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3.1 Natürliche Grundlagen
Die natürlichen Grundlagen der Untersuchungsregion Oberfranken-West
werden von sehr unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten bestimmt.
Daher sind hier die natürlichen Voraussetzungen außergewöhnlich vielfältig.
Die Unterschiedlichkeit der Verhältnisse wird dadurch gekennzeichnet,
dass innerhalb dieser Planungsregion fünf verschiedene „Gruppen
naturräumlicher Haupteinheiten“ zusammentreffen. Es sind dies:
- 07 Oberpfälzisch-Obermainisches
Hügelland
- 08 Fränkische
Alb
- 11 Fränkisches
Keuper-Lias-Land
- 13 Mainfränkische
Platten
- 39 Thüringisch-Fränkisches
Mittelgebirge
3.1.1
Naturräume und ihre natürlichen Grundlagen
Innerhalb der o.g. fünf „Gruppen naturräumlicher Haupteinheiten“
treten 11 naturräumliche Haupteinheiten (nach MEYNEN & SCHMITHÜSEN
1962) auf (siehe Abb. 3.1):
Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland (07)
Fränkische Alb (08)
Fränkisches Keuper-Lias-Land (11)
Mainfränkische Platten (13)
Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge (39)
Zusätzlich zur vorgegebenen Naturraum-Gliederung:
Die naturräumliche Haupteinheit Steigerwaldvorland
(137) reicht nur im Maintal äußerst kleinflächig von Westen her in
die Region. Sie wird daher bei den anschließenden Beschreibungen mit der
neu gebildeten Einheit „Main-Regnitz-Talgebiet“ erfasst.
Die Zusammenfassung der beiden großen Täler zu einem naturräumlichen
Bezugsraum erscheint aufgrund ihrer deutlichen naturräumlichen, funktionalen
und strukturellen Unterschiede zur umgebenden Landschaft sinnvoll und
die Abweichung von der o.g. Naturräumlichen Gliederung somit gerechtfertigt.
V.a. beim Zielkonzept des LEK erscheint diese Zusatz-Unterteilung hilfreich,
um Mehrfachnennungen des Main- und Regnitztals (aufgrund seiner Zugehörigkeit
zu mehreren Naturräumen) zu vermeiden.
In den LEK-Karten wird aber die Naturräumliche Gliederung
nach MEYNEN & SCHMITHÜSEN beibehalten, um die diesbezügliche Einheitlichkeit
der einzelnen LEK zu gewährleisten.
Die nachfolgende Beschreibung der einzelnen Naturräume
ist tabellarisch aufgebaut, um einen schnellen Überblick über die Verhältnisse
zu ermöglichen. Karten-Darstellungen zu einzelnen natürlichen Grundlagen
finden sich bei den textlichen Interpretationen der Schutzgutkarten.
Abbildung 3.1: Naturräumliche Gliederung (nach
MEYNEN & SCHMITHÜSEN 1962, verändert)
Nordwestlicher Frankenwald
(392)
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Abiotische
Grundlagen
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Geologie
Infolge tektonischer Hebungs- und nachfolgender
Abtragungsvorgänge liegen Gesteine des Erdaltertums (Paläozoikum)
an der Oberfläche. Die zwischen Grundgebirge und Obermain-Schollenland
bildet die Frankenwaldrandverwerfung, eine große Bruchlinie
(„Fränkische Linie“), die als markanter Gebirgsrand in Erscheinung
tritt.
Die ursprünglich horizontal geschichteten Gesteinslagen
wurden während der variskischen Gebirgsbildung (vor 350 – 300 Mio.
Jahren) zusammengeschoben, verfaltet und geschiefert. In dem zur
Region gehörenden Teil des Naturraums liegen heute überwiegend Grauwacken,
Tonschiefer und Konglomeratlagen aus dem Unterkarbon an der
Oberfläche.
Im äußersten Norden dominieren Tonschiefer, Flaserkalke
und Sandsteine des Ordovizium und Oberen Devon. Hier treten kleinflächig
auch vulkanische Gesteine (Diabas, Diabastuff) auf.
Nördlich von Kronach zwischen Stockheim und Rothenkirchen
bilden Sedimente des Rotliegenden die Oberfläche.
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Geomorphologie
Die Rumpffläche des Mittelgebirges wird durch engschluchtige
Kerb(sohlen)täler, die vorwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen,
in langgestreckte Hochflächenriedel gegliedert. An den Oberläufen
gehen die Täler in breite und flache Quellmulden über. Die Hochflächen
sind nur relativ schwach reliefiert. An der „Fränkischen
Linie“ fällt das Gebirge mit einer ca. 200 m (z.T. sogar fast 300
m) hohen Steilstufe unvermittelt zum benachbarten Obermainischen
Hügelland ab.
Höhenlagen zwischen 600 – 700 m ü. NN; Täler z.T.
mehr als 200 m tief eingeschnitten.
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Böden
Vorwiegend Lehme
von steinig-grusig bis schwach tonig mit meist lockerer Lagerung.
Bestimmende Bodentypen sind basenarme bis sehr basenarme
Braunerden.
In regenreicheren und
kühleren Hochlagen kommen Übergänge zu Podsolen vor. Auf den Kalksteinen
und Diabasen bzw. Diabastuffen im Norden des Gebietes sowie im Bereich
des Rotliegenden gibt es etwas nährstoffreichere Braunerden. An
den Steilhängen der Täler findet man skelettreiche Ranker und Rohböden.
Staunasse Böden (Pseudogleye)
sind v.a. im Bereich der Kammlagen, in Talanfangsmulden, im Bereich
des Rotliegenden und am Abfall des Frankenwaldes zum Obermainischen
Hügelland anzutreffen.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Im Norden des Naturraums verläuft die Main-Saale-Wasserscheide.
Die Loquitz entwässert bereits in das Elbe-Einzugsgebiet.
Die meist schnell fließenden Bachläufe bilden ein
relativ dichtes Gewässernetz. In den flachen Quellmulden
kommt es häufig zu Vermoorungen.
Die hydrogeologischen Verhältnisse sind wechselhaft
und kompliziert. Speichervermögen für Grundwasser ist in den Grauwacke-
und Konglomeratschichten nur in begrenztem Umfang gegeben. Die Tonschiefereinlagen
wirken als Grundwasserstauer, so dass insgesamt eine eher lokal
bedeutsame Kluft- und Karstgrundwasserführung besteht.
Dennoch kommt dem Frankenwald Bedeutung für die
Trinkwasserversorgung Nordbayerns zu. Hohe Niederschlagswerte und
hohe Waldflächenanteile bieten verbunden mit einem geringen Eintragsrisiko
für Schadstoffe günstige Voraussetzungen für den Bau von Trinkwassertalsperren.
In der Region liegt die Talsperre Mauthaus, die einen erheblichen
Anteil der oberfränkischen Gemeinden mit Trinkwasser versorgt.
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Luft/Klima
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Feucht-kühles bis feucht-kaltes Mittelgebirgsklima.
Ø Jahrestemperatur: Höhen ca. 5° C, Täler ca. 7°
C, z.T. > 7° C
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Ø Jahresniederschlag: von etwa 750 mm am Südwestrand
auf bis zu 1100 mm in den Kammlagen zunehmend
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Ø Vegetationsperiode: Täler und geschützte Lagen:
191 – ca. 200; höhere Lagen: 186 – 190 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Der Naturraum ist größtenteils durch ausgedehnte
artenarme Fichtenforste an den Hängen der Kerbtäler und in
aufgelassenen Wiesentälern geprägt (über 70% der Naturraumfläche).
Außerdem sind das dichte Gewässernetz mit tief eingeschnittenen
Tälern und die landwirtschaftlich genutzten Hochplateaulagen
charakteristisch. An einigen Stellen kommen noch Reste naturnaher
Waldgesellschaften wie montane Tannen-Buchenwälder, montane
Buchenwälder, Schluchtwälder und Bach-Eschenwälder vor. Typische
Lebensräume sind außerdem Wiesentäler, Bergwiesen, Magerrasen, Feuchtbrachen
und Quellmulden – einzigartig sind hier die zahlreichen Quellfluren.
Im Bereich der Quellen sind als besondere Arten z.B. der Feuersalamander,
die Zweigestreifte Quelljungfer und die Gestreifte Quelljungfer
hervorzuheben.
Eine Besonderheit stellen im Frankenwald die landesweit
bedeutsamen Bärwurzwiesen auf trockeneren und nährstoffärmeren
Standorten dar. Darüber hinaus gibt es wertvolle Feucht- und Nasswiesen
sowie Borstgrasrasen.
Auf staunassen Standorten, die schon länger brachliegen,
haben sich Kleinseggenrieder, Hochstaudenfluren (nährstoffreichere
Standorte) oder flachmoorähnliche Bestände (nährstoffärmere
Standorte) gebildet. Als faunistische Besonderheiten gelten hier
z.B. Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper, Geränderte Jagdspinne,
Sumpfschrecke, Warzenbeißer und Abbiss-Scheckenfalter. Durch die
Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung in den ungünstigen Lagen
entstehen in jüngerer Zeit viele Brachen. Ein Schwerpunkt
des Naturschutzes im Frankenwald liegt daher auf der Sicherung und
Erhaltung der offenen Wiesentäler und der ertragsschwächeren Bereiche
der Hochflächen.
Bei Rothenkirchen und Friedersdorf gibt es überregional
bedeutsame Heckengebiete mit Vorkommen von Neuntöter, Dorngrasmücke
und Wendehals.
An weiteren bemerkenswerten Tierarten sind im Nordwestlichen
Frankenwald insbesondere Schwarzstorch, Eisvogel und Kreuzotter
hervorzuheben.
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Potenzielle natürliche Vegetation
verbreitet
- Buchen-(Fichten)-Tannenwälder (Abieto-Fagetum), in den
Ausprägungen Abieto-Fagetum melicetosum und Abieto-Fagetum
dryopteridetosum
- Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum), Frankenrasse
- Zwiebelzahnwurz-Buchenwald (Dentario bulbiferae-Fagetum)
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete
kleinflächiger
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum), auf Kalkböden
- Schluchtwälder/Ahorn-Eschenwald (Aceri-Fraxinetum),
auf Sonderstandorten
entlang der Fließgewässer
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario-Alnetum, Arunco-Alnetum),
in weiteren Talauen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum), in schmalen
Kerbtälern
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Flächennutzungen
Die weitaus größten Flächenanteile sind bewaldet,
dabei überwiegen Nadelforste.
Siedlungen liegen meist in den flachen Ursprungsmulden
der Fließgewässer. Entsprechend befinden sich die zugehörigen Fluren
ebenfalls auf den Hochflächen. Klimatisch bedingt zeichnen sich
die landwirtschaftlichen Nutzflächen durch einen relativ hohen Grünlandanteil
aus. Die tief eingeschnittenen Talräume sind in der traditionellen
Form der Nutzung als Wiesentäler ausgeprägt.
Tettau ist bekannt für seine Glas- und Keramikindustrie.
In Stockheim wurde bis 1967 Kohle abgebaut. In jüngerer Zeit gewinnt
im Frankenwald der Fremdenverkehr, insbesondere der Wintersport,
an wirtschaftlicher Bedeutung.
