Konflikte Arten und Lebensräume (Karte 3.3)

Tab. 4.5:    Mögliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Arten und Lebensräume

Nutzung/
Belastungsfaktor
Kurzbeschreibung des Auftretens in der Region
Landwirtschaft

Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, großflächige Monokulturen

Darstellung in Karte 3.3: Bereiche mit möglichen Beeinträchtigungen für Arten und Lebensräume durch Stoffeinträge aus der Landwirtschaft

Von möglichen Beeinträchtigungen wird hier in folgenden Fällen ausgegangen:

  • Gebiete mit stofflicher Belastung „überwiegend hoch“ (vgl. Karte 2.1), soweit die  aktuelle Lebensraumqualität zumindest mit „gering“ beurteilt wird
  • Gebiete mit stofflicher Belastung „überwiegend mittel“ (vgl. Karte 2.1) und aktueller Lebensraumqualität „überwiegend mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ (vgl. Karte 1.4)
  • Gebiete mit stofflicher Belastung „überwiegend mittel“ (vgl. Karte 2.1) und einem Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume der Kategorien „bayernweit potenziell verbreitet, aber nicht häufig“ bis „bayernweit potenziell selten oder einzigartig“ (vgl. Karte 1.4)

Bei überdurchschnittlich hohen Stoffeinträgen aus der Landwirtschaft, von denen beispielsweise bei intensivem Obstanbau auszugehen ist, besteht grundsätzlich ein hohes Risiko, dass naturbetonte Lebensräume oder das Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume nachhaltig beeinträchtigt werden (z.B. Eutrophierung, Biozideintrag). In der Region Oberfranken West ist dies schwerpunktmäßig im südlichen Teil der Nördlichen Frankenalb der Fall, v.a. bei Obstplantagen im Bereich des Albanstiegs und in anderen Hangbereichen (auch bei geringerer Lebensraumqualität bzw. geringerem Entwicklungspotenzial wird hier ein Beeinträchtigungsrisiko unterstellt):

Auch bei durchschnittlichen Stoffeinträgen aus der Landwirtschaft ist in Gebieten, in denen hochwertige und empfindliche Lebensräume in höherer Dichte vorkommen, von einem erhöhten Beeinträchtigungsrisiko auszugehen. In folgenden Teilen der Region bestehen derartige Risiken:

  • nur wenige Gebiete im Frankenwald, z.B. einige wertvollere Täler und strukturreiche Hochflächen wie im Umfeld von Nordhalben, bei Teuschnitz, nördlich von Lauenstein und im Raum Rothenkirchen-Pressig
  • strukturreiches Muschelkalkgebiet um Weißenbrunn und Teile des oberen Itztals im Südlichen Vorland des Thüringer Walds
  • nur wenige Flächen im Grabfeldgau, z.B. im Rodachtal bei Bad Rodach, im Raum Grattstadt-Ahlstadt und auch im Bereich der Wiesenbrütergebiete nordwestlich von Coburg
  • im Obermainischen Hügelland vor allem in den strukturreichen Gebieten auf Muschelkalk und Buntsandstein im Osten bzw. Westen von Kronach sowie an den Maintalhängen bei Burgkunstadt
  • im Steinach- und Rodachtal nördlich von Neustadt b. Coburg bis Hochstadt a. Main und bei Mitwitz
  • -     innerhalb der Nördlichen Frankenalb schwerpunktmäßig vor allem im nordwestlichen Teil, insbesondere im Bereich der strukturreichen Hochflächen und Talhänge; mehrere Gebiete im Südosten von Bamberg bzw. Nordosten von Forchheim, hier z.T. auch im Bereich der Täler wie z.B. überwiegend intensiv genutzte Abschnitte im Wiesenttal und Leinleitertal; ansonsten im Naturraum nur vereinzelte Gebiete vor allem bei Wüstenstein, Heiligenstadt i. OFr., Tiefenpölz, Tiefenhöchstadt, im Trubachtal und bei Obertrubach
  • im Vorland der Frankenalb ist hier das untere Wiesenttal mit hohem Anteil intensiver Nutzungsformen hervorzuheben
  • im Itz-Baunach-Hügelland schwerpunktmäßig in den Tälern, z.B. weite Teile des Itz- und Baunachtals, des Rodachtals oder des Alstertals; auch einige Talhänge zum Maintal
  • im Steigerwald und im Mittelfränkischen Becken vor allem im Bereich einiger Talräume und bei Hallerndorf
  • mehrere Gebiete im Maintal, vor allem im Bereich der unteren Wiesent, bei Hirschaid (Sandgebiete), bei Bamberg, im Bereich der Baunach- und Itzmündung, auf der westlichen Talseite bei Bad Staffelstein, bei Michelau i.OFr. und östlich von Burgkunstadt/Altenkunstadt

In vielen dieser reich mit Biotopen ausgestatteten Gebiete liegen auch überdurchschnittlich günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume vor, so dass auch hier mit Beeinträchtigungsrisiken, z.B. der standörtlichen Voraussetzungen oder wichtiger Lieferbiotope, zu rechnen ist. Darüber hinaus gibt es in der Region einige Gebiete, die zwar aktuell eine geringere Biotopausstattung aufweisen, in denen aber dennoch besonders günstige Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume bestehen; auch in diesen Gebieten können bereits die üblichen (= durchschnittlichen) Stoffeinträge aus der intensiven Landwirtschaft zu Beeinträchtigungen führen (z.B. Eutrophierung nährstoffarmer Standorte). In folgenden Gebieten ist von einem derartigen Beeinträchtigungsrisiko auszugehen:

  • einige wenige Talabschnitte im Frankenwald und vereinzelt Hochflächen, in größerem Umfang z.B. im Raum Ludwigsstadt
  • im Grabfeldgau ein kleines Gebiet südlich von Breitenau und im Itztal zwischen Oeslau und Dörfles b. Coburg
  • mehrere Talabschnitte im Obermainischen Hügelland, vor allem im Rodach-, Haßlach- und Kronachtal sowie einige nördliche Maintalhänge
  • innerhalb der Nördlichen Frankenalb nur vereinzelt, z.B. im Raum Königsfeld und im Wiesenttal östlich von Ebermannstadt
  • im Mittelfränkischen Becken einige an die Täler von Reicher und Rauher Ebrach annde Gebiete
  • einige wenige Gebiete in den südlichen Haßbergen
  • zahlreiche Gebiete im Maintal, schwerpunktmäßig nordwestlich von Bamberg bis zur westlichen Regions, nördlich von Bamberg bis Lichtenfels und ein Maintalabschnitt an der östlichen Regions
  • zahlreiche Gebiete mit sehr hohem Flächenanteil im Regnitz- und unteren Wiesenttal

Ein gewisses Risiko, dass wertvolle Lebensräume beeinträchtigt werden können, ist bei den üblichen (= durchschnittlichen) Stoffeinträgen aus der Landwirtschaft auch in folgenden Gebieten zu unterstellen, deren Lebensraumausstattung aktuell als "mittel" einzustufen ist:

