen Fällen sollten mit hoher Priorität die Intensivnutzungen vermindert und in möglichst großem Umfang extensive Nutzungsformen angestrebt werden. Soweit an die Auen steilere Talhänge ann, soll in diesen Lagen ein möglichst hoher Strukturreichtum sowie vor allem der Biotopverbund für gehölzbetonte Lebensräume und Mager-Trockenlebensräume gestärkt und durch extensive Nutzungsformen gefördert werden.
In der Region Oberfranken-West gibt es zahlreiche Wälder, denen aufgrund der aktuellen Lebensraumqualität oder ihres hohen Entwicklungspotenzials eine hervorragende Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen und deren Arten zugesprochen werden kann. Als derartige aktuell hochwertige Wälder sind beispielsweise die Waldgebiete mit Moorstandorten im Südlichen Vorland des Thürniger Waldes, die trockenen Eichen-Hainbuchen-Wälder mit ehemaliger Mittelwaldnutzung in den Langen Bergen, die geophytenreichen Wälder im Banzer Wald oder die kleinflächigen Reste des in Bayern vom Aussterben bedrohten feuchten Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes im Vorland der Nördlichen Frankenalb zu nennen. Im Itz-Baunach-Hügelland sind z.B. das Waldgebiet Eierberge mit noch traditionell bewirtschafteten Mittelwäldern oder das große Waldgebiet nördlich Lichtenfels – insbesondere aufgrund des Vorkommens bedrohter Schmetterlings- bzw. Vogelarten – von überregionaler Bedeutung. Hervorzuheben sind beispielsweise auch einige Sand-Kiefernwälder am südlichen Rand der Haßberge mit einigen floristischen Besonderheiten und daher überregionaler Bedeutung (siehe Ziel A 23 und A 24 zu den Sandgebieten der Region).
Ausgedehnte zusammenhängende Waldgebiete sind außerdem wichtige Lebensräume für Waldtierarten mit großen Arealansprüchen. In der Regel stellen große Wälder in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar. Ihre Bedeutung als Lebensraum nimmt mit der Naturnähe der Bewirtschaftung und Baumartenzusammensetzung sowie mit der Strukturvielfalt und dem Vorkommen von nicht beeinträchtigten Sonderstandorten zu.
In den Waldgebieten der Region sollten möglichst naturnah bewirtschaftete, Laub- und Mischwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung und langen Umtriebszeiten sowie mit hohen Alt- und Totholzanteilen, gut ausgebildeten Waldrändern, eingestreuten Lichtungen sowie Sonderstandorten gefördert werden. Auf sandigen, nährstoffarmen und trockenen Standorten kann die Kiefer als Nadelbaumart hinzukommen, so dass kiefernreiche Wälder in diesen Lagen als typisch und nicht standortfremd erachtet werden können.
In den Gebieten, in denen sich bei Nutzungsaufgabe bayernweit seltene Waldgesellschaften der Potenziellen Natürlichen Vegetation (PNV) einstellen würden, soll die Entwicklung dieser Waldgesellschaften ermöglicht und auf geeigneten Flächen gezielt gefördert werden.
In der Region Oberfranken-West gibt es zahlreiche Wälder, die aktuell noch keine überdurchschnittliche naturschutzfachliche Wertigkeit aufweisen, die aber durch Optimierung der Bewirtschaftungsweise oder der Baumartenzusammensetzung zu Lebensräumen auch für seltene und gefährdete Lebensgemeinschaften entwickelt werden können. Viele Wälder sind als Nadelforste ausgeprägt, die durch Reinbestände einer Nadelbaumart und einer Altersklasse sowie nicht selten standortfremde Baumarten und geringer Strukturierung charakterisiert sind.
Grundsätzlich sollen aber auch die Wälder, denen Angesichts der derzeitigen Lebensraumqualität hier nur eine besondere Bedeutung beigemessen wird, erhalten und ausgehend von naturnahen Waldbereichen und eingestreuten Sonderstandorten optimiert und weiter entwickelt werden. Der Umbau von derzeitigen Fichten- und Kiefernreinbeständen in standortheimische Laub- und Mischwaldbestände sollte gezielt vorangetrieben werden. Mittelfristig sollten möglichst naturnah bewirtschaftete, Laub- und Mischwälder mit standortheimischer Baumartenzusammensetzung und langen Umtriebszeiten sowie mit hohen Alt- und Totholzanteilen, gut ausgebildeten Waldrändern, eingestreuten Lichtungen sowie Sonderstandorten angestrebt werden. Auf sandigen, nährstoffarmen und trockenen Standorten kann die Kiefer als Nadelbaumart hinzukommen, so dass kiefernreiche Wälder in diesen Lagen als typisch und nicht standortfremd erachtet werden können. Soweit in den Wäldern noch Waldbestände mit ehemaliger oder aktueller Nieder- oder Mittelwaldnutzung vorkommen, soll diese Nutzungsform möglichst weitergeführt werden.
Den großen zusammenhängenden Waldgebieten kommt allein schon aufgrund ihrer Ausdehnung und dem damit verbundenen Stellenwert für Waldtierarten, die großflächiger, zusammenhängender Lebensräume bedürfen, eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen in der Regel in der heutigen Kulturlandschaft die einzigen größeren störungsarmen Gebiete dar. Darüber hinaus erfüllen aber auch die kleinflächigen Wälder in der Kulturlandschaft eine wichtige Lebensraumfunktion; in den ansonsten relativ strukturarmen Gebieten stellen sie oft die einzigen Ausgangspunkte eines aufzubauenden Biotopverbunds dar.