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| Südliches Vorland
des Thüringer Waldes (390) |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Größtenteils Mittlerer Buntsandstein mit
schmalen Randzonen aus Oberem Buntsandstein. Durch den Naturraum
verläuft die „Kulmbach-Eisfelder Störungszone“ (vgl. Naturräume
Grabfeldgau (138) und Obermainisches Hügelland
(071)). Entlang dieser Verwerfungslinie sind einzelne Muschelkalkflächen
eingestreut.
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Geomorphologie
Der in der Region liegende Teil des Naturraums besteht
aus zwei Buntsandsteinschollen, die durch das Itztal voneinander
getrennt werden. Zahlreiche Bäche haben zu einer intensiven und
tiefen Zertalung (steilwandige Täler) der Buntsandsteinfläche
geführt. Nur östlich der Itz kommt es zur Ausprägung einer ausgedehnteren
Hochfläche.
Höchste Lagen bis über 500 m ü. NN; Niveau des Itztals
bei 354 – 320 m ü. NN.
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Böden
Sandsteinlagen des Buntsandsteins verwittern i.d.R.
zu schwach lehmigen bis lehmigen Sanden, aus denen sich meist nährstoffarme,
saure Braunerden, teils mit Übergängen zu Podsolen entwickeln. Infolge
der Erosionsanfälligkeit der Böden treten an steileren Lagen häufig
steinige Regosole auf.
Auf den Tonsteinen des Buntsandsteins entstehen
staunässegefährdete Braunerden oder Pseudogleye.
Wegen des Niederschlagsreichtums kommt es vereinzelt
und kleinflächig zu Hochmoorbildungen.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Die Entwässerung erfolgt über Itz und Lauterbach
in südlicher Richtung.
In der Buntsandsteinscholle sind umfangreichere
Grundwasservorkommen (Kluft-/Porengrundwasserleiter) zu erwarten.
Die Muschelkalk-Formationen fungieren außer bei Verkarstung
nur beschränkt bzw. bedingt als Grundwasserleiter.
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Luft/Klima
Im Obermaingebiet sind ozeanische Einflüsse erkennbar.
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Ø Jahrestemperatur: > 7° - 8° C
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Ø Jahresniederschlag: 800 – 900
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Ø Vegetationsperiode: 191 – 195 Tage (auf den Höhenlagen
im Nordwesten z.T. unter 190 Tage sinkend)
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Der Landschaftsraum ist charakterisiert durch einen
sehr hohen Waldanteil, wobei große zusammenhängende Waldgebiete,
die überwiegend aus Nadelholzbeständen bestehen, vorherrschen (Rottenbacher
Gemeindeforst, Taimbacher Forst, Mönchrödener Forst). Nur an wenigen
Stellen existieren noch bodensaure Hainsimsen-Buchenwälder, die
hier der Potenziellen Natürlichen Vegetation entsprechen. Einige
Laubmischwälder sind aufgrund bemerkenswerter Vogelarten bedeutsam
(z.B. Mittelspecht, Kleinspecht, Sperlingskauz). Feucht-, Bruch-
und Schluchtwälder sind meist nur noch als schmale Säume erhalten.
Im Brüxer und Mönchrödener Forst treten eine Vielzahl
von Quellstandorten auf. Als Besonderheiten im Naturraum sind
die Zwischenmoore, die meist im Verlandungsbereich oligotropher
Teiche und Tümpel im Buntsandstein vorkommen, sowie die bodensauren
Flachmoore bei den hochgelegenen Bergdörfern Brüx und Höhn hervorzuheben.
Das Hangflachmoor bei Weißenbrunn entspricht einem basenreichen
Quellmoor.
Die Itz ist als einziges größeres Fließgewässer
im Naturraum zwischen Schönstädtspeicher und der Stadt von
Coburg durchgehend unverbaut und mäandrierend. Mit ihrem feinsandig
bis grobsteinigen Bett weist sie gute Äschen-Bestände auf (außerdem
z.B. Bachneunauge, Koppe, Elritze). Auch die beiden Zuflüsse zum
Speichersee, Obere Itz und Effelder, weisen eine naturnahe Gewässerstruktur
auf. Die Wertigkeit der oberen Itz wird vor allem durch wertvolle
Gehölzsäume, Auwaldbereiche und Feuchtbrachen bestimmt. Im unteren
Effeldertal östlich des Speichersees liegt ein überregional bedeutsames
Feuchtgebiet (5 ha) mit bemerkenswerten Artvorkommen wie z.B.
Flussuferläufer, Eisvogel, Beutelmeise und Schwarzblauer Ameisenbläuling.
Der Schönstädtspeicher (= „Froschgrundsee“)
stört zwar das Fließgewässerkontinuum, im Zusammenhang mit den Oberläufen
von Itz und Effelder bildet er jedoch einen bedeutenden Gesamtlebensraum.
Der Speicher selbst gilt als Verbreitungsschwerpunkt von Karauschen
in Oberfranken.
Südlich des Speichers im Itzgrund treten kaum größere
Feuchtgebiete auf, dennoch sind in den wenigen Feuchtbiotopen bemerkenswerte
Arten nachgewiesen, z.B. kommen in der Feuchtfläche südlich Schönstädt
der Schwarzblaue und der Helle Ameisenbläuling sowie einige weitere
seltene Schmetterlingsarten vor.
Der östliche Teil des Naturraums wird von Unterem
Muschelkalk geprägt und weist auf den Plateaulagen bemerkenswerte
Ackerwildkrautgesellschaften und Magerwiesen (Reste früherer Schafhutungen)
auf; letztere sind allerdings oft aufgeforstet (Kiefernwälder).
Das Muschelkalkgebiet um Weißenbrunn ist mit Hecken und
Streuobstbestände reich strukturiert.
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Potenzielle natürliche Vegetation
auf sandigen Böden des Buntsandsteins
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete;
verbreitet auf den basenarmen Böden
- Kiefern-Eichenwälder (Pino-Quercetum), auf stark sandigen
Böden
auf den stellenweise vorkommenden basenreichen
Braunerden
- Orchideen-Buchenwald (Carici-Fagetum),
v.a. auf Muschelkalkstandorten
- Platterbsen-Buchenwald (Lathyro-Fagetum typicum/Hordelymo-Fagetum),
v.a. auf Muschelkalkstandorten
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), v.a.
auf lößbeeinflussten Standorten
auf vermoorten Standorten
- Birkenbruchwälder (Betuletum pubescentis)
- Fichtenbruchwälder (Calamagrostio villosae-Piceetum sphagnetosum
= Bazzanio-Piceetum)
entlang von Flüssen und Bächen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario nemorum-Alnetum, Arunco-Alnetum)
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Flächennutzungen
Überwiegende Teile des Naturraums (soweit er in
der Region liegt) sind bewaldet. Die landwirtschaftlich genutzten
Flächen werden meist als Grünland bewirtschaftet.
Schönstädtspeicher (= „Froschgrundsee“) nördlich
Schönstädt: Itz-Stausee als Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz
der Stadt Coburg
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| Grabfeldgau (138)
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Der Naturraum gliedert sich in der Region 4 in zwei
geologisch unterschiedliche Teilbereiche:
1. Rodacher Grabfeld: vorherrschend Keuper
Im Norden des Teilraums streicht der Untere Keuper
aus, während südwestlich vorgelagert die schweren Tone des Gipskeupers
(= unterer Teil des Mittleren Keupers) die Oberfläche bilden.
Kleinflächig jungtertiäre Basaltvorkommen
befinden sich v.a. im Raum Bad Rodach.
Um und östlich von Bad Rodach kommen auch Lößablagerungen
vor.
2. Lange Berge: Muschelkalk
Das Alter der an die Oberfläche tretenden Muschelkalkschichten
ist von Süden nach Norden zunehmend. Der Nordrand der Muschelkalkvorkommen
bildet die nördliche des Naturraums.
Lauterberg und Lauterburg (Erhebungen östlich des
unteren Lauterbachtals):
Muschelkalkausläufer der Bruchschollenzone („Kulmbach-Eisfelder
Störungszone“, vgl. auch Naturräume Obermainisches
Hügelland (071) und südliches Vorland des Thüringer
Waldes (390))
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Geomorphologie
Rodacher Grabfeld:
Niederung (ca. 300 – 380 m ü. NN) mit wenig
bewegtem Relief.
Lange Berge:
Hochplateau (Höhenlagen bei ca. 500 m ü.
NN), das nach Nordosten mit einer bewaldeten Steilstufe (= Naturraum)
zum Rottenbachtal und Oberen Lautertal abfällt. Das Plateau wird
durch zwei etwa in einer Linie verlaufende Talzüge (Weißbachs- und
Weidbachgrund) in Längsrichtung von West nach Ost geteilt.
Der Weißbachsgrund (in östlicher Richtung verlaufend)
ist ein tief eingeschnittenes Kerbtal.
Der Weidbachgrund (nach Westen verlaufend) hingegen
ein muldenförmiges (Trocken-)Tal.
Im Bereich der höchsten Muschelkalkzüge geben Dolinen
Hinweise auf Karstbildungen.
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Böden
Rodacher Grabfeld:
Mittel- bis flachgründige Pelosole, Pararendzinen,
Braunerden und Pseudogleye stellen überwiegend landwirtschaftlich
überdurchschnittlich produktive Standorte dar.
Lange Berge:
Die Bodenbildung auf den harten und verhältnismäßig
verwitterungsresistenten Muschelkalken ist z.T. durch Lößschleier
beeinflusst. Daher kommen neben typischen und ertragsschwachen (Kalkscherben-)Rendzinen
auch produktivere Parabraunerden und Rendzina-Braunerden vor; unter
Wald z.T. Vorkommen von Terra fusca-Rendzinen.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Rodacher Grabfeld:
Einzugsgebiet der Itz; Entwässerung im Westteil
über die Rodach, im Ostteil über das Sulzbachsystem.
Lange Berge:
Große Teile entwässern in südlicher Richtung über
den Lauterbach zur Itz; der Weidbachgrund (Nordwestteil der Langen
Berge) entwässert in nordwestlicher Richtung und gehört damit zum
Einzugsgebiet der Weser.
Muschelkalk-Formationen fungieren außer bei
Verkarstung nur beschränkt bzw. bedingt als Grundwasserleiter.
Der unregelmäßige Wechsel von Sandstein- und Tonsteinlagen
im Sandsteinkeuper sowie im Unteren Keuper ergibt die Ausprägung
als bedingter Kluft-/(Poren-)Grundwasserleiter mit meist lokaler
Bedeutung.
Die Ton- und Mergelgesteine des Gipskeupers wirken
als Grundwasserstauer, nur die Steinmergelbänke sind bedingt grundwasserleitend.
Verkarsteter und daher wasserführender Grundgips kommt zumindest
großflächig nicht vor.
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Luft/Klima
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Sommerwarmes, trockenes Klima, allerdings in kühlerer
und niederschlagsreicherer Ausprägung als im Obermaingebiet.