  • einige Talabschnitte und einige Hochflächen im Frankenwald vor allem im Großraum Steinbach am Wald, Teuschnitz und Tschirn
  • einige wenige Gebiete im Südlichen Vorland des Thüringer Walds im Umfeld des Itztals südlich und östlich von Weißenbrunn
  • im Grabfeldgau das überwiegende Lauterbachtal sowie einige Abschnitte des Rodachtals und mehrere Gebiete in etwa auf der Linie zwischen Rodach und Meeder und Oeslau sowie bei Ahlstadt am Südrand der Langen Berge
  • im Obermainischen Hügelland in einigen Gebieten verstreut über den ganzen Naturraum, z.B. Maintalhänge östlich von Burgkunstadt, Gebiete nördlich von Mitwitz und im Umfeld des Schlottermühlbachs südlich von Weißenbrunn
  • innerhalb der Nördlichen Frankenalb größere Landschaftsräume schwerpunktmäßig im Südosten der Region im Raum oberes Wiesent-, Aufseß-, Trubachtal, überwiegend auf der Albhochfläche, teils auch in den Tälern; nach Norden zu liegen derartige Gebiete eher im Umfeld des Albtraufs
  • nur wenige Gebiete im Albvorland, etwas höherer Anteil im weiteren Umfeld Forchheim
  • einige Gebiete verstreut im Itz-Baunach-Hügelland, z.B. im Raum südlich von Coburg sowie zwischen Eierberge und Banzer Wald
  • in den Haßbergen z.B. im Bereich des Haßbergetraufs und im Steigerwald vor allem im Bereich der Täler und Talhänge, in beiden Naturräumen nur wenige Gebiete
  • im Mittelfränkischen Becken schwerpunktmäßig Talräume, insbesondere Täler der Rauhen Ebrach und Mittelebrach; ein größerer Bereich südlich von Hirschaid am Übergang zum Regnitztal
  • im Maintal einige Gebiete, schwerpunktmäßig in der Mainaue im Bereich Zapfendorf – Ebensfeld sowie westlich von Burgkunstadt; im Regnitztal nur vereinzelte, sehr kleine Gebiete

In der Region gibt es außerdem einige Gebiete, die aktuell unterdurchschnittlich mit naturbetonten Lebensräumen ausgestattet sind, in denen aber immerhin noch die Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume gegeben wären; bei den üblichen (= durchschnittlichen) Stoffeinträgen aus der intensiven Landwirtschaft besteht aber auch hier ein gewisses Risiko, dass diese Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt werden:

  • einige Gebiete im Frankenwald, vor allem auf den Hochflächen
  • im Südlichen Vorland des Thüringer Walds nur vereinzelte kleine Gebiete, z.B. kleine Seitentäler des Itztals
  • im Grabfeldgau einige größere Gebiete vor allem im Bereich der Langen Berge
  • im Obermainischen Hügelland in mehreren Gebieten des Naturraums ohne räumlichen Schwerpunkt; besonders großflächig zusammenhängende Gebiete im Keuper-Jura-Gebiet beiderseits des Obermaintals
  • innerhalb der Nördlichen Frankenalb weiträumig verteilte und großflächige Gebiete auf der Albhochfläche
  • im Albvorland mehrere Gebiete über den gesamten Naturraum verteilt
  • einige Gebiete verstreut im Itz-Baunach-Hügelland mit einer gewissen Häufung im Nordosten
  • einige wenige Gebiete im Steigerwald, vor allem im Bereich des Tals der Mittelebrach
  • einige wenige Gebiete im Mittelfränkischen Becken, schwerpunktmäßig im Raum Pommersfelden

Forstwirtschaft

   

großflächige Reinbestände, Anpflanzungen standortfremder / gebietsfremder Baumarten, Aufforstung wichtiger Offenlandschaften

Von Beeinträchtigungen der Lebensraumfunktion ist vor allem in Wäldern auszugehen, die sich als großflächige Reinbestände mit Nadelbaumarten darstellen; verstärkt wird dieser nachteilige Effekt insbesondere bei Reinbeständen nicht standortheimischer Nadelbaumarten.

Großflächige, nicht standortheimische Nadelwaldbestände insbesondere mit Fichte kommen nahezu in der gesamten Region Oberfranken-West vor, wobei der Verbreitungsschwerpunkt im Frankenwald liegt, dessen Wälder zum größten Teil von Nadelforst gebildet werden. Einen hohen Anteil an der Waldfläche nehmen großflächige Nadelwälder außerdem im Südlichen Vorland des Thüringer Walds, im Obermainischen Hügelland sowie im Mittelfränkischen Becken ein.

In einigen Fällen, insbesondere bei lichten Kiefernwäldern auf sandigen oder anderen mageren Standorten, kann auch Nadelwäldern eine hohe Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz – insbesondere aufgrund ihres schützenswerten Unterwuchses – zukommen. Vor allem in versauerungsgefährdeten Gebieten, in denen aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes der Umbau in Laubmischwälder mit hoher Priorität vorangetrieben werden sollte, können daher Zielkonflikte auftreten. Der Schutzwürdigkeit von wertvollen Nadelwäldern, insbesondere der wertvollen Kiefernwälder auf Sand, ist folglich in besonderem Maße Rechnung zu tragen.

In allen Mittelgebirgslagen ist mit dem Rückzug der Landwirtschaft von den rtragsflächen eine zunehmende Wiederbewaldung und damit ein Verlust kleinteiliger, meist reich strukturierter Kulturlandschaften und naturschutzfachlich wertvoller Offenlandschaften verbunden. Dies gilt insbesondere für die Wiesentäler des Frankenwaldes, der Fränkischen Alb (hier auch Trockentäler!) und des Steigerwaldes. In der Nördlichen Frankenalb und im Frankenwald sind davon auch kleinparzellierte und ertragsschwache Lagen in den Hangbereichen und teils auch auf den Hochflächen (Rodungsinseln des Frankenwalds) betroffen.

Keine Darstellung aufgrund zu ungenauer Kenntnisse über die Nutzungsweise

Siedlung/Gewerbe

Flächenversiegelung, Überbauung

Darstellung in Karte 3.3: Geplante Flächenverluste (Siedlungsentwicklung)

Durch geplante Siedlungserweiterungen sind in der Region in folgenden Fällen Gebiete mit mittlerer, hoher oder sehr hoher Bedeutung betroffen:

  • im Kronachtal am Südrand von Friesen (nördlich von Kronach) und im Rodachtal am südlichen Stadtrand von Kronach Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial
  • am Rand der Stadt Coburg, vor allem im Südosten einige kleinere Gebiete mit aktuell mittlerer Lebensraumqualität
  • im Weismaintal nördlich der Ortschaft Weismain ein Gebiet mit mittlerem Entwicklungspotenzial
  • im Maintal am Nordrand von Kemmern und im Regnitztal am Südrand von Hirschaid Gebiete mit sehr hohem Entwicklungspotenzial aufgrund teilweise anstehender Sandböden

Ansonsten sind in der Region Oberfranken-West aktuell keine nennenswerten Beeinträchtigungen durch größere Baugebiete, die im Rahmen der Bauleitplanung in Gebieten mit hoher bis sehr hoher Lebensraumqualität oder mit hohem bis sehr hohem Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume ausgewiesen wurden, zu erwarten

 

Freisetzung von Schadstoffen

Die durch industrielle Emittenten, Hausbrand und gehäuftem Verkehrsaufkommen freigesetzten Schadstoffe haben vor allem in den inversionsgefährdeten Gebieten mögliche Beeinträchtigungen naturbetonter Biotope zur Folge. Hiervon sind insbesondere nährstoffärmere Standorte mit hoher und sehr hoher Lebensraumqualität betroffen. Schwerpunkträume in der Region sind die größeren Orte an den überregional bedeutsamen Entwicklungsachsen wie v.a. im Regnitztal oder im Raum Coburg – Lichtenfels – Kronach.

