6.3.2 Raumbezogene Zielkategorien (siehe Karte 4.3)
Den beschriebenen Talräumen kommt aufgrund ihrer sehr hohen Ausgleichswirkung eine hervorragende Bedeutung für die lufthygienische Situation in annden Siedlungsgebieten zu. Die genannten Gebiete werden als "Gebiete mit hervorragender Bedeutung für die Sicherung des Kalt- und Frischlufttransportes" in Karte 4.3 dargestellt. In der Region Oberfranken-West gibt es keine Kaltluftleitbahnen, welche einem hoch belasteten Siedlungsraum zugeordnet sind und damit eine hervorragender Bedeutung aufweisen würden. Die Funktion einer Frischluftleitbahn mit hervorragender Bedeutung erfüllt nur das Maintal westlich von Bamberg. Dieser Talraum kann zu einem Abbau und Ausgleich von ungünstigen klimatischen und lufthygienischen Belastungen in der Stadt Bamberg beitragen. Dabei ist insbesondere eine möglichst durchströmungsgünstige Ausgestaltung der Übergangsbereiche zwischen den für den Frischluftzufluss relevanten Freiräumen und den Siedlungsbereichen von Vorteil, wie sie bspw. durch eine relativ offene Bebauung parallel zur Stömungsrichtung erreicht werden kann.
Zu dieser Zielkategorie gehören insbesondere:
Freiräume in den oben genannten Kalt- und Frischluftleitbahnen bilden wichtige Frischluftschneisen für die jeweiligen Städte. Sie sollen deshalb als weitgehend unbebaute Räume erhalten werden. Eine Ansiedlung von Nutzungen mit hohen Luftschadstoff-Emissionen soll nicht erfolgen. Die betroffenen Gebiete sind als "Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Sicherung des Kalt- und Frischlufttransportes" in Karte 4.3 dargestellt.
Für die Wärmeausgleichsfunktion förderlich sind Nutzungen, die die Kaltluftproduktion erhöhen und den Abfluss der Kaltluft ermöglichen. Am leistungsfähigsten sind diesbezüglich landwirtschaftliche Nutzflächen, auf denen hohe Temperaturdifferenzen erzeugt werden, welche die Luftzirkulation in Gang setzen und einen guten Luftmassentransport ermöglichen (MARKS et al. 1989). In der Region Oberfranken-West befinden sich regional bedeutsame Kaltluftleitbahnen nur nordöstlich von Kronach und folglich wurden entsprechende Kaltluftentstehungsgebiete nur in diesem Teil des Frankenwalds auf höheren Lagen mit landwirtschaftlicher Nutzung ausgewiesen. Werden solche Flächen überbaut oder aufgeforstet, so bedeutet dies eine Verkleinerung des klimatischen Wirkungsraumes. Sollten landwirtschaftliche Nutzflächen brachfallen, ist daher sicherzustellen, dass kaltluftproduzierende Flächen nicht wesentlich verkleinert oder zerstückelt werden und das Abfließen von Kaltluft nicht beeinträchtigt bzw. verhindert wird. Grundsätzlich sollen solche Nutzungsänderungen gefördert werden, welche die klimatische Ausgleichsfunktion verbessern und den klimatischen Ausgleichsraum vergrößern (vgl. BRBS 1978). Die betreffenden Gebiete werden als „Gebiete mit besonderer Bedeutung als Kaltluftentstehungsgebiet für regional bedeutsame Kaltlufttransportbahnen“ in Karte 4.3 dargestellt.
Diese Zielkategorie umfasst Waldbereiche mit besonderer Bedeutung für den regionalen Klimaschutz. Es handelt sich um Waldbereiche, die im Umfeld der größeren Siedlungsgebiete Forchheim, Bamberg, Lichtenfels und Coburg sowie entlang der intensiv genutzten Talräume des Mains und der Regnitz liegen. Die Klimaschutzwälder wurden dem Waldfunktionsplan entnommen und in einigen Bereichen ergänzt. Bei den dargestellten Wäldern handelt es sich meist um großflächige Waldgebiete. Als wichtige Frischluftentstehungsgebiete und teilweise wärmeklimatische Ausgleichsräume (siehe K 10) soll ihnen ein besonderer Schutz zukommen. Insbesondere sollen die dargestellten Wälder in ihrer Fläche nicht verkleinert, durch Straßen, Freileitungen oder Ver- und Entsorgungstrassen nicht weiter zerschnitten und hierdurch in ihrer klimatischen Ausgleichsfunktion nicht beeinträchtigt werden. Diese Wälder sind in Karte 4.3 als "Wälder mit besonderer Bedeutung für den regionalen Klimaschutz" dargestellt.
Regionaler Klimaschutzwald verbessert das Klima benachbarter Siedlungsbereiche und Freiflächen durch Luftaustausch. Im Sommer fördern große Waldflächen den nächtlichen horizontalen Luftaustausch: Während in den aufgeheizten Städten die mit Staub und Schadgasen angereicherte warme Luft noch aufsteigt, strömt von den umliegenden Wäldern kühle, mit Sauerstoff und Wasserdampf angereicherte, weitgehend staubfreie Luft in die Siedlungsräume. Dieser horizontale Luftaustausch ist umso wirksamer, je stärker sich Temperaturunterschiede in benachbarten Gebieten ausbilden können. Dies ist in besonderem Maße der Fall, wenn in Stadtnähe relativ große, zusammenhängende Waldgebiete erhalten sind. Daher sind in diesen Wäldern großflächige Kahlschläge zu unterlassen. Zu dieser Kategorie gehören stadtnahe Wälder der in Karte 4.3 dargestellten "Wälder mit besonderer Bedeutung für den regionalen Klimaschutz", z.B. die Wälder in der Umgebung von Coburg, Bamberg, und Forchheim.
Die angesprochenen Gebiete werden als "Siedlungsgebiete, in denen der Verbesserung der bioklimatischen Situation eine besondere Bedeutung zukommt" in Karte 4.3 dargestellt. Innerörtliche Grünflächen weisen günstige klimatische und lufthygienische Bedingungen auf und können Ausgleichsfunktionen für annde Siedlungsflächen übernehmen. Der Bestand an Grünflächen ist daher insbesondere in den in Karte 4.3 dargestellten Ortschaften mit hohen oder mittleren klimatisch-lufthygienischen Belastungen zu erhalten und soweit möglich zu erweitern. Zudem können folgende Maßnahmen zu einer Verbesserung des Lokalklimas und der Luftqualität beitragen:
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