Ø Jahrestemperatur: Rodacher Grabfeld:. 7,5° - 8°;
Lange Berge: 7,5° C
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Ø Jahresniederschlag: von ca. 700 mm im
Süden bis ca. 900 mm im Norden ansteigend
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Ø Vegetationsperiode: Rodacher Grabfeld: 196 – 200
Tage, Lange Berge: tiefere Lagen 191 – 195 Tage, höhere Lagen 186
– 190 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Rodacher Grabfeld
Viele Gewässerabschnitte sind hier noch unverbaut
und weisen artenreiche Ufergehölze (thermophile Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder)
auf. Auch der gesamte Lauf der Rodach ist mit Gewässerbegleitgehölzen
ausgestattet. In den Talauen herrschen Wiesen vor, die jedoch überwiegend
eher artenarm sind. Nur kleinflächig existieren noch standorttypische,
artenreiche Wiesenknopf- und Silgen-Glatthaferwiesen. Im Rodachtal
gibt es auch noch Nasswiesen. Bemerkenswert ist das großflächige,
landesweit herausragende Feuchtwiesengebiet des Naturschutzgebiets
„Glender Wiesen“ nördlich Coburg mit extensiv genutzten, artenreichen
Grünlandgesellschaften, feuchten Hochstaudensäumen und Röhrichten.
Es hat daher eine sehr hohe faunistische Bedeutung, insbesondere
als Brut- und Rastplatz bedrohter Vogelarten und als Wiesenbrütergebiet
(z.B. Bekassine, Braunkehlchen).
Insgesamt stellt sich das Rodacher Grabfeld als
ziemlich strukturarmer Naturraum dar, dennoch gibt es viele
Streuobstbestände, die aber auf einige wenige Teilgebiete
beschränkt sind (mit bemerkenswerten Vogelarten wie Neuntöter, Wendehals,
Gartenrotschwanz und Dorngrasmücke). Im Süden am Abfall des Itz-Baunach-Hügellands
finden sich noch Reste der bäuerlichen Kulturlandschaft, z.B. im
Raum Rudelsdorf kommen Ackerterrassen mit einzelnen Hecken vor.
Die Wälder im Norden des Rodacher Grabfelds sind
an den Hängen noch als Eichen-Hainbuchen-Wälder ausgebildet,
die als Folge ehemals kurzer Umtriebszeiten z.T. sehr haselreich
sind. Das Waldgebiet „Forst Gellnhausen“ gilt als größter Waldbereich
auf Lettenkeuper und ist von ausgedehnten Fichtenforsten geprägt,
in die einige wenige Eichen-Hainbuchenbestände eingestreut sind.
Der einzig größere Wald auf Gipskeuper liegt in der Bischofsau und
stellt einen Mittelwald mit artenreichen bodentrockenen Eichen-Hainbuchen-Wäldern
dar. Im Naturraum existieren noch einige weitere (ehemalige) Mittelwälder,
bei weitem jedoch nicht in dem Umfang wie in den Langen Bergen.
Den Laub(misch)wäldern kommt vor allem für viele Vogelarten eine
besondere Bedeutung zu (z.B. Baumfalke, Pirol, Mittelspecht, Wespenbussard).
Lange Berge
Der Landschaftsraum ist weitgehend geprägt von einem
zusammenhängenden Waldgebiet, das sich von der nördlichen
Regions in südöstlicher Richtung über den Weißbachsgrund bis
Oberlauter erstreckt. Die Wälder sind hier überwiegend durch ehemalige
Mittelwaldnutzung geprägt und sind meist als trockene Eichen-Hainbuchen-Wälder
ausgebildet. Besonders deutlich und großflächig ist die Mittel-
bis Niederwaldstruktur nördlich des Weidbachgrunds am Salzberg und
nordöstlich Ottowind („Brunnschläge“ und „Kühlenberg“), da hier
die historischen Waldbewirtschaftungsformen noch bis in die jüngere
Zeit praktiziert wurden und teils sogar noch werden. Auch einige
andere besondere Waldtypen wie z.B. Waldgersten-Buchenwälder
oder thermophile Seggen-Buchenwälder sind bemerkenswert. Am ehemaligen
Grenzstreifen („Grünes Band“) sind in einigen Wäldern sehr viele
gefährdete Vogelarten (z.B. Sperlingskauz, Rauhfußkauz sowie in
aufgelichteten Bereichen Ziegenmelker) nachgewiesen. Auch Waldränder
und Saumgesellschaften sind in den Langen Bergen oft überregional
bedeutsam.
Halbtrockenrasen, Magerwiesen und -weiden
bilden hier sehr bedeutende Biotope und machen ca. 50% der Biotopausstattung
aus. Besonderheiten wie der thermophile Enzian-Schillergrasrasen
beschränken sich auf den Unteren Muschelkalk . Darüber hinaus sind
für diese Landschaftseinheit viele Feldgehölze, Hecken und
Streuobstbestände typisch; viele dieser Strukturen sind aber
auf den Lauterberg (großer Biotopkomplex bei Oberlauter) und die
Talhänge des Lauterbachs konzentriert (mit Dorngrasmücke, Wendehals,
Neuntöter, Turteltaube etc. sowie artenreichen Schmetterlings- und
Heuschreckenvorkommen).
Unverbaute Fließgewässerabschnitte gibt es
lediglich am Lauterbach, an dem größere Abschnitte mit Ufergehölzen
und besonderen Artenvorkommen existieren (z.B. Bachneunauge, Koppe,
Wasseramsel, Eisvogel). Im Umfeld des Baches sind außerdem Sumpfschrecke,
Schwarzblauer Ameisenbläuling und Mädesüß-Perlmuttfalter nachgewiesen.
In Ackerlagen begünstigt der Muschelkalk
die Ausbildung seltener Ackerwildkrautfluren wie z.B. die Adonisröschen-Ackerwildkrautgesellschaft.
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Potenzielle natürliche Vegetation
Lange Berge (insbesondere auf basenreichen Braunerden)
- Orchideen-Buchenwald (Carici-Fagetum); v.a. an sonnenexponierten
Hanglagen des Oberen und Unteren Muschelkalks
- Platterbsen-Buchenwald (Lathyro-Fagetum typicum/Hordelymo-Fagetum);
v.a. Plateaulagen des Oberen Muschelkalks
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum); v.a.
auf lößbeeinflussten Standorten
- Edellaubholzwälder (Tilio-Acerion), im Bereich des Mittleren
Muschelkalks
Rodacher Grabfeld
- Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum typicum),
Nordbayernrasse
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum),
auf grundwasserbeeinflussten Böden
entlang von Flüssen und Bächen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum), v.a. in
Quellbereichen und an Oberläufen
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario nemorum-Alnetum, Arunco-Alnetum),
v.a. im Bereich der Unterläufe
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum),
insbesondere im Rodachtal
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Flächennutzungen
Rodacher Grabfeld:
Hier besteht nahezu ausschließlich ackerbauliche
Nutzung (auch in Teilen der Auebereiche von Sulzbach und Rodach).
Lange Berge:
Die westlichen Teile des Südanstiegs, der Weißbachgrund,
südexponierte Hänge des Weidbachgrunds sowie der Steilabfall am
Nordrand des Höhenzuges sind überwiegend bewaldet. Standorte des
mittleren und oberen Muschelkalks im Süden der Langen Berge werden
größtenteils landwirtschaftlich genutzt.
Ehemals wurden große Flächen als ausgedehnte Schafweiden
genutzt, diese Nutzungsform ist heute weitgehend verschwunden.
Bei Bad Rodach wurden durch eine Thermal-Mineralwasserbohrung
Buntsandsteinwässer erschlossen, die dort einen Kurbetrieb begründeten.
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Der Naturraum gehört zum sog. „Bruchschollenland“.
Etwa ab der Kreidezeit hat hier eine Dehnung der Erdkruste zu umfangreichen
Verwerfungen geführt (vgl. auch Naturraum Nordwestlicher
Frankenwald (392)). Die sog. „Kulmbach-Eisfelder Störungszone“
verläuft im Naturraum etwa entlang der Linie Weißenbrunn – Neuses
– Beikheim.
Südwestlich davon liegen in großen Bereichen Juragesteine
(Lias, Dogger) an der Oberfläche. Keuperschichten werden
v.a. an den Unterläufen von Rodach und Steinach angeschnitten. Nordöstlich
der Verwerfungslinie tritt Buntsandstein an die Oberfläche,
der am Nordostrand des Naturraums von den Schichten des Muschelkalks
überlagert wird.
Die Tallagen sind durch quartäre Ablagerungen (Sande,
Schotter) charakterisiert.
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Geomorphologie
Im Keuper-Jura-Bereich (Südosten des Naturraums)
bilden die weichen Tonsteine des Lias und des Unteren Doggers
hochflächenartige Bereiche, die vereinzelt von Kuppen und
Plateaus aus Doggersandstein (z.B. Spiesberg und Külmitzberg südwestlich
von Burgkunstadt, Reinberg nordöstlich Kirchlein) überragt werden.
Die Fließgewässer haben in diesem Teil des Naturraums relativ breite
Talböden geschaffen. An den Talhängen treten die Schichten des Feuerlettens
z.T. als markante Geländestufen in Erscheinung.
Der Buntsandstein bildet einen deutlich
aufragenden Rücken („Kronacher Sandsteinrücken“) mit engen,
tief eingekerbten Tälern (besonders markante Erhebung: Muppberg
(516 m ü. NN) östlich von Neustadt b. Coburg, der Buntsandstein-Tafelberg
überragt das Neustadt-Sonneberger-Becken um etwa 150 m). Der Muschelkalk
im Nordosten stellt sich als weithin welliger Abdachungsbereich
(„Kronacher Muschelkalk-Platte“) dar.
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Böden
Auf Sandstein (Buntsandstein, Doggersandstein, Rhätolias-Sandstein)
überwiegen basenarme podsolige Braunerden bzw. Podsole. Im Bereich
des Buntsandsteins kann über stauenden Schichten auch Anmoorgley
(Vorkommen von Hochmoortorf!) auftreten.
Auf Keuper und im Bereich des Lias ergibt sich ein
weitläufiges Muster an möglichen Bodenbildungen. Insbesondere auf
Keuper wechseln sandige Böden, schwere Tone und vernässte
Bereiche z.T. kleinräumig.
Auf Muschelkalk ist Terra fusca-Rendzina der bestimmende
Bodentyp der verlehmten Hochflächen.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Das Talsystem der Flüsse Rodach, Kronach, Haßlach
und Steinach wird als „Steinach-Rodach-Talspinne“ bezeichnet. Die
Entwässerung erfolgt in südlicher Richtung über die Rodach zum Main.
Die hydrologische Situation der Fließgewässer und ihrer Auen wird
vielfach noch von einer regelmäßigen Hochwasserdynamik geprägt.
Umfangreichere Grundwasservorkommen sind
nur in der Buntsandsteinscholle (Kluft-/Porengrundwasserleiter)
zu erwarten. Muschelkalk- sowie Sandsteinkeuper-Formationen
fungieren außer bei Verkarstung nur beschränkt bzw. bedingt als
Grundwasserleiter. Insgesamt weisen die erschließbaren Grundwassermengen
- z.B. im Steinachtal - eine regionale Bedeutung auf.