Verkehr

Flächenversiegelung

Darstellung in Karte 3.3: Mögliche Beeinträchtigung der aktuellen Lebensraumqualität und des Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume durch geplante Flächenverluste (Verkehr)

Von einem Beeinträchtigungsrisiko wird in folgenden Räumen ausgegangen:

  • Gebiete deren aktuelle Lebensraumqualität als „überwiegend mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ eingestuft ist (vgl. Karte 1.4)
  • Gebiete deren Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume in die Kategorien „bayernweit potenziell verbreitet, aber nicht häufig“ bis „bayernweit potenziell äußerst selten oder einzigartig“ fällt (vgl. Karte 1.4)

Mit hohen Beeinträchtigungsrisiken durch geplante Verkehrsanlagen ist insbesondere in folgenden Gebieten mit höherer Dichte an wertvollen und empfindlichen Lebensräumen und/oder mit günstigeren Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume zu rechnen:

  • St 2202: die geplante Nordumfahrung Oeslau – Mönchröden führt westlich von Oeslau durch ein Wiesenbrütergebiet und durch annde Bereiche mit mittlerer Lebensraumqualität; verläuft außerdem durch den Mönchrödener Forst und quert das Itztal mit hier immerhin günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die geplante Kreisstraße zwischen Michelau i.OFr. und Weidhausen b. Coburg durchschneidet aktuell hochwertige Gebiete im Maintal, annde Bereiche mit günstigen Entwicklungsvoraussetzungen und ein Waldgebiet südlich von Weidhausen b. Coburg (Nonnenhöhe).
  • B 85: geplante Umgehung Pressig durchquert über ein kurzes Stück ein Waldgebiet und quert zweimal das Haßlachtal mit hier hochwertigem Entwicklungspotenzial.
  • St 2244: die geplante Verbindung zur Anschlussstelle Buttenheim der A 73 quert das Regnitztal (nur im Osten) und betrifft daher Gebiete in der landesweit bedeutsamen Biotopverbundachse des Regnitztals, randlich sogar mit anstehenden Sandböden („Sandachse“!) und daher Gebiete mit hohem und randlich sogar mit sehr hohem Entwicklungsvoraussetzungen (aktuell jedoch intensiv genutzt!).
  • Durch die geplante Bundesstraße, die bei Hausen durch das Regnitztal führt, werden Bereiche mittlerer Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspoten­zial (landesweit bedeutsame Biotopverbundachse) durchquert.

Schadstoffausstoß

Beeinträchtigungsrisiken durch Schadstoffe entlang viel befahrener Straßen bestehen vor allem im Bereich von Gebieten mit höherer Dichte an wertvollen und empfindlichen Lebensräumen und/oder mit günstigeren Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume:

Aufgeführt werden hier Straßenverläufe, deren Schadstoffausstoß mit „mittel“ bis „hoch“ bewertet ist (vgl. Karte 2.2b), soweit sie an folgende Gebiete ann oder führen:

  • Gebiete deren aktuelle Lebensraumqualität als „überwiegend mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ eingestuft ist (vgl. Karte 1.4)
  • Gebiete deren Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume in die Kategorien „bayernweit potenziell verbreitet, aber nicht häufig“ bis „bayernweit potenziell äußerst selten oder einzigartig“ fällt (vgl. Karte 1.4)
  • Die A 70 verläuft auf ihrer gesamten Länge innerhalb der Region durch oder entlang mehrerer Gebiete mit hoher und sehr hoher Lebensraumqualität, z.B. mehrere kleine Waldgebiete zwischen Stadelhofen und Buckendorf, bei Roßdorf, bei Wölkendorf, nördlich von Würgau, sowie Auengebiete von Main und Leitenbach zwischen Gundelheim und Hallstadt, bei Bischberg und Staffelbach. Gebiete mit überwiegend mittlerer Lebensraumqualität werden zwischen Memmelsdorf und Gundelsheim, bei Staffelbach und Scheßlitz beeinträchtigt. Im Gesamtverlauf werden auch immer wieder Gebiete mit günstigen Entwicklungsvoraussetzungen beeinträchtigt.
  • Die A 73 tangiert zwischen Buttenheim und Forchheim Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und durchläuft östlich und nördlich von Strullendorf Gebiete mit mittlerer Lebensraumqualität. Südlich von Forchheim werden Gebiete mit hohem bzw. sehr hohem, nördlich von Forchheim bis Strullendorf Bereiche mit vorwiegend hohem Entwicklungspotenzial im Regnitztal durchquert.
  • Die A 3 durchschneidet und tangiert im Bereich von Schlüsselfeld, Heuchelheim und Warmersdorf entlang der Reichen Ebrach mehrere kleine Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität.
  • Die B 505 beeinträchtigt bei Hirschaid Gebiete mit mittlerer und sehr hoher Lebensraumqualität, südlich von Bamberg bis Strullendorf im Bereich des Hauptsmoorwalds Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität. In der Regnitz­aue werden Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 470 durchschneidet und tangiert zwischen Reuth und Streitberg vor allem Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität, teilweise auch mittlerer Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die B 22 führt südlich von Bamberg durch einen Bereich der Regnitzaue mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität.
  • Die St 2244 (ehem. B4) tangiert südlich von Neuses a.d. Regnitz und bei Hirschaid Gebiete mit mittlerer, hoher und sehr hoher Lebensraumqualität. Durch die Lage im Regnitztal werden dazwischenliegend Bereiche mit hohem, meist sogar sehr hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 26 durchschneidet und tangiert von Bamberg bis zur westlichen Regions Wald- und Auengebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und mit hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die B 173 (auch teilweise 289) durchschneidet und tangiert bei Hallstadt und Breitengüßbach in der Mainaue Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität. Von Breitengüßbach bis Staffelstein, zwischen Redwitz a. d. Rodach und Kronach überwiegend Gebiete mittlerer Lebensraumqualität. Östlich von Lichtenfels, bei Hochstadt a. Main, von Kronach bis westlich von Wallenfels werden Bereiche hoher und sehr hoher Lebensraumqualität beeinträchtigt. Auf ihrem Gesamtverlauf werden immer wieder Bereiche mit hohem und sehr hohem Entwicklungspoten­zial durchquert.
  • Im Verlauf der B 289 werden von Zettlitz bis zur östlichen Regions und bei Lichtenfels Gebiete mit mittlerer und hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität durchquert, bei Neuses a. Main und Mainroth außerdem Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die B 303 durchschneidet und tangiert von Ahorn bis Tambach, bei Grub a. Forst und Sonnefeld mittlerer und hoher Lebensraumqualität. Bei Ahorn wird ein Wiesenbrütergebiet tangiert.
  • Die B 85 durchschneidet und tangiert fast auf ihrer ganzen Länge südlich von Pressig bis Förtschendorf Gebiete mit überwiegend hoher Lebensraumqualität. Nordöstlich von Pressig im Bereich des Buchbaches auch ein Gebiet mit sehr hoher Lebensraumqualität. Fast auf der gesamten Länge von Kronach bis Pressig werden Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 4 tangiert und durchquert fast auf der gesamten Strecke von Breitengüßbach bis Coburg überwiegend Gebiete hoher und bei Lautertal sehr hoher Lebensraumqualität. Bei Ahorn, Meschenbach, zwischen Großheirath und Lahm werden Wiesenbrütergebiete beeinträchtigt. Zwischen Bamberg und Breitengüßbach werden Gebiete mit sehr hohem und von Breitengüßbach bis Rattelsdorf mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 279 führt von Breitengüßbach bis zur Regions durch und entlang von Gebieten mit hoher Lebensraumqualität.
  • Die B 2 beeinflusst vor allem bei Gräfenberg Gebiete mittlerer und hoher Lebensraumqualität und günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die FO 2 von Pinzberg bis Pretzfeld beeinflusst vor allem zwischen Gosberg und Kirchehrenbach Bereiche mit hoher und sehr hoher Lebensraumqualität. Im restlichen Bereich werden zusätzlich Gebiete mittlerer Lebensraumqualität und sehr hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die St 2236 tangiert zwischen Reuth und Wiesenthau im Tal der Wiesent Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die St 2960 bei Buttenheim tangiert Gebiete mittlerer Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die St 2190 tangiert von Lichteneiche bis Memmelsdorf Gebiete mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die FO 25 bei Hausen tangiert und beeinträchtigt Gebiete mit sehr hoher Lebensraumqualität und sehr guten Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die St 2276 tangiert von Stegaurach bis Walsdorf im Aurachtal Bereiche mittlerer und hoher Lebensraumqualität.
  • Die St 2202 zwischen Coburg und Weitramsdorf sowie zwischen Mönchröden und Neustadt bei Coburg beeinflusst Gebiete mittlerer Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial im Tal der Röden.
  • Die St 2205 von Coburg nach Wiesenfeld beeinträchtigt Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität sowie ein Wiesenbrütergebiet.
  • Die LIF 13 bei Michelau i. OFr. beeinträchtigt in der Mainaue ein Gebiet mit sehr hoher Lebensraumqualität.
  • Durch die St 2191 werden bei Altenkunstadt Gebiete mittlerer und hoher Lebensraumqualität durchquert.
  • Die St 2200 beeinträchtigt zwischen Kronach und Friesen Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial.

