Konflikte Luft / Klima (Karte 3.1)

Tab. 4.4:       Mögliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Luft / Klima

Nutzung/
Belastungsfaktor

Kurzbeschreibung des Auftretens in der Region

Landwirtschaft

Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln

Staubentwicklung (bei geringer Bodenbedeckung)

Entsprechende Beeinträchtigungen durch großflächigen Anbau landwirtschaftlicher Kulturen, die eine geringe Bodenbedeckungsphase oder einen intensiven Mitteleinsatz erfordern, treten nach dem vorliegenden Kenntnisstand in der Region 4 nicht auf.

Siedlung/Gewerbe

Flächenversiegelung/ stoffliche Belastungen

Darstellung in Karte 3.1: Risiko klimatisch-lufthygienischer Belastungen in Siedlungsbereichen

Entsprechende klimatisch und lufthygienisch belastete Räume sind anhand der Größe der bebauten Fläche dargestellt. Erwartungsgemäß zeigen die Oberzentren Bamberg (mit Hallstadt) und Coburg das höchste Belastungsrisiko. Das Mittelzentrum Forchheim erreicht zwar diese Flächengröße nicht, ist aber aus dem annden Verdichtungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen entsprechend hohen Belastungen ausgesetzt, wie Untersuchungen des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz belegen.

Alle anderen Mittelzentren weisen eine geringere Belastung, aber dennoch ein deutlich erhöhtes klimatisch-lufthygienisches Belastungsrisiko auf. Dies gilt auch für weitere Kleinstädte und Märkte, die vorwiegend im Main- und Regnitztal liegen (Hirschaid, Bad Staffelstein, Michelau i. OFr., Burgkunstadt, Altenkunstadt).

Da das gesamte Main- und Regnitztal, aber auch die Tallagen, in denen die meisten anderen genannten Städte liegen, als stark inversionsge­fährdet gelten (vgl. auch Karte 1.3), werden insbesondere dort potenzielle Beeinträchtigungen der Luftqualität angenommen, die durch weitere Emittenten (Verkehr und Industrie) zusätzlich verstärkt werden.

Baukörper

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch bestehende Siedlungen und Straßen als Barrieren in Kaltlufttransportwegen

Die Verminderung oder Unterbrechung von Kaltluftströmen infolge in Talbereichen gele­gener Siedlungen kann in nahezu allen Tälern der Region auftreten, in denen potenzielle Kaltluftströme vorkommen. Dies gilt insbesondere für

  • Hof: Verminderung der Kaltluftströme durch die südlich vorgelagerten Siedlungsbereiche Konradsreuth, Tauperlitz, Neutauperlitz, Kautendorf und Oberkotzau, sowie durch die Bundesstraße B 2 und B 15
  • Marktleuthen und Arzberg: mehrfache Unterbrechungen durch die Autobahn A 93,
    die B 303 und durch Eisenbahntrassen
  • Bayreuth: Beeinträchtigung durch A 9, B 2 und B 22 sowie im Osten durch Eisenbahntrassen

Das genaue Ausmaß der Beeinträchtigung, d. h. der Verminderung der Kaltluftströme ist auf der Ebene der örtlichen Planung abzuschätzen.

Freisetzung von Schadstoffen

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch Freisetzung von Schadstoffen durch punktuelle Emittenten

Größere Industrieanlagen der Region 4, die als bedeutsame Emittenten (nach BImSchV) eingestuft sind, liegen vorwiegend in stark inversionsgefährdeten Gebieten: die Müllverbrennungsanlagen in Coburg und Bamberg sowie ein Industriebetrieb in Neuses a.d. Regnitz. V.a. bei austauscharmen Wetterlagen können sich angehobene Schadstoffkonzentrationen ergeben. Die ebenfalls als bedeutsame Emittenten geltenden Industriebetriebe in Tettau und Steinbach a. Wald liegen geländeklimatisch günstiger, wenngleich auch hier zumindest zeitweilig erhöhte Schadstoffkonzentrationen möglich sind.

Verkehr

Trassenkörper

Darstellung in Karte 3.1: Beeinträchtigung von Luft und Klima durch bestehende Siedlungen und Straßen als Barrieren in Kaltlufttransportwegen

Mit Unterbrechung und/oder Anstau von Kaltluftströmen aufgrund von querenden Straßenführungen in Dammlagen ist bei der Ortsumfahrung Wallenfels und im Kellbachtal bei Ebensfeld (jeweils durch die B 173) zu rechnen.Durch geplante Strassen oder Autobahnen sind derzeit keine weiteren Beeinträchtigungen von Kaltluftströmen erkennbar.

Schadstoffausstoß

Das dichte Straßennetz im Raum Bamberg und Coburg sowie im Main- und Regnitztal mit hohem Verkehrsaufkommen (vgl. Karte 2.2b) verstärkt die in den beiden Oberzentren und Talräumen bestehende lufthygienische Belastung.

Weitere deutliche Beeinträchtigungen bestehen in folgenden stark inversionsgefährdeten Gebieten:

  • A 3 im Raum Schlüsselfeld
  • A 70 zwischen Bamberg und Scheßlitz
  • A 73 nördlich von Coburg sowie zwischen Bamberg und südlicher Regions im Regnitztal
  • B 2 zwischen südlicher Regions und Gräfenberg
  • B 4 im nahezu gesamten Lautertal, im Itztal südlich von Coburg sowie im Maintal bis Bamberg
  • B 85 zwischen Kronach und Förtschendorf
  • B 173 zwischen Maintal und Wallenfels sowie zwischen Bamberg und Breitengüßbach
  • B 279 im Baunachtal
  • B 303 zwischen Itztal und Sonnefeld
  • B 470 im Wiesenttal zwischen Forchheim und Streitberg
  • St 2200 zwischen Kronach und Dörfles
  • St 2202 zwischen Coburg und Landes bei Neustadt b. Coburg
  • St 2240 zwischen südlicher Regions und Neunkirchen a. Brand
  • St 2276 zwischen Walsdorf und Bamberg
  • FO 27 im Wiesenttal zwischen Kersbach und Pretzfeld.

Künftige Beeinträchtigungen durch planfestgestellte bzw. geplante Straßen zeichnen sich in ersten Linie ab:

  • A 73 westlich von Ebersdorf b. Coburg und westlich von Lichtenfels
  • B 470 südlich von Forchheim

Ver-/Entsorgung

Deponiekörper, Kläranlagen

 

Die Lage der Deponien und Kläranlagen ist Karte 2.2b zu entnehmen.

Schadstoffausstoß

Anlagen der Ver- und Entsorgung sowie Industrieanlagen können der Karte 2.2b entnommen werden.

Regional bedeutsame Emittenten (Müllverbrennungsanlagen, Industriebetriebe) befinden sich in Tettau, Steinbach a. Wald, Coburg, Bamberg und Neuses a.d.Regnitz. V.a. die drei letztgenannten Anlagen können mit anderen hier vorhandenen Emissionsquellen (weitere Industrieanlagen sowie Straßen und Siedlungen) und in Verbindung mit der dort jeweils hohen Inversionsgefahr zur Beeinträchtigung der Luftqualität führen.


 

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