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Luft/Klima
Sommerwarmes, trockenes Klima überwiegt im Obermaintal.
Das Klima der Höhenzüge ist deutlich feuchter und rauher. Im Nordosten
befindet sich ein besonders feuchter Teilbereich im Luv des Grundgebirges
während im Südwesten dagegen eher trockenes Klima (Leebereich der
Alb) dominiert.
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Ø Jahrestemperatur: ca. 7° C
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Ø Jahresniederschlag: von
640 mm im Obermaintal und im Lee der Frankenalb bis auf deutlich
über 800 mm im Luv des Grundgebirges zunehmend
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Ø Vegetationsperiode: 191 – 205 Tage; entlang eines
Gradienten von Südwest nach Nordost abnehmend
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Die Lebensraumausstattung in den Teilräumen (Untereinheiten)
ist sehr unterschiedlich: im Bereich der Muschelkalkplatte
sind insbesondere großflächige Heckengebiete (im Abdachungsbereich
z.B. westlich von Unterrodach bzw. Seibelsdorf) und artenreiche
Kalkmagerrasen an den steilen Talhängen (v.a. des Kronach- und Rodachtals)
bedeutsam; im Buntsandsteingebiet sind vor allem die Feuchtgebiete,
Gewässer (Teiche, Bäche, Tümpel) und Sandtrockenstandorte
(v.a. Abbaugebiete) hervorzuheben.
Im Keuper-Jura-Gebiet wird der größte Biotopanteil
von Gewässerbegleitgehölzen, Hecken (teils Heckengebieten)
und Feldgehölzen eingenommen, daneben sind Halbtrockenrasen
(Kalkmagerrasen) von Bedeutung. Entlang der Nordhänge des Maintals
kommen einige kleinflächige Trockenlebensräume vor, die auf dolomitischer
Arkose besonders wertvoll sind (mit floristischen Besonderheiten
wie Kassubienwicke, Färberscharte oder Hügel-Klee).
Das Neustadt-Sonneberger Becken ist durch
einige Lebensräume mit überregionaler Bedeutung (kleine Feuchtwiese
mit Flachmoorcharakter, Feuchtwald, Feuchtgebiet, Teiche sowie Quellfluren
im Neustadter Forst) gekennzeichnet. Den großflächigen Wiesen
mit Wiesenbrütervorkommen im Naturschutzgebiet „Meilschnitzwiesen“
kommt zusammen mit den benachbarten Flächen in Thüringen landesweite
Bedeutung zu (Vorkommen von Braunkehlchen, Bekassine und Kurzflügeliger
Schwertschrecke).
Die Talräume der Rodach und Steinach sind
von Fließ- und Stillgewässerlebensräumen (Altwasserarme,
Baggerseen und Teiche), teils mit Schwimmblattvegetation und Verlandungsbereichen
(Seggen-, Röhricht-, Hochstaudenbestände) sowie von Feucht- und
Nasswiesen sowie gewässerbegleitenden Gehölzen (teils
Auwaldreste) geprägt. Als wertvolle Lebensräume mit z.T. überregionaler
Bedeutung gelten vor allem die Talwiesen und Abbaustellen. Auch
aufgrund der Verbundlage zum benachbarten Maintal finden sich hier
zahlreiche seltene und gefährdete Arten, z.B. Weißstorch, Rohrweihe,
Blaukehlchen, Beutelmeise, Kleinspecht, Wachtelkönig, Flussuferläufer,
Flussregenpfeifer, Zweigestreifte Quelljungfer, Gemeine Keiljungfer.
Die Wälder in allen Teilbereichen dieses
Naturraums, auch im Bereich des sehr waldreichen Buntsandsteinrückens
sind überwiegend als Nadelwälder (v.a. Fichte und Kiefer) ausgebildet;
naturnahe Wälder fehlen bzw. kommen nur fragmentarisch vor.
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Potenzielle natürliche Vegetation
auf nährstoffarmen, sandigen Böden (v.a. im Bereich
des Buntsandsteins)
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete
- Kiefern-Eichenwälder (Pino-Quercetum)
- Buchen-Eichenwälder (Violo-Quercetum), in tieferen Lagen
und auf etwas nährstoffreicheren Sandböden
auf v.a. lehmig verwitternden Kalkböden (Jura,
Muschelkalk)
- Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum typicum),
Nordbayernrasse
- Platterbsen-Buchenwald (Lathyro-Fagetum typicum/Hordelymo-Fagetum)
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum), z.B. auf
Böden mit höherem Tongehalt im Lias-Opalinuston-Areal
entlang von Flüssen und Bächen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario nemorum-Alnetum)
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum),
auch auf grundwasserbeeinflussten oder zeitweilig vernässten Böden
außerhalb der Auen
auf Sonderstandorten
- Schluchtwälder/Ahorn-Eschenwald (Aceri-Fraxinetum)
- Ahorn-Eschen-Hangwälder (Adoxo-Aceretum pseudoplatani),
v.a. auf quellwasserbeeinflussten, zu Rutschungen neigenden Böden
an Schatthängen sowie an Prallhängen des Mains und der Rodach
- Schwarzerlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum)
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Flächennutzungen
In Keuper-Jura-Gebieten in Bereichen mit bewegterem
Relief befinden sich große Waldflächen, ansonsten überwiegt landwirtschaftliche
Nutzung. Auf Keuper haben Wechselland und Grünland einen relativ
hohen Anteil.
Auf den Buntsandsteinrücken überwiegt eindeutig
forstwirtschaftliche Nutzung.
Die Muschelkalk-Tafel ist nahezu ausschließlich
landwirtschaftlich genutzt (v.a. Ackerbau).
Auf staunassen Böden in der Umgebung von Neustadt
b. Coburg kommen zahlreiche Fischteiche vor. Die Bedeutung der Teichwirtschaft
ist allerdings rückläufig, d.h. die Teiche sind heute nur noch teilweise
in Nutzung.
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| Nördliche Frankenalb
(080) |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Der Naturraum wird überwiegend von den Schichten
des Juras aufgebaut, die gesamte Schichtenfolge von Dogger und
Malm ist anzutreffen. Die Schichtenlagerung streicht in Nordwest-Südost-Richtung,
wobei die Schichten generell nach Südosten einfallen. In Teilbereichen
nahe der östlichen Regions sind über den Juraschichten kleinflächig
Sedimente der Oberkreide erhalten (u.a. Gebiet um Stadelhofen,
Bereich südlich und südwestlich von Gößweinstein). Die Albhochfläche
wird in weiten Teilen von einer meist lehmigen Decke aus
tertiären und dilluvialen Verwitterungsprodukten des Malm überdeckt
(in Teilbereichen mit Lößkomponenten).
An Talböden unterhalb des Malmausstrichs kommen
stellenweise Kalktuffbildungen vor.
Eine Besonderheit sind Basalte, die in Schloten
und Spalten geringer Ausdehnung entlang einer Linie östlich Hohenpölz
– Kalteneggolfsfeld an die Oberfläche treten.
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Geomorphologie
Der (Nord-)Westrand der nach (Süd-)Osten geneigten
Malmtafel wurde von der Erosion schichtkopfartig als Landstufe herauspräpariert
(markanter Steilanstieg entlang einer Linie Staffelberg - Scheßlitz
– Buttenheim). Der Staffelberg (539 m ü. NN) bildet als Zeugenberg
den nordwestlichsten Ausläufer der Malmtafel und fällt mit einer
Höhendifferenz von 285 m steil zum Maintal ab.
Es können zwei morphologisch grundsätzlich verschiedene
Teileinheiten unterschieden werden:
1. Trauf, Talhänge und Täler
Steiler Albanstieg (= Albtrauf) und steile Talhänge
der tief eingeschnittenen Täler sind charakteristisch. Die Steilhänge
weisen entsprechend der Verwitterungsresistenz der unterschiedlichen
Juraschichten einen charakteristischen Wechsel zwischen flacheren
Teilbereichen (Opalinustone, Ornatenton) und schroffen Steilstufen
(Doggersandstein, Werkkalk) auf. Die gebankten Kalksteine des Werkalks
verwittern grobschuttig und führen zur Ausbildung von Schuttfächern
und Abbrüchen.
An den Talflanken und den Traufkanten wurden teilweise
Schwammrifffelsen (= verwitterungsbeständiger Massenkalk) als landschaftsprägende
Felstürme herausgewittert (gilt in besonderer Weise für das obere
Weismaintal und dessen Seitentäler).
2. Hochfläche
Geschichtete Bank-Kalke führen insbesondere am Westrand
der Hochfläche zur Ausbildung plateauartiger Verebnungen (= Flächenalb;
z.B. Staffelberg-Hochfläche, Lange Meile). Die zentrale Albhochfläche
wird von verwitterungsbeständigeren Gesteinen (Massenkalke, teils
dolomitisiert) aufgebaut. Die Dolomitkalke führen zur Ausprägung
charakteristischer schild- bis kuppelförmiger Erhebungen (= Knocks).
Weitere charakteristische Merkmale der Hochfläche sind zahlreiche
Karsterscheinungen (z.B. Karren, Dolinen, Poljen) und Trockentäler.
Die Höhenlagen der Hochfläche liegen bei ca. 550 m ü. NN.
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Böden
Die Bodenbildungen sind
je nach den Eigenschaften des Ausgangsmaterials sehr unterschiedlich.
Pelosole und Pelosol-Braunerden (z.B. auf Opalinuston) kommen ebenso
vor wie podsolige Braunerden (Leitbodentyp auf feinsandigem Doggersandstein).
Im Bereich von Hangvernässungen treten Quellengleye, vereinzelt
sogar Moorquellengleye auf.
Im Bereich des Malms
ist die Bodenentwicklung stark vom Relief abhängig. Während
an extremen Erosionsbereichen Rohböden und Protorendzinen auftreten,
kommen in erosionsgeschützten Lagen der Hochfläche Parabraunerden
und Braunerden vor. Kalkscherbenböden haben eine weite Verbreitung.
Am Hochflächenrand können auch Terra fusca-Reste vorkommen.
Auf Kalktuff entstanden Rendzinen mit geringer Lagerungsdichte
(hohe Porosität). Der Einschluss organischer Substanz verleiht den
Böden eine relativ hohe Humosität.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Am Albtrauf sind Quellaustritte verbreitet,
da zwei Quellhorizonte mit wasserführenden und wasserstauenden
Schichten (Doggersandstein/Opalinuston/ und Malm/Ornatenton) angeschnitten
werden. Charakteristisch ist auch das unmittelbare Nebeneinander
von Quellgebieten und trockenen Schuttflächen.
Die Albhochfläche ist sehr arm an Oberflächenwasser,
so dass nur wenige ganzjährig wasserführende Karstbäche
(z.B. Weismain, Wiesent) vorkommen.
Die Karstquellen weisen meist große, niederschlagsabhängige
Schüttungsschwankungen auf, was in der geringen Verweildauer des
Wassers im Karst begründet liegt. Die Quellaustritte können sich
während eines Jahres um mehrere hundert Meter talauf- oder –abwärts
verlagern.