Darüber hinaus sind noch einige Gebiete von Schadstoffausstoß entlang viel befahrender Straßen betroffen, die im aktuellen Zustand nur eine geringe Lebensraumqualität aufweisen, aber aufgrund der Verbundlage und/oder der Standortvoraussetzungen günstige Entwicklungsmöglichkeiten aufweisen, z.B. in einigen Bereichen östlich der A 73 im Raum Hirschaid und insbesondere entlang der A 70 im Albvorland und in weiten Teilen der Hochfläche der Nördlichen Frankenalb.

Flächenzerschneidung

Darstellung in Karte 3.3: Bereiche mit möglichen Beeinträchtigungen für Arten und Lebensräume durch bestehende und geplante Infrastruktureinrichtungen mit Barrierewirkungen

Dargestellt werden hier Straßenverläufe sowie Freileitungen, die durch folgende Gebiete führen:

  • Gebiete deren aktuelle Lebensraumqualität als „überwiegend mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ eingestuft ist (vgl. Karte 1.4)
  • Gebiete deren Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume in die Kategorien „bayernweit potenziell verbreitet, aber nicht häufig“ bis „bayernweit potenziell äußerst selten oder einzigartig“ fällt (vgl. Karte 1.4)

Führen bestehende Verkehrsanlagen, insbesondere viel befahrene Straßen und Autobahnen durch Gebiete mit höherer Dichte an wertvollen und empfindlichen Lebensräumen oder durch Gebiete mit günstigeren Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume, so kann dies für den Biotopverbund sehr nachteilige Zerschneidungseffekte mit sich bringen. In folgenden Gebieten bestehen in dieser Hinsicht hohe Beeinträchtigungsrisiken:

  • Die A 70 durchschneidet auf ihrer gesamten Länge durch die Region mehrere Gebiete mit hoher und sehr hoher Lebensraumqualität, z.B. mehrere kleine Waldgebiete zwischen Stadelhofen und Buckendorf, bei Roßdorf, nördlich von Würgau sowie Auengebiete von Main und Leitenbach zwischen Gundelheim und Hallstadt, bei Bischberg und Staffelbach; außerdem Gebiete mit überwiegend mittlerer Lebensraumqualität zwischen Memmelsdorf und Gundelsheim, bei Staffelbach und Scheßlitz. Im Gesamtverlauf werden auch immer wieder Gebiete mit günstigen Entwicklungsvoraussetzungen beeinträchtigt.
  • Die A 3 durchschneidet im Bereich von Schlüsselfeld, Heuchelheim und Warmersdorf entlang der Reichen Ebrach mehrere kleine Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial.
  • Die A 73 durchläuft östlich und nördlich von Strullendorf Gebiete mit mittlerer Lebensraumqualität. Südlich von Forchheim werden Gebiete mit hohem bzw. sehr hohem, nördlich von Forchheim bis Strullendorf Bereiche mit vorwiegend hohem Entwicklungspotenzial im Regnitztal durchquert. Auf der Strecke Coburg – Landes Thüringen führt sie zu Barriereeffekten und nördlich von Coburg im Umfeld einiger Wiesenbrütergebiete und insbesondere bei der Querung der Langen Berge.
  • Die B 505 durchschneidet bei Hirschaid Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität sowie südlich von Bamberg bis Strullendorf den Hauptsmoorwald und von Erlach bis zur Regions Gebiete mittlerer Lebensraumqualität. In der Regnitzaue werden Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 470 durchschneidet zwischen Reuth und Weilersbach, Gasseldorf und Streitberg und von Streitberg bis zur Regions entlang der Wiesent und von Hangkanten der Nördlichen Frankenalb Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität; zwischen Oesdorf und Zeckern sowie Gasseldorf und Streitberg außerdem Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität. Im Regnitz- und im Wiesenttal werden durchgehend Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 22 durchschneidet bei Würgau, zwischen Steinfeld und Treunitz und bei Ebrach mehrere Waldgebiete, südlich von Bamberg einen Bereich der Regnitzaue und das Aurachtal mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität; von Unteraurach bis Untersteinach entlang der Mittleren Ebrach werden immer wieder Gebiete mittlerer und teilweise hoher Lebensraumqualität zerschnitten, sowie auf gesamter Strecke immer wieder Bereiche mit guten Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Durch die B 26 werden von Bamberg bis Trunstadt, vor allem zwischen Trosdorf und Viereth Wald- und Auengebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und mit hohem Entwicklungspotenzial durchschnitten.
  • Die B 173 durchschneidet bei Unterrodach, zwischen Zeyern und Wallenfels und östlich von Wallenfels im Bereich der Wilden Rodach, sowie östlich von Lichtenfels und bei Hallstadt Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität. In der Mainaue werden allgemein immer wieder Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität und sehr hohem Entwicklungspotenzial zerschnitten; im weiteren Verlauf durchschneidet sie südlich von Kronach, bei Zapfendorf und Gundelsheim Gebiete mit mittlerer Lebensraumqualität.
  • B 89: die Nordumgehung von Burggrub durchschneidet westlich von Burggrub ein Gebiet mit mittlerer Lebensraumqualität.
  • Im Verlauf der B 289 werden entlang des Mains zwischen Burgkunstadt und Mainroth, sowie östlich von Lichtenfels (Doppelnennung B 173) Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität durchschnitten; weiterhin ein großes Waldgebiet mittlerer Lebensraumqualität zwischen Lichtenfels und Buch sowie Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial bei Neuses a. Main.
  • Die B 303 durchschneidet bei Unterrodach (Doppelnennung mit B 173), zwischen Kronach und Hof a.d. Steinach, Ahorn und Neundorf Gebiete mit mittlerer, hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität; bei Zeickhorn, im Bereich der Itz bei Ahorn, der Rodach bei Dietersdorf, der Steinach bei Hof a.d. Steinach und bei Mitwitz Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität; weiterhin Gebiete mittlerer Lebensraumqualität zwischen Sonnefeld und Frohnlach, bei Grub a. Forst, südlich von Ahorn und zwischen Schorkendorf und Tambach entlang des Mönchswaldes.
  • St 2204 Nordumfahrung Bad Staffelstein quert nördlich von Bad Staffelstein Ortsnahe Bereiche des Maintals und durchschneidet dadurch in Teilbereichen ein Gebiet mit hoher Lebensraumqualität und im übrigen Verlauf Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial (innerhalb der landesweit bedeutsamen Biotopverbundachse Maintal).
  • Die B 85 durchschneidet fast auf ihrer ganzen Länge von Pressig nach Norden bis zur Regions Gebiete mit überwiegend hoher Lebensraumqualität, zusätzlich bei Pressig kleinere Bereiche mit sehr hoher Lebensraumqualität; zwischen Kronach und Thonberg entlang der Rodach, sowie östlich von Weißenbrunn Gebiete mit mittlerer Lebensraumqualität. Fast auf der gesamten Länge von Kronach bis Pressig werden Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt.
  • Die B 4 durchschneidet zwischen dem Lautertal und der nördlichen Regions Gebiete mit überwiegend mittlerer und hoher Lebensraumqualität sowie zwischen Coburg und Kaltenbrunn im Bereich der Itzaue Gebiete hoher und im Bereich des Mains bei Breitengüßbach Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial, sowie im Süden von Bamberg Gebiete mittlerer Lebensraumqualität.
  • Die B 279 durchschneidet zwischen Breitengüßbach und Reckendorf im Bereich von Main und Baunach Gebiete mit hoher Lebensraumqualität.
  • Die B 2 durchquert vor allem zwischen Gräfenberg und der östlichen Regions Gebiete mittlerer und hoher Lebensraumqualität und günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Durch den Fernverkehr der Bahn werden Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität östlich von Lichtenfels, bei Pressig und bis zur nördlichen Regions, bei Schlüsselfeld, Breitengüßbach bis Reckendorf, Coburg bis Bad Rodach, Lichtenfels bis Eberdorf, Hochstadt am Main bis östliche Regions, Forchheim bis Bamberg, Forchheim bis Gößweinstein, vor allem bei Kirchehrenbach und Streitberg bis Gößweinstein durchschnitten. Zusätzlich werden auf den bereits genannten Abschnitten sowie zwischen Breitengüßbach und Lichtenfels, Bamberg und Breitengüßbach, Bamberg bis zur westlichen Regions Gebiete mittlerer Lebensraumqualität und vor allem im Maintal mit sehr hohem Entwicklungspotenzial beeinträchtigt. Zwischen Coburg und Bad Rodach werden mehrere Wiesenbrütergebiete zerschnitten.