Die Gebiete mit anstehendem Muschelkalk im Obermainischen Hügelland nördlich und östlich von Kronach sowie im Südlichen Vorland des Thüringer Waldes im Raum Weißenbrunn vorm Wald und im Bereich der Langen Berge zeichnen sich durch reich strukturierte Landschaften mit einem hohen Anteil von Mager-Trocken-Biotopen aus. Beispielsweise die großflächigen Heckengebiete, die zwischen Kronach und östlicher Regions sowie im Norden von Kronach liegen, sind aufgrund ihrer Flächengröße, Heckendichte und Artenausstattung überregional bedeutsam. Zu den Hecken kommen in einigen Fällen (wie z.B. im Muschelkalkgebiet um Weißenbrunn vorm Wald) Streuobstbestände hinzu, so dass sich diese Gebiete durch sehr vielfältige und reich strukturierte Kulturlandschaften auszeichnen. Vielfach bilden die Gehölzstrukturen Biotopkomplexe mit wertvollen Trockenstandorten, die wie z.B. in den Langen Bergen teils landesweite Bedeutung erlangen. Bezüglich der Trockenlebensräume ist vor allem für die Bruchschollenkuppen die enge Verzahnung verschiedener Elemente der traditionellen Kulturlandschaft und außerdem die (nur teilweise erfüllte) Funktion als Trocken-Verbundachse zwischen der Nördlichen Frankenalb und dem Thüringer Muschelkalk besonders bemerkenswert. In Teilgebieten ist die aktuell hohe Lebensraumqualität durch Aufforstung, Verbuschung und Versaumung gefährdet.
Wichtigste Ziele sind daher neben der Erhaltung, Pflege und Optimierung der hochwertigen Gehölzkomplexe und Trockenstandorte die Weiterentwicklung des Biotopverbundes und die Einbindung in ein großräumiges Verbundsystem für Mager-Trocken-Lebensräume und strukturreiche Kulturlandschaften. Grundvoraussetzung dafür ist neben der Biotopneuschaffung vor allem auch die Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen.
Neben den individuell angesprochenen Zielgebieten gibt es in der Region Oberfranken-West noch zahlreiche weitere Gebiete mit hervorragender Bedeutung, in denen aufgrund der höheren Anzahl und des höheren Flächenanteils naturbetonter Lebensräume von guten Ansätzen eines funktionsfähigen Biotopverbundes ausgegangen werden kann. Vielfach kommt eine hohe naturschutzfachliche Wertigkeit einzelner oder mehrerer Biotope hinzu. Dem Arten- und Biotopschutz ist in diesen Gebieten daher vorrangige Bedeutung vor allen anderen Nutzungsansprüchen einzuräumen, da von den bestehenden Biotopen dieser Gebiete Neubesiedlungs- und Ausbreitungsvorgänge ausgehen können und sie in iher Funktion als Lieferbiotope zum Aufbau eines funktionsfähigen regionalen Biotopverbundsystems unverzichtbar sind. Allerdings sind häufig innerhalb dieser Gebiete noch Optimierungs- und Entwicklungsmaßnahmen des Naturschutzes erforderlich, die vorrangig durchgeführt werden müssen, denn häufig sind die Lebensräume beeinträchtigt oder weisen nur geringe Größenausdehnungen auf.
Damit die Qualität und Funktionsfähigkeit der bestehenden Lebensräume langfristig gesichert und dauerhaft gestärkt werden können, ist die Nutzung der Flächen auf die Erhaltung der Lebensraumfunktion abzustimmen, und bei Bedarf sind Pflegemaßnahmen durchzuführen. Im Umfeld empfindlicher Lebensräume sind zum Schutz vor schädlichen Randeinflüssen Pufferzonen notwendig bzw. ausreichend große Nutzungsabstände einzuhalten.
Diese Gebiete mit einer durchschnittlichen Ausstattung an naturbetonten Lebensräumen eignen sich in Ergänzung zu den Gebieten hervorragender Bedeutung als Schwerpunktgebiete für die Optimierung des regionalen Biotopverbunds. Neben der Erhaltung kommt in diesen Gebieten insbesondere der weiteren Entwicklung naturbetonter Strukturen eine besondere Bedeutung zu. Vor allem in Bereichen, die günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume aufweisen (z.B. Sonderstandorte, Lage innerhalb von Biotopverbundachsen oder in engem räumlichen Kontakt zu Gebieten mit hervorragender Bedeutung) sollten Biotopentwicklungen gezielt gefördert werden. Dazu müssen unter anderem bestehende Beeinträchtigungen beseitigt werden. Die bestehenden Lebensräume sollten ferner optimiert, nach Möglichkeit in ihrer Fläche ausgedehnt und zu Biotopverbundsystemen weiter entwickelt werden. Damit die Qualität und Funktionsfähigkeit der bestehenden Lebensräume langfristig gesichert und dauerhaft gestärkt werden kann, ist die Nutzung der Flächen auf die Erhaltung der Lebensraumfunktion abzustimmen, und bei Bedarf sind Pflegemaßnahmen durchzuführen. Im Umfeld empfindlicher Lebensräume sind zum Schutz vor schädlichen Randeinflüssen Pufferzonen notwendig bzw. ausreichend große Nutzungsabstände einzuhalten. Ausgehend von diesen Gebieten sollte auch in den übrigen Gebieten der Region eine Strukturanreicherung zum Aufbau eines regionalen Biotopverbundsystems vorangetrieben werden.