Das klüftige und verkarstete Kalkgestein ermöglicht
in Verbindung mit den starken Niederschlägen bedeutende Grundwasserneubildungsraten
und überregional bedeutsame Grundwasservorkommen wie z.B. im Gebiet
der „Hollfelder Mulde“. Wegen der geringen Filterwirkung des Karsts
und des Großteils der Deckschichten kommt dem Grundwasserschutz
hohe Bedeutung zu.
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Luft/Klima
Der Albtrauf ist nur in geringem Umfang als Regenfang
wirksam, daaus ergibt sich ein mäßig feuchtes bis trockenes Mittelgebirgsklima
mit leicht kontinentalem Einfluss und häufigen Spätfrösten.
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Ø Jahrestemperatur: ca. 7° - 8° C
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Ø Jahresniederschlag: höchste
Lagen des Traufs und Westrand der Hochfläche: 900 – 1000 mm; übrige
Bereiche bei ca. 800 – 900 mm
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Ø Vegetationsperiode: westexponierte Lagen des Traufs:
201 – 205 Tage; Höhenlagen des Traufs: 191 – 195 Tage; Hochfläche
196 – 200 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Der gesamte Naturraum Nördliche Frankenalb weist
einen sehr hohen Biotopanteil und viele seltene Arten
auf, vor allem dem Traufbereich kommt insgesamt eine landesweite
Bedeutung zu. Faunistische Besonderheiten sind z.B. Heidelerche,
Schlingnatter, Rotflügelige Schnarrschrecke, Wendehals und Raubwürger.
Auch die Flora weist eine Vielzahl bemerkenswerter Arten auf wie
z.B. Badisches Rispengras, Fränkisches Habichtskraut, Felsen-Steinkraut,
Kleinblättrige Sumpfwurz und Fränkische Mehlbeere. Die Nördliche
Frankenalb ist in der Region sicherlich der arten- und biotopreichste
Naturraum, allerdings sind auch hier Rückgangstendenzen zu verzeichnen.
In den letzten Jahren wurden viele Maßnahmenkonzepte zum Arten-
und Biotopschutz (z.B. Schafbeweidungs- und Trockenverbundkonzepte)
in die Wege geleitet.
Auf der Hochfläche dominieren Trockenlebensräume
(Halbtrockenrasen, Magerwiesen), besonderer Wert kommt vor allem
den Komplexen aus wärmeliebenden Wäldern und Gebüschen, Trockenrasen
sowie Felsstandorten zu; trotz kleiner Flächen oder Aufforstung
mit Kiefern weisen die Magerrasen oft hochgradig gefährdete Arten
auf. Auch die von Natur aus seltenen, isolierten Feuchtbereiche
und Karsterscheinungen (Dolinen, Hüllweiher, Trockentäler)
sind hier sehr bedeutsam. Für die Nördliche Frankenalb sind außerdem
Hecken, Gebüsche und Feldgehölze typisch; ihr Schwerpunkt
liegt allerdings im Traufbereich.
Der Trauf der Nördlichen Frankenalb wird
durch einen hohen Waldanteil bestimmt, insbesondere an den
steileren Hängen kommen naturschutzfachlich hochwertige naturnahe
Laubwälder vor. Als besonders wertvolle Wälder gelten auch die Buchenwälder
südlich und westlich Klosterlangheim mit Vorkommen vieler seltener
Pflanzenarten; auch weiter westlich kommen bedeutende Wälder in
Teilbereichen mit edellaubholzreichen Buchenwäldern und teils mit
hohem Lindenanteil vor. In Form felsiger Bereiche liegen lokal natürliche
Waldgrenzstandorte vor. Gefährdete Tagfalterarten wie z.B. Großer
und Kleiner Eisvogel oder Großer und Kleiner Schillerfalter treten
hier an strukturreichen Waldmänteln und an Waldwegen in überdurchschnittlicher
Dichte auf.
Die waldfreien Hänge stellen oft reich gegliederte
Kulturlandschaften mit Hutungen, Magerwiesen, Heckengebieten
und Streuobstbeständen dar, womit im Wechsel mit den Wäldern
ein hoher Strukturreichtum und eine hohe Zahl von Grenzlinien verbunden
ist.
Hervorzuheben sind weiterhin die im Traufbereich
auftretenden kleinen Sinterbäche und viele Quellen
am Anschnitt wasserführender bzw. stauender Schichten (Ornaten-,
Opalinuston); hier gilt das Vorkommen des Feuersalamanders sowie
der Gestreiften und Zweigestreiften Quelljungfer als Besonderheit.
Charakteristisch sind ferner die Schuttfluren und Felsbereiche des
Dogger und Malm.
Als naturschutzfachlich besonders wertvoll
gilt im Naturraum insgesamt das weite Spektrum der Trockenlebensräume,
die teils noch großflächig und oft in enger Verzahnung mit weiteren
Lebensräumen vorkommen. Sie beherbergen noch viele seltene und gefährdete
Arten. Beispielsweise weist der Naturraum eine bei weitem überdurchschnittliche
Zahl von Fundorten gefährdeter Tagfalterarten und endemischer Pflanzenarten
(z.B. verschiedene Habichtskraut- und Mehlbeerarten) auf. Auch viele
Bäche sind überwiegend unverbaut und größtenteils mit gewässerbegleitenden
Gehölzsäumen ausgestattet. Sie gelten als naturschutzfachlich besonders
hochwertig und werden vielfach von seltenen Fischarten besiedelt.
Im Weismaintal gibt es außerdem bedeutsame Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren
mit besonderen Artenvorkommen. Die gesamte Weismainalb zeichnet
sich durch das Auftreten zahlreicher floristischer und faunistischer
Besonderheiten aus wie z.B. Steinschmätzer, Raubwürger, Rotflügelige
und Blauflügelige Ödlandschrecke, Rotflügelige Schnarrschrecke und
Apollofalter.
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Potenzielle natürliche Vegetation
auf der Alb-Hochfläche
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), auf
lehmiger Albüberdeckung (im Gebiet vorherrschend)
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete,
auf sandiger Albüberdeckung
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum)
an Albtrauf und Talhängen
- Platterbsen-Buchenwald (Lathyro-Fagetum typicum/Hordelymo-Fagetum),
auf schattseitigen Talflanken sowie auf Standorten mit kühl-feuchtem,
ausgeglichenem Kleinklima
- Orchideen-Buchenwald (Carici-Fagetum), an sonnenexponierten
Hängen
- Ahorn-Eschen-Hangwälder (Adoxo-Aceretum pseudoplatani),
auf quellwasserbeeinflussten, zu Rutschungen neigenden Böden an
Schatthängen
- Eschen-Ahorn-Schatthangwald (Fraxino-Aceretum pseudoplatani),
an den steilwandigen Talschlüssen der Jurabäche (Blockschuttstandorte
in Schattlage)
- Ahorn-Linden-Schutthaldenwald (Aceri platanoidis-Tilietum
platyphylli), sonnenexponierte Blockschutthalden und Steilhänge
- Schluchtwälder/ Ahorn-Eschenwald (Aceri-Fraxinetum)
- Steppenanemonen-Kiefernwald (Anemono-Pinetum), südexponierte
Hanglagen der Täler (z.B. Wiesenttal zwischen Streitberg und Gößweinstein,
Trubachtal südöstlich Egloffstein, Staffelberg)
- Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum), Frankenrasse,
in Bereichen mit Lößlehm-Überdeckung
entlang der Bäche
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum)
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Flächennutzungen
Die Steilstufen des Doggersandsteins sind überwiegend
bewaldet; in den übrigen Bereichen des Traufs sind Grünland (ehemals
häufig extensive Weiden) und Streuobstflächen verbreitet.
Die Kuppen der Hochfläche dienten früher als Schafhutungen.
In späterer Zeit wurden die Trockenrasen jedoch fast immer mit Nadelholz
aufgeforstet. Ansonsten ist im Bereich der Albhochfläche Ackerbau
die vorherrschende Flächennutzung.
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| Vorland der nördlichen
Frankenalb (112) |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Die Oberfläche wird hauptsächlich von Tonsteinen
des Lias gebildet, wobei häufig sandig-tonige Abfolgen zusammen
mit den Schichten des Dogger auftreten. Am Westrand des Naturraums
werden die Schichten des Rhätolias und des Feuerletten
(insbesondere südlich Forchheim) angeschnitten. Nordöstlich von
Bamberg treten größere Bereiche mit Lößüberdeckung auf. Südöstlich
von Bamberg fanden Flugsandablagerungen statt, die sich im
westlich anschließenden Naturraum (Mittelfränkisches Becken) fortsetzen.
Die größeren Täler (z.B. Leitenbach, Wiesent) sind durch alluviale
Talfüllungen geprägt.
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Geomorphologie
Am Fuß des Albanstiegs ist die Landschaft
flach gewellt. Am Westrand erstreckt sich eine merkliche Hangstufe
(Rhätolias-Übergangsschichten) zu den Talräumen von Main und Regnitz
hin.
Die Bachtäler im Liasbereich sind nur wenig eingetieft
während sich am Westrand (Zone der Rhätolias-Schichten) die Talräume
in Kerbtäler mit steilen Hängen verwandeln. Eine Sonderstellung
nimmt das Wiesenttal ein. Der Talraum hat sich tief in das Vorland
und die Albhochfläche eingeschnitten. Zwischen der Mündung und Ebermannstadt
wird das Tal zum Vorland der Frankenalb gerechnet. In diesem Abschnitt
stellt es sich als weiter Talraum mit breitem Talboden dar.
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Böden
Im Bereich der Liasgesteine findet sich eine breite
Palette von Bodenbildungen infolge der Unterschiedlichkeit des Ausgangsmaterials.
Allgemein zeichnen sich die Liastone und –lehme durch eine überdurchschnittliche
natürliche Bodenfruchtbarkeit aus. Aus einzelnen Liasschichten (Amaltheenton,
Posidonienschiefer) können sich Böden hoher Basensättigung entwickeln.
Auf Rhätsandstein und Flugsandablagerungen überwiegen
nährstoffarme Böden mit geringem Sorptionsvermögen. Es treten podsolige
Böden, teils auch reine Podsole auf, die häufig waldbaulich genutzt
werden.
In den Tälern bildteten sich alluviale Aueböden.
Sie bestehen überwiegend aus lehmigem bis tonigem Sand. Im
Wiesenttal kommt in Teilbereichen auch (lehmiger) Ton vor.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Es überwiegen kleine, wenig eingetiefte Bäche. Ausnahmen
bilden die Wiesent und in abgeschwächter Form der Leitenbach. Die
Entwässerung erfolgt in westlicher Richtung. Nördlich von Bamberg
münden die Bäche direkt in den Main, südlich von Bamberg fließen
sie über die Regnitz in den Main.
Die Tonsteine des Feuerletten, Lias und Dogger wirken
als Grundwasserstauer, die Sandsteinhorizonte des Lias fungieren
allenfalls als lokale Kluftgrundwasserleiter, so dass lediglich
die Doggersandsteine (Kluft-/Porengrundwasserleiter) eine nennenswerte
Grundwasserführung aufweisen.
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Luft/Klima
Überwiegend kontinental geprägtes, relativ trockenes
Mittelgebirgsklima.