In zahlreichen weiteren Landschaftsräumen werden wertvolle Gebiete durch viel befahrene Staats- und Kreisstraßen durchschnitten, wodurch wichtige Funktionsbeziehungen innerhalb des Biotopverbundes unterbrochen oder zumindest in ihrer Funktion eingeschränkt werden können. In sehr hoher Dichte treten solche Zerschneidungen vor allem im Frankenwald, im nördlichen Teil des Obermainischen Hügellandes und der Nördlichen Frankenalb, vor allem im südlichen Teil, auf.

Darüber hinaus werden noch einige Gebiete durch Straßen zerschnitten, deren im aktuellen Lebensraumqualität zwar gering ist, die aber aufgrund der Verbundlage und/oder der Standortvoraussetzungen günstige Entwicklungsmöglichkeiten für seltene und gefährdete Lebensräume aufweisen, z.B. entlang der A 70 im Albvorland und in weiten Teilen der Hochfläche der Nördlichen Frankenalb.

Mit folgenden planfestgestellten und/oder im Bau befindlichen Verkehrsanlagen sind ebenfalls Beeinträchtigungsrisiken aufgrund ihrer Barrierewirkung verbunden:

  • Der planfestgestellte Abschnitt der A 73 Lichtenfels – Ebersdorf b. Coburg durchschneidet das große Waldgebiet „Buch a. Forst“ mit mittlerer und hoher Bedeutung und wertvolle Gebiete im Maintal mit hohem Entwicklungspotenzial; außerdem verläuft sie im Umfeld zweier Wiesenbrütergebiete südlich von Buch a. Forst. Der weitere Abschnitt zwischen Ebersdorf b. Coburg und Coburg durchschneidet Wälder und strukturreiche Gebiete mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und bei Oeslau ein Wiesenbrütergebiet.
  • Die B 289 (neu) Gnellenroth – Großheirath betrifft bei Großheirath über ein kurzes Stück wertvolle Gebiete im Itztal, schneidet ein Waldgebiet mit mittlerer Lebensraumqualität randlich an und durchschneidet ein Wiesenbrütergebiet bei Birkach a. Forst.
  • Die Umgehung Wallenfels der B 173 durchschneidet überwiegend Wald mit mittlerer und hoher Lebensraumqualität und quert das Tal der Wilden Rodach mit hier hoher Lebensraumqualität.
  • Die B 173 Lichtenfels – Zettlitz tangiert und zerschneidet am Rande des Maintals teils aktuell hochwertige Gebiete und liegt im Umfeld von zwei Wiesenbrütergebieten.
  • : Der östliche Teil der Umgehung Sonnefeld der B 303 verläuft in einem Gebiet mit günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die Schnellbahntrasse (ICE-Verbindung Nürnberg – (Bamberg) – Erfurt) durchschneidet nördlich von Grub a. Forst, westlich von Bad Staffelstein, zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf, Neuses a.d. Regnitz und Altendorf sowie nördlich von Forchheim einige Gebiete mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität; im Norden von Coburg werden drei Wiesenbrütergebiete durchschnitten (in einem Fall nur randlich); zu Zerschneidungen von Gebieten mit mittlerer Lebensraumqualität kommt es von Oberwohlsbach bis zur nördlichen Regions, bei Oeslau, südlich von Esbach, Grub a. Forst, südöstlich von Herreth, von Ebensfeld bis Breitengüßbach und Bamberg. Im gesamten Verlauf durch das Maintal werden ferner Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial zerschnitten.

Durch geplante Verkehrsanlagen sind Beeinträchtigungsrisiken aufgrund von Zerschneidungseffekten insbesondere in folgenden Bereichen der Region zu erwarten:

  • Die geplante Nordumfahrung Oeslau – Mönchröden der St 2202 durchschneidet westlich von Oeslau ein Wiesenbrütergebiet, den Mönchrödener Forst mit mittlerer Bedeutung und quert das Itztal mit hier immerhin günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die geplante Kreisstraße zwischen Michelau i. OFr. und Weidhausen b. Coburg durchschneidet aktuell hochwertige Gebiete im Maintal und ein Waldgebiet südlich von Weidhausen b. Coburg (Nonnenhöhe) und annde Bereiche mit günstigen Entwicklungsvoraussetzungen.
  • Die geplante Umgehung Pressig der B 85 durchschneidet über ein kurzes Stück ein Waldgebiet mit hoher Lebensraumqualität und quert zweimal das Haßlachtal mit hier mittlerer Lebensraumqualität und hochwertigem Entwicklungspotenzial.
  • Die geplante Verbindung der St 2244 zur Anschlussstelle Buttenheim der A 73 quert das Regnitztal (nur im Osten) und betrifft daher Gebiete in der landesweit bedeutsamen Biotopverbundachse des Regnitztals, randlich sogar mit anstehenden Sandböden („Sandachse“!) und daher Gebiete mit hohem und randlich sogar mit sehr hohem Entwicklungspotenzial (aktuell jedoch intensiv genutzt!).
  • Durch die geplante Bundesstraße, die bei Hausen durch das Regnitztal führt, werden Bereiche mittlerer Lebensraumqualität und hohem Entwicklungspotenzial (landesweit bedeutsame Biotopverbundachse) durchquert.

In einigen Gebieten der Region Oberfranken-West ist aufgrund des Zusammentreffens einer hohen Dichte von Verkehrs- und Leitungstrassen einerseits und einem hohen Anteil naturschutzfachlich bedeutender Gebiete andererseits von einem hohen Zerschneidungsgrad auszugehen. In besonders hohem Maße werden aktuell hochwertige Bereiche oder Gebiete mit hohem Entwicklungspotenzial im Main- und Regnitztal sowie in den unmittelbar annden Gebieten durchschnitten. Auch durch andere größere Täler, z.B. durch das Itztal oder Tal der Rauhen Ebrach, führen vielerorts derartige Barrieren.

Ein für die Region überdurchschnittlicher Zerschneidungsgrad ist für das Umfeld von Bamberg sowie im gesamten Gebiet des Frankenwalds und in der Nördlichen Frankenalb, v.a. abseits der Traufgebiete, festzustellen.

Wasserwirtschaft

Ausbau von Fließgewässern, Hochwasserfreilegung

Geplante Ausbaumaßnahmen (Vertiefungen, Abflachung von Kurvenradien) im Zuge des Ausbaus der Bundeswasserstraße Main werden zu Beeinträchtigungen ökologische Funktionsfähigkeit und damit von Pflanzen, Tieren und deren Lebensräumen beitragen (z.B. Verlust von Altarmen und Buhnenfeldern).

Bei Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern, die für den Arten- und Biotopschutz grundsätzlich zu begrüßen sind, kann es insbesondere bei den Floßbächen im Frankenwald zu Zielkonflikten mit der Erhaltung historischer Kulturlandschaftselemente (Schutzgut Historische Kulturlandschaft) kommen.

Hochwasserfreilegungsmaßnahmen an Gewässern werden derzeit für eine Reihe von flussnahen Orten und Ortsteilen an Main, Regnitz, Rodach z. Main, Steinach, Reiche Ebrach, Leinleiter, Lauter z. Itz und am Güßbach durchgeführt. Künftig sind weitere Maßnahmen an Main, Regnitz, Itz, Steinach, Wiesent, Leitenbach, Lauterbach z. Main, Weismain, Sulzbach, Röden, Föritz, Haßlach, Langbach, Landwehrgraben und Rottenbach vorgesehen.

Im Zuge solcher Baumaßnahmen können sich ebenfalls Beeinträchtigungen von Pflanzen, Tieren und deren Lebensräume ergeben.

Biologische Durchgängigkeit von Fließgewässern

Darstellung in Karte 3.3: Beeinträchtigung der biologischen Durchgängigkeit in Fließgewässern

Durch bestehende Staustufen am Main (6 Staustufen) und an der Regnitz (4 Stau­stufen) sowie zahlreiche Mühlenwehre und Abstürze an vielen Fließgewässern der Region Oberfranken-West (davon ca. 200 ohne bzw. mit stark eingeschränkter Durchgängigkeit!) wird die biologische Durchgängigkeit dieser Gewässer erheblich reduziert. Begradigungen, Eintiefungen und Uferverbauungen beeinträchtigen die ökologische Funktionsfähigkeit von Gewässern wie dem Main, der Regnitz, der Haßlach, der Kronach, der Rodach z. Main, der Wilden Rodach oder abschnitts­weise der Itz, der Weismain oder der Aisch zusätzlich.

Die Gesamtsituation der einzelnen Gewässer in Bezug auf ihre biologische Durchgängigkeit stellt sich wie folgt dar:

Eine extreme Zerschneidung durch Querbauwerke liegt insbesondere an Main, Itz, Rodach z. Main, Kronach, Reiche Ebrach, Wiesent mit Schwedengraben, Trubach, Aurach, Steinach, Mittelebrach und Aufseß vor:

  • Der Main wird in der Region von insgesamt 9 Querbauwerken zerschnitten, wobei sich 7 davon zwischen Lichtenfels und Maineck befinden. 3 davon sind flussaufwärts als weitgehend durchgängig, die restlichen Bauwerke sind trotz einiger Fischpässe als überwiegend nicht durchgängig eingestuft.
  • Von den insgesamt 22 Querbauwerken der Itz ist nur das bei Schenkenau als durchgängig eingestuft. Die wenigen Fischpässe sind meist nicht funktionsfähig und die restlichen Bauwerke flussaufwärts als nicht durchgängig eingestuft, wobei 8 davon auch flussabwärts nicht durchgängig sind.
  • Der Aufstieg aus der Itz in die Rodach z. Itz wird zu Beginn durch 2 nicht durchgängige Bauwerke behindert, auf weiterer Strecke befinden sich 2 flussaufwärts nicht durchgängige und ein bedingt durchgängiges Bauwerk.
  • Die Rodach z. Main bei Kronach wird durch 30 Querbauwerke beeinträchtigt, wobei 18 flussaufwärts nicht durchgängig sind. Der Fischpass bei Marktzeuln kann kaum als funktionstüchtig eingestuft werden.
  • In der Reichen Ebrach befinden sich insgesamt 25 Bauwerke, davon sind 12 nicht durchgängig und nur 2 als durchgängig eingestuft.
  • Im Verlauf der Wiesent befinden sich zwischen Forchheim und Ebermannstadt fast ausschließlich nicht durchgängige Bauwerke, ebenso im Schwedengraben bei Forchheim. Auf ihrem restlichen Verlauf kann sie als mittelmäßig zerschnitten angesehen werden, da auch vor allem zwischen Ebermannstadt und Gößweinstein die unüberwindbaren Bauwerke nicht mehr überwiegen.
  • Im Trubach überwiegen mit 11 von 19 Querbauwerken die nicht durchgängigen.
  • Die Aurach weist mit 14 nicht durchgängigen Wehren von 23 auch eine extreme Zerschneidung auf, vor allen bei Höfen und Walsdorf. Lediglich ein Bauwerk wird als insgesamt durchgängig ausgewiesen.
  • Bei der Steinach ist zu Beginn flussaufwärts bei der Schnaidmühle in Markt­graitz trotz eines Fischpasses der Aufstieg aus der Rodach kaum möglich. Auf weiterer Strecke sind von den insgesamt 11 Bauwerken 3 als durchgängig einzustufen, die Restlichen flussaufwärts überwiegend als nicht durchgängig.
  • Die Mittelebrach weist bei Burgebrach und Burgwindheim insgesamt 4 un­durchlässige Bauwerke auf.
  • Im Lauf der Aufseß überwiegen die nicht und bedingt durchgängigen Querbau­werke.

Eine mittelmäßige Zerschneidung durch Querbauwerke liegt vor allem an Haßlach, Regnitz und Aisch vor:

  • An der Haßlach stellen 10 der 15 Bauwerke flussaufwärts unüberwindbare Barrieren auch ohne Fischpässe dar, lediglich ein Bauwerk ist als durchgängig eingestuft. Fast alle Bauwerke sind jedoch flussabwärts durchgängig.
  • Auch an der Regnitz sind 6 der 17 Bauwerke nicht durchgängig (davon 4 flussab- und –aufwärts);die Restlichen sind als weitgehend bis bedingt durchgängig eingestuft.
  • Im Verlauf der Aisch befinden sich von 10 Bauwerken 6 undurchlässige, die Restlichen sind als weitgehend durchgängig eingestuft.

Eine leichte Zerschneidung durch Querbauwerke liegt vor allem bei der Kronach, der Rauhen Ebrach sowie bei Leinleiter, Ailsbach und Püttlach vor:

  • An der Kronach sind 8 der 15 Bauwerke als bedingt durchgängig zu sehen, die restlichen 7 als nicht durchgängig. Alle Bauwerke sind jedoch flussabwärts durchgängig.
  • Auch an der Rauhen Ebrach sind 10 nicht durchgängige Bauwerke von 18 vorzufinden, wobei hier die restlichen als überwiegend durchgängig einzustufen sind.
  • Am Leinleiter befinden sich insgesamt überwiegend durchgängige Bauwerke.
  • An Ailsbach und Püttlach überwiegen (innerhalb der Region) die bedingt und weitgehend durchgängigen Bauwerke.

Ver- und Entsorgung

Freileitungen

Darstellung in Karte 3.3: Mögliche Beeinträchtigungen durch bestehende und geplante Infrastruktureinrichtungen mit Barrierewirkung

Vor allem in Gebieten, die für seltene und gefährdete Vogelarten sowie für den Vogelzug von Bedeutung sind, können Freileitungen zu erheblichen Beeinträchtigungen führen; dies trifft in der Region vor allem für Leitungstrassen zu, die das Main- und Regnitztal queren.

Mit Beeinträchtigungsrisiken durch querende oder im Umfeld (hier: 2 km) verlaufende Freileitungen ist vor allem auch bei folgenden Wiesenbrütergebieten zu rechnen:

  • im Steinachtal nördlich von Mitwitz und nördlich von Redwitz a.d. Rodach sowie westlich von Marktgraitz
  • südlich und östlich von Neustadt b. Coburg
  • 2 Gebiete im Umfeld von Oeslau
  • nördlich von Coburg (Randbereich der Glender Wiesen)
  • bei Witzmannsberg südwestlich von Coburg
  • im Itztal nördlich von Gleusdorf
  • an mehreren Stellen im Maintal, v.a. im Obermaintal, sowie einige Gebiete im Regnitz- und unteren Wiesenttal

Durch die geplante Trasse im Itztal südlich von Coburg und der bereits planfestgestellten Trasse nördlich von Mitwitz können neue Beeinträchtigungsrisiken für wiesen­brütende Vogelarten entstehen.