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Ø Jahrestemperatur: 7° - 9° C
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Ø Jahresniederschlag: Niederschlagshöhe
von Westen nach Osten deutlich ansteigend von ca. 600 mm (bei Bamberg)
bis zu Werten von über 900 mm am Ostrand
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Ø Vegetationsperiode: überwiegend zwischen 201 –
205 Tage, kleinflächig in höheren Lagen etwas kürzer (196 – 200
Tage)
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Die Biotopausstattung des Albvorlands ist gering,
manche Gebiete weisen sogar erhebliche Defizite auf. Den überwiegenden
Anteil nehmen die Gewässerbegleitgehölze ein, während die
Biotope meist nur lokal bedeutsam sind. Ausgeprägte Trockenstandorte
sind selten und kommen meist nur in Verbindung mit Abbaustellen
oder kleinflächig am Waldrand vor. Bemerkenswert für den Naturraum
ist das Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Grauen Kratzdistel.
Die Sendelbachaue im Hauptsmoorwald (wenig
beeinträchtigte Bachaue mit Auwäldern und kleineren Nasswiesen),
ein Nasswiesenkomplex in der Grumbachaue und einige überregional
bedeutsame Feuchtwiesen zwischen Langensendelbach und Neunkirchen
a. Brand zählen zu den wertvollsten Feuchtgebieten des Naturraums.
Größere Feuchtgebiete sind jedoch sehr selten. Ansonsten existieren
hier noch einige wertvolle Bachläufe mit seltenen und gefährdeten
Fischarten wie z.B. der Steinbach im Hauptsmoorwald sowie der Lauterbach
und Kellbach.
Die ursprünglich weit verbreiteten Laubwälder sind
aufgrund der forstwirtschaftlichen Bevorzugung der Kiefer bis auf
einige Reste verschwunden. Natürliche Waldgesellschaften gibt es
nur noch als kleine Reste. Bemerkenswert sind hier Reste des feuchten
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes (in Bayern vom Aussterben
bedroht!). Daneben kommen an Fließgewässern und in Quellmulden kleine
Erlen-Eschen-Feuchtwälder vor.
Hervorzuheben ist insbesondere das Wiesenttal
im Bereich des Albvorlands (und im weiteren Verlauf zum Regnitztal)
als landesweit bedeutsames Wiesenbrütergebiet mit Vorkommen
des Wachtelkönigs.
Im Süden der Region sind auf den Hangschuttbereichen
und den leichteren Böden der Hanglagen des Rhätolias Obstanlagen,
Hecken und Feldgehölze prägend und naturschutzfachlich
bedeutsam. An Rhätolias-Steilhängen treten noch naturnahe Waldgesellschaften
auf. In Gebieten mit toniger Feuerletten kommen Teiche (z.T. mit
Laubfrosch, Knoblauchkröte) vor, die teils noch gut ausgebildete
Verlandungs- und Feuchtbereiche aufweisen.
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Potenzielle natürliche Vegetation
im Lias-Bereich
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete,
auf basenarmen Braunerden
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), auf
mesotrophen Standorten
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum), v.a. auf
stärker tonig geprägten Standorten
in den Auen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum), v.a. in
Quellbereichen und an Oberläufen
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario nemorum Alnetum, Arunco-Alnetum),
v.a. im Bereich der Unterläufe
- Erlen-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
auf grundwasserbeeinflussten Böden (Auen
kleinerer Fließgewässer, von Schichtquellen beeinflusste Hangbereiche)
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum)
auf kleinflächig auftretenden Standorten
- Ahorn-Eschen-Hangwälder (Adoxo-Aceretum pseudoplatani),
auf quellwasserbeeinflussten, zu Rutschungen neigenden Böden an
Schatthängen
- Kiefern-Eichenwälder (Pino-Quercetum) (Ba. 1.1-8), z.B.
im Bereich der Flugsandablagerungen
- Schwarzerlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum), auf
vermoorten Standorten
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Flächennutzungen
Die landwirtschaftliche Nutzung herrscht im Naturraum
vor. Es überwiegt der Ackerbau, Grünlandflächen beschränken sich
auf tonige Standorte. Wälder beschränken sich vor allem auf ertragsschwache
und steile Lagen. Ausnahmen bilden die großen Waldflächen bei Forchheim
und der Hauptsmoorwald.
Besonderheiten:
- um Effeltrich: Kirschanbau in großem Umfang; die Anbauflächen
gelten als das größte zusammenhängende Kirschenanbaugebiet Europas
- großflächige Wiesenbewässerung im Wiesenttal
- um Forchheim (insbesondere auch im Wiesenttal): Vielzahl von
(ehemaligen) Mühlen.
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Den größten Flächenanteil nehmen Keupergesteine
ein (v.a. Sandsteinkeuper). In Teilbereichen (v.a. im Nordosten
des Naturraums (südöstlich Rödental) und zwischen Seßlach und dem
Maintal bei Bad Staffelstein) sind Schichten des Juras (v.a. Lias,
kleinflächiger auch Dogger) erhalten geblieben. Die Liasinseln sind
umsäumt von Sandsteinstufen des Rhäts und den steileren Stufen des
Feuerlettens.
An der Nordost des Naturraums erheben sich
die Bruchschollen-Kuppen der "Kulmbach-Eisfelder
Störungszone". Die Gesteinsschichten wurden um bis
zu 700 m vertikal gegeneinander verschoben, so dass hier unmittelbar
an die Liaszone die Bruchschollen des wesentlich älteren Buntsandsteins
(Mittlerer und Oberer Buntsandstein) ann. Die höchsten Teile
der Bruchschollenkuppen bestehen meist aus Muschelkalk.
In den Tälern (z.B. Maintal, Itzgrund, Baunachtal)
sich finden Sand- und Schotterablagerungen quartären Ursprungs.
Auf älteren Terrassen im Maintal wurden z.T. umfangreichere Lößmassen
abgesetzt und südöstlich von Bamberg fanden in größerem Umfang Flugsandablagerungen
statt.
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Geomorphologie
Reich gegliederte, stark wellige Hügellandschaft.
Es überwiegen weiche Geländeformen und weite mulden- bzw.
trogförmige Täler.
Im Bereich der anstehenden weichen Tonsteine des
Lias und des Doggers (vgl. Geologie) haben sich Hochflächen
ausgebildet, die ein weniger bewegtes Relief aufweisen. Obenauf
sitzen vereinzelt Kuppen und Plateaus aus Doggersandstein.
Markanteste Beispiele sind die Eierberge und Banzer Berge westlich
und nördlich von Bad Staffelstein.
Die Bruchschollenkuppen entlang der „Kulmbach-Eisfelder
Störungszone“ überragen als markante Erhebungen die Keuper-Lias-Landschaft
um ca. 50 m. Nach Nordosten hin fallen sie steil zum „Neustadt-Sonneberger
Becken“ hin ab.
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Böden
Entsprechend dem Wechsel zwischen Sandstein und
Tonstein treten stark unterschiedliche Böden auf, die insbesondere
im Keuper auch kleinräumig wechseln können.
Vorherrschend sind Sandsteinverwitterungsböden mit
geringem Nährstoffgehalt. Im Lias- und Feuerlettenbereich sind Pelosole
und Pelosol-Braunerden verbreitet. Die Böden des Lias zeichnen sich
durch eine überdurchschnittliche natürliche Bodenfruchtbarkeit aus.
In den Tälern überwiegen Lehm-, aber auch Tonböden (Pseudogley-Pelosole,
Gleye) sind gängig.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Es besteht ein überwiegend dichtes Gewässernetz.
Die Entwässerung erfolgt größtenteils in südlicher Richtung über
Itz, Baunach und Rodach zum Main und damit quer zur Abdachung und
Schichtenneigung.
Der Itzgrund hat trotz Teilregulierungen
noch eine regelmäßig überflutete Aue.
Der unregelmäßige Wechsel von Sandstein- und Tonsteinlagen
im Sandsteinkeuper ergibt die Ausprägung als bedingter Kluft-/(Poren-)Grundwasserleiter
mit eher regionaler Bedeutung. Die Feuerletten-, Rhät- und Liasschichten
wirken überwiegend grundwasserhemmend bis -stauend. Im Liasgebiet
können Sandsteinhorizonte als lokale Kluftgrundwasserleiter fungieren.
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Luft/Klima
Es besteht ein relativ trockenes Mittelgebirgsklima.
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Ø Jahrestemperatur: Hügelland 7° - 8°; Maintal und
Itzgrund 8° C
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Ø Jahresniederschlag: Hügelland um 700
mm; Tallagen um 600 mm
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Ø Vegetationsperiode: Höhenlagen: 196 – 200, Niederungen:
201 – 205, klimabegünstigte Lagen im Main- und Regnitztal: 206 –
21
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Vorkommen wertvoller Lebensräume auf mageren
und trockenen Standorten v.a. im Bereich der Bruchschollenkuppen
und an südexponierten Hängen des Maintals. Besonders hervorzuheben
sind die Felsfluren und Halbtrockenrasen am Graitzer Spitzberg sowie
die Hänge entlang des Maintals zwischen Döringstadt und Kösten (z.B.
Südhänge bei Wiesen, Biotopkomplexe bei Nedensdorf und Kloster Banz).
Die Flächen bei Nedensdorf und Banz sind Lebensraum des stark gefährdeten
Wegerich-Scheckenfalters. Einige thermophile Pflanzengesellschaften
erreichen an den Steilhängen zwischen Burgkunstadt und Mainklein
(im benachbarten Obermainischen Hügelland) ihre östliche Verbreitungs.
Bemerkenswert für den Naturraum ist das Vorkommen des vom Aussterben
bedrohten Glatten Labkrauts.
Folgende Waldflächen sind als große geschlossene
Waldgebiete naturschutzfachlich von überregionaler Bedeutung:
- Banzer Wald, die z.T. sehr naturnahen Waldgesellschaften sind
unter anderem Lebensraum des Mittelspechtes
- Eierberge, in dem noch traditionell bewirtschafteten Mittelwaldgebiet
leben mehrere vom Aussterben bedrohte Tag-, Nacht- und Kleinschmetterlinge
- Waldgebiet nördlich Lichtenfels, Lebensraum von Rauhfußkauz,
Sperlingskauz, Waldschnepfe, vereinzelt auch Hohltau be und Pirol
Die Talräume von Itz und Baunach mit ihren
großflächigen Grünlandgebieten (insbesondere im Bereich der
Unterläufe) stellen wichtige Verbundachsen, Wiesenbrütergebiete
(u.a. Lebensraum des Weißstorches) und Rastplätze für den Vogelzug
dar. An Rodach, Kreck und Alster finden sich überregional bedeutsame
Gewässerabschnitte mit Vorkommen hochgradig gefährdeter Fischarten
(Nase, Dreistacheliger Stichling, Schneider) und der Bachmuschel.
Überregional bedeutsame Lebensräume sind die Feuchtgebietskomplexe
in den Tälern des Schneybachs und des Bieberbachs. Beide liegen
im Waldgebiet nördlich Lichtenfels und zeichnen sich durch einen
hohen Grad an Ungestörtheit aus. Das Schneybachtal ist Lebensraum
einer bedeutenden Laubfroschpopulation.