In folgenden Tälern der Region, die in der Regel für viele Arten als Wanderkorridore fungieren (z.B. Austausch zwischen verschiedenen Vogel-Lebensräumen), liegt ein Beeinträchtigungsrisiko durch querende Hochspannungsleitungen vor:

  • mehrere Täler im Frankenwald, z.B. Kremnitz-, Landeleitenbach- und Tettautal
  • Haßlach-, Kronach-, Rodach- und Steinachtal (meist mehrere Querungen)
  • Rodach- und Alstertal bei Seßlach
  • Sulzbach-, Lauterbach- und Itztal nördlich von Coburg
  • Itztal bei Gleusdorf
  • Leitenbachtal nordöstlich von Bamberg (mehrere Querungen)
  • Wiesenttal zwischen Forchheim und Ebermannstadt (2 Querungen)
  • Täler von Aurach, Rauher Ebrach, Mittlerer Ebrach, Reicher Ebrach und Aisch mit je 1- 2 Querungen
  • durch das Main- und Regnitztal verlaufen mehrere Leitungen, ebenso wird es von mehreren gequert
  • Rödental östlich von Mönchröden
  • Röderbachtal östlich von Ebersdorf b. Coburg

Durch geplante bzw. planfestgestellte Freileitungen ist mit zusätzlichen Beein­trächtigungsrisiken im Bereich des Steinachtals nördlich von Mitwitz und im Itztal südlich von Coburg zu rechnen.

In einigen Gebieten, in denen bezüglich der Biotopverbundsituation bereits gute Ausgangsbedingungen vorliegen (Gebiete mit aktuell hoher oder sehr hoher Lebensraumqualität), können bestehende, planfestgestellte oder geplante Freileitungen zu nachteiligen Zerschneidungseffekten führen:

  • im Frankenwald bei Kehlbach, Steinbach am Wald, um Pressig und Posseck, nordöstlich von Tschirn
  • im wertvollen Heckengebiet im Muschelkalkgebiet südlich von Unterrodach
  • im Umfeld des Steinachtals bei Mitwitz und des Waldgebiets nordöstlich von Leutendorf bis Redwitz a.d. Rodach
  • über kurze Strecken nordwestlich von Coburg, bei Sesslach, Krumbach, Rothenberg und Gleusdorf
  • westlich von Hirschaid, bei Hallerndorf sowie westlich und nordwestlich von Forchheim
  • durch eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Leitungstrasse in der Nördlichen Frankenalb in zahlreichen hochwertigen Gebieten, insbesondere im Bereich des Albtraufs; einige weitere in West-Ost-Richtung verlaufende Trassen durch­schneiden hier ebenfalls wertvolle Gebiete
  • einige Gebiete im Obermaintal östlich von Burgkunstadt-Altenkunstadt, im Bereich Michelau i. OFr. sowie zwischen Lichtenfels und Bad Staffelstein, bei Bamberg sowie einige Gebiete im Regnitztal und im Tal der Reichen Ebrach.

In zahlreichen weiteren Fällen führen Freileitungen durch Gebiete, in denen oftmals bereits Ansätze eines Biotopverbundes mit den entsprechenden Wanderbeziehungen und Austauschprozessen von Arten vorliegen (Gebiete mit aktuell „mittlerer“ Lebensraumqualität), so dass es auch hier zu nachteiligen Barrierewirkungen kommen kann, z.B.:

  • in weiten Teilen des Frankenwalds, hier werden überwiegend großflächige Waldgebiete durchschnitten
  • im Obermainischen Hügelland, insbesondere südöstlich von Kronach, zwischen Kronach und Mitwitz sowie nördlich von Lichtenfels
  • in der Nördlichen Frankenalb über eine kurze Strecke nahe des Albtraufs bei Scheßlitz sowie auf der Albhochfläche im Raum Herzogenreuth-Tiefenpölz; über längere Strecken in Waldgebieten östlich von Buttenheim und Forchheim sowie in mehreren Gebieten im Raum Egloffstein
  • im Albvorland über einige kurze Strecken im Raum Zapfendorf-Memmelsdorf-Litzendorf (überwiegend Durchschneidung von Wäldern)
  • im Itz-Baunach-Hügelland über einige kurze Strecken bei Coburg sowie im Bereich einiger Waldgebiete im Raum Ebersdorf b. Coburg und Michelau i. OFr., außerdem durch ein Waldgebiet östlich von Gleusdorf
  • bei Staffelbach über ca. 1,5 km am Fuße des Haßbergetraufs
  • in einigen Gebieten (meist Wälder und Täler) im Steigerwald und Mittelfränkischen Becken durch eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Leitungstrasse.

Gebiete, in denen aufgrund der unzureichenden Biotopausstattung nicht von Ansätzen eines Biotopverbunds ausgegangen werden kann, in denen aber immerhin günstigere Voraussetzungen für die Entwicklung seltener und gefährdeter Lebensräume bestehen, werden in einigen Landschaftsräumen ebenfalls von Leitungstrassen durchschnitten, wodurch zumindest im Falle einer weiteren Entwicklung in Richtung Biotopverbund von Beeinträchtigungsrisiken auszugehen ist. Schwerpunktmäßig liegen solche Gebiete vor allem im Frankenwald auf der Hochfläche, am Fuße des Frankenwaldanstiegs und in höherem Ausmaß auf der Hochfläche der Nördlichen Frankenalb sowie an einigen Stellen im Albvorland.

Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch die Tatsache, dass sich auf den Leitungstrassen, insbesondere innerhalb von Waldgebieten, naturnahe Lebensräume entwickeln können, denen vielfach eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung zugesprochen werden kann.

Windenergieanlagen

Windenergieanlagen können im Umfeld von Wiesenbrütergebieten oder Vogelrast- und –durchzugsgebieten zu Beeinträchtigungen führen. In der Region liegen in folgenden Bereichen Beeinträchtigungsrisiken aufgrund von Entfernungen unter 2 km vor:

  • im Bereich der Wiesenbrütergebiete im Raum Ahlstadt und Ottowind sowie an der Landes östlich von Tremersdorf durch bestehende Anlagen und Vorbehaltsgebiete für Windenergie in den Langen Bergen
  • in Bereich des Wiesenbrütergebiets bei Witzmannsberg durch die geplanten Anlagen östlich von Seßlach
  • im Maintal nahe der westlichen Regions (hier mit mehreren Baggerseen) durch die geplante Anlage im nördlichen Steigerwald bei Trunstadt
  • mit Einschränkungen im Maintal im Raum Breitengüßbach (mit in diesem Bereich sehr hoher Dichte an Baggerseen) durch die bestehenden Anlagen und das Vorbehaltsgebiet für Windenergie nordöstlich von Breitengüßbach; das Gebiet ist zwar nur ca. 1,5 km entfernt, liegt aber deutlich erhöht außerhalb des Talraums und ist durch ein Waldgebiet abgeschirmt

Im Rahmen der Regionalplanänderungen wird allerdings bereits die Rücknahme einiger Gebietsausweisungen diskutiert.

Rohstoffabbau

geplante Flächenverluste

Darstellung in Karte 3.3: Mögliche Beeinträchtigung der aktuellen Lebensraumqualität und des Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume durch geplante Flächenverluste (Abbau)

Dargestellt werden die Vorrang- und Vorbehaltsflächen für Rohstoffabbau und darüber hinausgehende Abbauplanungen (vgl. Karte 2.2b) sofern sie in folgenden Gebieten liegen:

  • Gebiete deren aktuelle Lebensraumqualität als „überwiegend mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ eingestuft ist (vgl. Karte 1.4)
  • Gebiete deren Entwicklungspotenzial für seltene und gefährdete Lebensräume in die Kategorien „bayernweit potenziell verbreitet, aber nicht häufig“ bis „bayernweit potenziell äußerst selten oder einzigartig“ fällt (vgl. Karte 1.4)

Die Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebiete für den Rohstoffabbau und darüber hinausgehende Abbauplanungen, in denen eine Abbautätigkeit zu Beeinträchtigungen der aktuellen Lebensraumqualität oder des Entwicklungspotenzials für seltene und gefährdete Lebensräume führen kann, liegen in folgenden Räumen:

  • im Frankenwald im Raum Teuschnitz innerhalb von Waldgebieten
  • im Obermainischen Hügelland, hier einige kleinere Gebiete im Raum Kronach innerhalb von Waldgebieten
  • im Itz-Braunach-Hügelland bei Großheirath und mit randlichen Beeinträchtigungsrisiken entlang des Ziegelsdorfer Bachtals und des Itztals sowie in Waldgebieten südlich von Oeslau, nördlich von Sonnefeld, westlich von Gemünda/Dietersdorf und östlich Heilgersdorf
  • im Bereich wertvoller Landschaftsräume in der Nördlichen Frankenalb mit Schwerpunkten im Lautergrundgebiet, östlich Drügendorf, bei Gräfenberg sowie bei Langensendelbach und Dörmitz am Rande des Schwabachtals
  • im Mittelfränkischen Becken in aktuell wertvollen Sandgebieten nördlich des Aischtals an der westlichen Regions
  • im Maintal bei Bamberg, zwischen Baunach und Bad Staffelstein, bei Hochstadt a. Main und oberhalb von Burgkunstadt
  • im Regnitztal zwischen Hirschaid und Forchheim

Im restlichen Regionsgebiet sind Vorrang- und Vorbehaltsgebiete kleinflächig in geringer Dichte verbreitet.