Als Lebensraum einer der größten Knoblauchkröten-Populationen
in Bayern ist der Teich südlich Trübenbach (Weidhausen b. Coburg)
von landesweiter Bedeutung.
Am Kraiberg nördlich Baunach bilden Hecken,
Streuobstflächen, Brachflächen, Gebüsche und extensiv genutzte Grünlandflächen
einen Lebensraumkomplex. Hier wurden einige bundes- und landesweit
vom Aussterben bedrohte Hautflügler-Arten nachgewiesen.
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Potenzielle natürliche Vegetation
auf stärker sandig geprägten Standorten
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete,
auf basenarmen Braunerden
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), auf
mesotrophen Standorten
auf stärker tonig geprägten Standorten
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum)
- Fingerkraut-Eichenmischwald (Potentillo albae-Quercetum
petraeae), nur an klimatisch begünstigten Standorten
in den Auen
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum), v.a. in
Quellbereichen und an Oberläufen
- Schwarzerlen-Ufer-Auwald (Stellario nemorum-Alnetum, Arunco-Alnetum),
v.a. im Bereich der Unterläufe
- Erlen-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum), insbesondere
im Itztal
- Eschen-Ulmen-Auwald (Querco-Ulmetum minoris)
auf grundwasserbeeinflussten Standorten (auch
außerhalb der Auen)
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum)
quellwasserbeeinflusste, zu Rutschungen neigende
Böden an Schatthängen, Prallhänge des Mains
- Ahorn-Eschen-Hangwälder (Adoxo-Aceretum pseudoplatani)
im Bereich der Bruchschollen-Kuppen (insbesondere
auf basenreichen Braunerden)
- Orchideen-Buchenwald (Carici-Fagetum); v.a. an sonnenexponierten
Hanglagen des Oberen und Unteren Muschelkalks
- Platterbsen-Buchenwald (Lathyro-Fagetum typicum/Hordelymo-Fagetum);
v.a. Plateaulagen des Oberen Muschelkalks
- Waldmeister-Buchenwald (Galio odorati-Fagetum); v.a.
auf lößbeeinflussten Standorten
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Flächennutzungen
Die Höhenlagen des Hügellandes mit höheren Sandsteinrücken
sowie Hängen des Feuerlettens und Rhäts sind meist bewaldet (hoher
Nadelholzanteil). In den übrigen Bereichen dominiert der Ackerbau.
In den Tallagen des Hügellandes befinden sich in
den z.T. noch regelmäßig überschwemmten Tälern großflächige Grünlandbereiche.
Bei Ziegelsdorf und Muggenbach werden Spezialtone
gewonnen.
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| Haßberge (116) |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Überwiegend Schichten des Mittleren Keupers
(Sandsteinkeuper) und des Oberen Keupers. Im Bereich des
Sembergs (südlich Baunach) und des Lußbergs (westlich Reckendorf)
kleinflächig Reste von Feuerletten, Rhät und Unterem Jura (Lias).
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Geomorphologie
Die nach Osten abfallende Abdachung wurde durch
das Gewässernetz in zahlreiche Plateaus, Restberge, Riedel und Hügel
aufgelöst. Am Südrand und Ostrand bildet ein markant ausgeprägter
Traufbereich eine klare zum Maintal. Der Höhensprung zwischen
dem Maintal und den Höhen der Haßberge beträgt an der Südspitze
bei Hallstadt ca. 140 m. Die höchsten Erhebungen liegen in der Region
bei 400 – 440 m ü. NN. In den Tälern sind die widerstandsfähigen
Schichten des sehr differenzierten Keupers zum Teil als steile Talhänge
herauspräpariert.
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Böden
Vorherrschend sind Sandsteinverwitterungsböden
mit geringem Nährstoffgehalt und geringem Wasserhaltevermögen.
Daher entstanden häufig podsolige Böden, die bei höheren Mergelanteilen
als fruchtbarere Braunerden ausgebildet sein können.
Im Traufbereich besteht eine hohe Standortvielfalt
infolge eines kleinräumigen Wechsels des geologischen Untergrundes
sowie der Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Die Entwässerung erfolgt (in der Region) in östlicher
Richtung zur Baunach. Nur ein kleiner Teilbereich im äußersten Süden
entwässert direkt in den Main.
Der unregelmäßige Wechsel von Sandstein- und Tonsteinlagen
im Sandsteinkeuper ergibt die Ausprägung als bedingter Kluft-/(Poren-)Grundwasserleiter
mit eher regionaler Bedeutung. Die Feuerletten-, Rhät- und Liasschichten
wirken überwiegend grundwasserhemmend bis -stauend.
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Luft/Klima
Das kühl-feuchte Klima ist eher atlantisch
geprägt.
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Ø Jahrestemperatur: 7° - 7,5° C
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Ø Jahresniederschlag: höhere und zentrale Bereiche
700 – 800 mm, Randbereiche zum Maintal 600 – 700 mm
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Ø Vegetationsperiode: Höhenlagen: 196 – 200 Tage,
tiefere und klimatisch begünstigte Lagen: 201 – 205 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Haßbergetrauf
An den Südhängen zum Maintal bedingt die
hohe Standortvielfalt und der kleinräumige Nutzungswechsel eine
sehr strukturreiche Kulturlandschaft mit sehr wertvollen
Biotopkomplexen und Artenvorkommen wie z.B. Heidelerche, Wendehals,
und Mittelspecht. Typische Lebensräume sind Magerwiesen und z.T.
bereits stark verbuschende Halbtrockenrasen sowie eingestreute Obstflächen,
die früher teils als Weinberge genutzt waren. An einigen Stellen
gibt es aktuell noch Weinberge. Die aufgelassenen Weinberge und
sehr extensiv genutzten Obstkulturen werden geprägt von einem Mosaik
verschiedener Sukzessionsstadien mit Hecken, Gebüschen und Altgrasfluren.
Darüber hinaus bereichern alte Weinbergsmauern und abgestorbene
Obstbäume die Vielfalt. Die „Hänge am Spitzlberg und Kunkelsbühl“
mit Eichen-Hainbuchenwald, Hecken, Gebüschen, Halbtrockenrasen und
Sandmagerrasen sowie wärmeliebenden Säumen sind bereits als Naturschutzgebiet
geschützt.
Haßberge (Hochfläche)
Neben den großflächigen Waldgebieten sind
für die Haßberge innerhalb der Region zahlreiche kleinere Bachläufe
mit begleitenden Gehölz- und Staudensäumen sowie kleinere Feuchtwälder
typisch. Einige enge Wiesentälchen mit begleitenden Feuchtflächen
sowie naturnahe Quellen und Bachoberläufe sind von besonderer naturschutzfachlicher
Bedeutung und weisen bemerkenswerte Arten auf wie z.B. Kleines Knabenkraut,
Zweigestreifte Quelljungfer oder Sumpfschrecke.
Nach Osten und Südosten nimmt innerhalb der Region
der Waldanteil in den Haßbergen zu, vor allem an steileren Hängen
und kleinen Taleinschnitten sind diese teilweise noch naturnah ausgebildet.
Die Offenlandschaften stellen sich als Mosaik aus Streuobst,
Magerwiesen und –rasen sowie Brachestadien dar.
Kleinflächig kommen edelholzreiche Hangwälder an
steilen Hängen und erlen-/eschenreiche Feucht- und Auwälder an Bächen
und Quellbereichen vor. Vereinzelt gibt es auch naturnahe Laubwälder
mit alten Eichen, ansonsten dominieren allerdings Kiefern- und Fichtenforste.
Besondere Bedeutung besitzen die Flugsandgebiete
am südlichen Rand der Haßberge. Einige (meist stark isolierte)
Sandstandorte beherbergen stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte
Arten, allerdings besteht hier eine hohe Gefährdung aufgrund der
Isolationsproblematik. Einige Sand-Kiefernwälder sind überregional
bedeutsam und weisen floristische Besonderheiten wie z.B. Preußisches
Laserkraut, Purpur-Knabenkraut und Doldiges Winterlieb auf. Auch
außerhalb der Sandgebiete an den Hängen des Lautertals kommen kleine
besonders schutzwürdige Magerrasen und –wiesen vor.
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Potenzielle natürliche Vegetation
Hochfläche und Trauf
- Hainsimsen-Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum
luzuletosum), Nordbayern-Rasse; z.B. am südexponiertenTrauf
sowie an den Hängen des Lautertals
- Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum typicum),
Nordbayernrasse; z.B. im Bereich der von Feuerletten und Rhät
gebildeten Steilhänge sowie auf den Liaskuppen
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete;
z.B. im Bereich mittlerer Höhenlagen sowie im Traufbereich
- Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum), Frankenrasse,
auf mittleren Standorten
- Buchen-Eichenwälder (Violo-Quercetum); im Bereich nährstoffreicherer
Sandböden
- Wintergrün-Kiefernwälder (Pyrolo-Pinetum)
entlang der Fließgewässer
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
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Flächennutzungen
Auf den Höhenrücken erstrecken sich ausgedehnte
Wälder, während die Talzüge und Hänge größtenteils
landwirtschaftlich genutzt (v.a. Ackerbau) werden. Grünlandgebiete
finden sich meist nur kleinflächig in den Bachauen. Die Siedlungen
beschränken sich auf die Tallagen.
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| Steigerwald (115) |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Die Schichten des Steigerwaldes bestehen überwiegend
aus Sandsteinkeuper (meist Burgsandstein). Nur an manchen
Talhängen und am Steigerwaldtrauf werden Schichten des Gipskeupers
(Lehrbergschichten) angeschnitten. Die Tallagen werden von quartären
Ablagerungen gebildet. Eine geologisch begründete Naturraum
zum Mittelfränkischen Becken gibt es nicht, der Übergang ist fließend.
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Geomorphologie
Die von West nach Ost verlaufenden Steigerwaldtäler
bewirken die Auflösung der ostwärts abdachenden Keuperplatte in
schmaler und flacher werdende Rücken und Riedel. Im Norden fällt
das Keuperbergland mit einer Steilstufe zum Maintal ab.
Höchster Punkt ist der Katzenberg westlich von Buch
mit 470 m ü. NN.
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Böden
Ausgangsmaterial der Bodenbildung sind Sandstein-
und Tonsteinlagen. Entsprechend sind neben Sandsteinverwitterungsböden
mit überwiegend geringem Nährstoffgehalt und geringem Wasserhaltevermögen
auch Pelosole, bei höherem Mergelanteil auch fruchtbarere Braunerden
verbreitet. Auf Gipskeuper sind Braunerden, Pelosol-Braunerden und
Pelosole vorherrschend. An Hangwasseraustritten treten Hanggleye
unterschiedlicher Ausprägung auf.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Es besteht ein dichtes Gewässernetz. Die wichtigsten
Fließgewässer sind Aurach, Rauhe Ebrach, Mittelebrach und Reiche
Ebrach. Sie entwässern in nahezu parallel verlaufenden Tälern nach
Osten zur Regnitz. Das überwiegend schwache Gefälle der Täler führt
zu charakteristischen Mäanderstrecken und zu relativ häufigen Überschwemmungen
der Auen.