Durch drei geplante Abbaugebiete am Rande des Tals der Rauhen Ebrach im Raum Frensdorf bestehen Beeinträchtigungsrisiken durch randliche Beeinflussung aktuell höherwertiger Gebiete bzw. Lage in einem Gebiet mit sehr hohem Entwicklungspotenzial.

Neben den Beeinträchtigungsrisiken durch geplante Abbaugebiete können durch den Rohstoffabbau aber vielfach auch Sekundärbiotope entstehen, die für den Naturschutz eine hohe Bedeutung haben. Die im verbindlichen Regionalplan dargestellten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete sind mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege abgestimmt.

Erholung / Fremdenverkehr

Mechanische Belastung, Verlärmung, Eutrophierung von Badegewässern, Störwirkung über Spaziergänger/hohe Besucherfrequenzen

Darstellung in Karte 3.3: Mögliche Beeinträchtigung durch intensive Freizeitnutzung

Zeitweise hohe Beeinträchtigungen für Arten- und Lebensgemeinschaften durch intensive Badenutzung und Wassersport sind in folgenden Fällen aufgrund ihrer Lage in bedeutsamen Gebieten nicht auszuschließen (in einigen Fällen sind jedoch vor Ort bereits Vorkehrungen zur räumlichen Trennung von Wassersport und Naturschutz getroffen):

am Ölschnitzsee im Frankenwald

am Froschgrundsee im Südlichen Vorland des Thüringer Walds

in der Nördlichen Frankenalb im Wiesenttal bei Behringersmühle und am Städt. Erlebnisbad Ebermannstadt

an den Baggerseen westlich von Kleinsendelbach im Vorland der Nördlichen Frankenalb

  • in hoher Dichte im Main-/Regnitztalgebiet: z.B. im Bereich des städt. Flussbads Lichtenfels, am Ebensfelder See, am Baggersee Ebing, am Baggersee nordwestlich von Breitengüßbach, am Baggersee östlich von Baunach und am Brückenhaussee südlich von Baunach sowie am Neuweiher westlich Langensendelbach

Im Rahmen der Planungsüberlegungen zum „Flussparadies Franken“ ist unter anderem an einigen Baggerseen und Flussabschnitten im Main- und Regnitztal eine Intensivierung der Erholungsnutzung durch Ausbau von Badeanlagen und anderer Erholungseinrichtungen (z.B. Ausbau des Freizeitsees Hirschaid zum attraktiven Badeparadies) vorgesehen, womit Beeinträchtigungen der wildlebenden Tier- und Pflanzenwelt oder zumindest Zielkonflikte mit dem Naturschutz verbunden sein können. Andererseits verfolgt das Konzept „Flussparadies Franken“ das Ziel einer nachhaltigen Tourismus- und Erholungsnutzung an Main und Regnitz. Es bietet somit die Chance, die Erholungseinrichtungen und –aktivitäten gezielt zu steuern und eine Minimierung der Beeinträchtigungsrisiken herbeizuführen.

Ein großes Störpotenzial vor allem für die Tierwelt ist außerdem mit dem Paddeln auf der Wiesent verbunden. An manchen Tagen ist die Frequentierung derart hoch, dass mit Beeinträchtigungen, z.B. der wassergebundenen Vogelarten und der Fischfauna, zu rechnen ist (als Punktsymbole sind in der Karte die Bootsverleihe in der Region dargestellt).

Im Bereich Walberla mit Ehrenbürg führt die übermäßige Freizeitnutzung teilweise zu erheblichen Störungen von Fauna und Flora, so dass hier eine restriktive Steuerung notwendig ist.

An den Kletterfelsen der Nördlichen Frankenalb ist insbesondere bei hoher Frequentierung mit hohen Beeinträchtigungsrisiken der wildlebenden Pflanzen- und Tierwelt zu rechnen. Durch das neu entwickelte Kletterkonzept wird mittlerweile eine naturverträgliche Reglementierung zur Minderung der Störungen angestrebt.

Wintersportanlagen wie Schilifte, Schipisten und Rodelbahnen sind einerseits mit baulichen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden, können aber insbesondere in empfindlichen Gebieten auch betriebsbedingt hohe Beeinträchtigungsrisiken mit sich bringen; folgende Wintersporteinrichtungen in der Region sind hier zu nennen:

  • im Frankenwald: Rennrodelbahn bei Lauenstein, Schischanze und -lifte am Wildberg bei Tettau
  • in den Langen Bergen im Grabfeldgau: bei Neukirchen am Rande eines Gebietes mit mittlerer Lebensraumqualität
  • in der Nördlichen Frankenalb: Schilift am Kordigast am Rande eines Gebiets mit hoher bzw. sehr hoher Lebensraumqualität

Bei folgenden Erholungs- und Freizeiteinrichtungen ist aufgrund der aktuell hohen Lebensraumqualität oder des besonderen Entwicklungspotenzials des betroffenen Gebietes von einem erhöhten Störpotenzial auszugehen:

  • im Frankenwald: Camping-/Zeltplatz nördlich von Rothenkirchen, Camping-/Zeltplatz an der Effeltermühle nordwestlich von Effelter, Camping-/Zeltplatz am Ostrand von Wallenfels

im Obermainischen Hügelland: Segelfluggelände und Sonderlandeplatz Kronach, Golfplatz westlich von Küps

im Grabfeldgau: Waldbühne Heldritt im Waldgebiet nördlich von Heldritt

in der Nördlichen Frankenalb: Camping-/Zeltplatz nördlich von Rothmannsthal, Camping-/Zeltplatz südöstlich Heiligenstadt i.OFr., Segelfluggelände und Sonderlandeplatz Friesener Warte, Verkehrslandeplatz "Burg Feuerstein", Camping-/Zeltplatz im Wiesenttal östlich von Ebermannstadt, Camping-/Zeltplatz nördlich des Wiesenttals bei Sachsenmühle, Tiergehege Hundshaupten

  • im Albvorland: Segelfluggelände und Sonderlandeplatz Dobenreuth
  • im Itz-Baunach-Hügelland: Camping-/Zeltplatz im Waldgebiet südlich von Bad Rodach, Wildpark Schloss Tambach, Segelfluggelände und Sonderlandeplatz Ebern/Sendelbach
  • im Steigerwald: Golfplatz bei Reichmannsdorf
  • im Main-/Regnitztalgebiet: Camping-/Zeltplatz nordöstlich von Lichtenfels, Segelfluggelände und Sonderlandeplatz Kösten bei Lichtenfels, Camping-/Zeltplatz bei Bad Staffelstein, Camping-/Zeltplatz bei Unterbrunn, Camping-/Zeltplatz bei Ebing, Camping-/Zeltplatz nordwestlich von Breitengüßbach, Verkehrslandeplatz Bamberg "Breitenau", Golfplatz am östlichen Stadtrand von Bamberg, Camping-/Zeltplatz zwischen Viereth und Bischberg, Camping-/Zeltplatz südlich von Bamberg, Camping-/Zeltplatz nördlich von Forchheim

 


 

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