Der unregelmäßige Wechsel von Sandstein- und Tonsteinlagen
im Sandsteinkeuper ergibt die Ausprägung als bedingter Kluft-/(Poren-)Grundwasserleiter
mit eher regionaler Bedeutung. Die im Raum Ebrach und Schlüsselfeld
auftretenden Lehrbergschichten wirken grundwasserstauend.
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Luft/Klima
Das kühl-feuchte Klima ist eher atlantisch geprägt.
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Ø Jahrestemperatur: 7° – 7,5° C
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Ø Jahresniederschlag: zentrale Bereiche 700 – 800
mm; Randlagen zum Mittelfränkischen Becken: 600 – 700 mm
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Ø Vegetationsperiode: 196 – 200 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Steigerwaldtrauf
Der Steilanstieg des Steigerwalds ist neben Waldbeständen
durch größere Hecken- und Streuobstgebiete mit Salbei-Glatthaferwiesen,
Magerrasen (Trespen-Halbtrockenrasen) und Säume gekennzeichnet (v.a.
südlich Viereth und südöstlich Trunstadt). Diese strukturreiche
Kulturlandschaft weist eine hohe Bedeutung für seltene und gefährdete
Arten auf und wird beispielsweise von Ortolan, Raubwürger, Wendehals
und Neuntöter besiedelt. Die wärmeliebenden Saumgesellschaften mit
Blutstorchschnabel, Berghaarstrang und Anklängen an Sandrasen mit
Sandgrasnelke stellen weitere schutzwürdige Lebensräume dieser vielfältigen
Landschaft dar.
Der Steigerwaldtrauf bildet zusammen mit dem Haßbergetrauf
gute Voraussetzungen für Biotopverbundsysteme von Hecken- und Streuobstgebieten
und damit eine wichtige Wanderachse für zahlreiche bedrohte Arten.
(Nördlicher) Steigerwald
Als typische Lebensräume dominieren großflächige
Waldgebiete, die innerhalb der Region vielfach als artenarme
Kiefernforste ausgebildet sind. Westwärts nimmt der Laubholzanteil
deutlich zu - vor allem in der Nachbarregion. Aber auch innerhalb
der Region treten im Westen ausgedehnte naturnahe Buchen- und Buchen-Eichenwälder
auf. Diese großräumigen Waldlebensräume werden von zahlreichen seltenen
und gefährdeten Arten besiedelt: z.B. von Rauhfußkauz, Bechsteinfledermaus,
Klein- und Mittelspecht, die bundesweite Bedeutung haben.
Hervorzuheben sind außerdem naturnahe Bachläufe
mit Wiesentälern, Feuchtgebieten und Auwäldern. Die Täler
von Aurach, Rauhe und Mittelebrach sind bestimmt durch mäandrierende
Bachläufe und überwiegend grünlandgenutzte Auen. Das breitere Tal
der Reichen Ebrach weist ertragreichere Böden auf und unterliegt
einer intensiveren Nutzung.
Da die Quellen und Bachoberläufe oft noch hohe Wasserqualität
aufweisen, sind hier zahlreiche besondere Arten zu verzeichnen wie
z.B. Bachforelle, Elritze oder Bachneunauge. An den Oberläufen kommen
noch Quell- und Niedermoorreste sowie seggenreiche Nasswiesen, Großseggen-
und Hochstaudenbestände vor. Bemerkenswert ist eine größere Sumpfschrecken-Population.
In den Tälern liegen viele Teiche, von denen
einige auch naturschutzfachlich von Bedeutung sind. An stark gefährdeten
oder sogar vom Aussterben bedrohten Amphibienarten sind im nördlichen
Steigerwald Knoblauchkröte, Kammmolch und Moorfrosch nachgewiesen.
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Potenzielle natürliche Vegetation
Hochfläche und Trauf
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete,
auf Braunerden mit geringem Basengehalt, insbesondere im Bereich
der Hochlagen des westlichen Steigerwalds
- Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum typicum),
Talhänge im Bereich der großen Steigerwaldbäche
- Hainsimsen-Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum
luzuletosum), Höhenlagen des östlichen Steigerwalds
- Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum), Frankenrasse,
v.a. im Bereich des westlichen Traufs auf eher lehmigen Böden
- Buchen-Eichenwälder (Violo-Quercetum), im Bereich nährstoffreicherer
Sandböden
entlang der Fließgewässer
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
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Flächennutzungen
Die relativ dünne Besiedelung beschränkt sich auf
die Täler. In den breiten Bachtälern dominiert über weite Bereiche
eine – z.T. allerdings recht intensive – Grünlandnutzung. Die Höhenrücken
sind meist bewaldet. Ackernutzung ist nur auf den stärker wasserstauenden,
tonig-lehmigen und damit besser nährstoffversorgten Böden der unteren
Hanglagen möglich.
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Im Mittelfränkischen Becken überwiegt der Sandsteinkeuper
(meist Burgsandstein). Im Osten (Randbereiche zum Regnitztal)
wird der Sandsteinkeuper von Feuerletten, Rhät und Lias überlagert.
Großflächig gilt dies v.a. nördlich und südlich des Aischtals („Schnaider
Liasinsel“, „Untere Mark“). Rasche Wechsel zwischen Ton- und Sandschichten
sind für diese Teilräume besonders charakteristisch.
Im westlichen Teil des Naturraums existieren vereinzelte
und relativ kleinflächige Lößinseln (Schwerpunkt um Stegaurach).
Südlich Erlach (bei Hirschaid) gibt es größere Flugsandablagerungen.
In den Tälern sind alluviale Ablagerungen und
entlang der Talränder mehr oder weniger große Niederterrassen
aus diluvialen Sanden und Schottern kennzeichnend.
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Geomorphologie
Weite, nahezu parallel verlaufende Talräume gliedern
die leicht nach Osten geneigte Keuperplatte in relativ flache und
regelmäßig angeordnete Riedel. Im Osten überragen die Liaskuppen
des Michelsberger Waldes, des Bruderwaldes, des Distelbergs und
des Mainbergs als Zeugenberge das Keuperhügelland. Die „Schnaider
Liasinsel“ und die „Untere Mark“ bilden hochflächenartige Bereiche.
Die „Untere Mark“ wird jedoch von zahlreichen, tief eingeschnittenen
Tälern durchzogen. Zum Regnitztal hin fällt die Keuperplatte in
einer markanten Steilstufe ab.
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Böden
Das Ausgangsmaterial wechselt zwischen Sand- und
Tonsteinen. Entsprechend treten stark unterschiedliche Böden
auf, die z.T. kleinräumig wechseln.
Die Sandsteinverwitterungsböden besitzen einen geringen
Nährstoffgehalt und geringes Wasserhalte- und Sorptionsvermögen,
so dass häufig podsolige Bodenbildungen vorkommen.
Auf Tonstein überwiegen Pelosole und Pelosol-Braunerden.
Die Böden im Bereich des Lias sind z.T. kalkhaltig
und zeichnen sich meist durch eine hohe überdurchschnittliche Bodenfruchtbarkeit
aus.
Auf Flugsandvorkommen bei Erlach sowie auf Terrassensanden
der Täler finden sich ebenfalls podsolige Bodenbildungen. Auf den
alluvialen Talböden (Auelehm) kommen Gleye und Naßgleye - teils
auch mit Übergang zu Anmoorgley - vor.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Die Entwässerung erfolgt in östlicher Richtung durch
die Seitenzuflüsse der Regnitz.
Der unregelmäßige Wechsel von Sandstein- und Tonsteinlagen
im Sandsteinkeuper ergibt die Ausprägung als bedingter Kluft-/(Poren-)Grundwasserleiter
mit eher regionaler Bedeutung. Die Feuerletten-, Rhät- und Liasschichten
im Osten des Naturraums wirken überwiegend grundwasserhemmend bis
-stauend.
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Luft/Klima
Es handelt sich um ein kontinental geprägtes,
relativ trockenes Mittelgebirgsklima. Die Täler sind im Vergleich
zum Hügelland klimatisch deutlich begünstigt.
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Ø Jahrestemperatur: 7,5° - 8° C
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Ø Jahresniederschlag: ca. 600 – 700 mm
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Ø Vegetationsperiode: um Bamberg: 201 – 205 Tage,
im Regnitztal und am Unterlauf der Seitenbäche: 206 – 210 Tage
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Die Feuchtgebiete stellen im Naturraum den
bedeutendsten Lebensraumtyp dar, v.a. die Fließgewässer mit
ihren Auen gelten als wertvollste Landschaftsteile mit höherer Biotopdichte.
Die Flüsse und Bäche mäandrieren häufig noch
naturnah und werden z.T. noch von hochgradig gefährdeten Fischarten
besiedelt, z.B. von Schneider, Steinbeißer, Schlammpeitzger
und Bachneunauge in der Rauhen und Mittelebrach. Die Talräume sind
allerdings meist sehr intensiv als Grünland, z.T. auch als Acker
genutzt. Dennoch kommen teils auch Wiesenbrüter vor, z.B.
bei Lisberg, zwischen Frensdorf und Unterneuses sowie westlich Pommersfelden.
Hier tritt teilweise auch noch der Weißstorch auf.
Besondere Bedeutung kommt auch den Fischteichen
zu, wobei insbesondere die Teiche im Südwesten am südlichen Rand
des Landkreises Bamberg (Ausläufer des Höchstadter Weihergebietes)
hervorzuheben sind.
Bedeutsame Trockenstandorte sind im Naturraum
eher selten, allerdings sind die Sandrasen und Kiefernwälder auf
Sanddünen südwestlich von Hirschaid von überregionaler Bedeutung.
Nördlich des Aischgrunds, nahe der Regions treten außerdem
überregional und landesweit bedeutsame Trockenlebensräume
(Wintergrün-Sandkiefernwälder mit Doldigem Winterlieb, Sandmagerrasen,
z.T. sekundär in Verbindung mit Sandabbau) auf. Überregionale Bedeutung
kommt auch den Hecken- und Streuobstgebieten südlich Viereth
zu. Das weltweit gefährdete Haarlaichkraut hat seinen Verbreitungsschwerpunkt
innerhalb Oberfranken im Mittelfränkischen Becken.
Der Aischgrund ist geprägt durch den naturnahen
Flusslauf mit gewässerbegleitendem Gehölzsaum, durch Feuchtwiesen
und Hochstaudenfluren sowie Altwässer und Flutmulden.
Auch Feuchtgebiete unterschiedlicher Komplexität und Ausprägung
(z.T. auch Niedermoorbildung) kommen in den Sandgruben und an einigen
Teichen vor. Im Bereich des Liasgebietes nördlich des Aischgrunds,
einer plateauartigen, weitgehend intensiv ackerbaulich genutzten
Hochfläche mit kleineren Taleinschnitten, liegen in den Hangbereichen
z.T. wertvolle Biotopstrukturen wie z.B. Hecken und Obstwiesen (z.T.
auch Obstäcker), die sich durch Vorkommen bedrohter Vogelarten wie
Wendehals, Steinkauz oder Ortolan auszeichnen.
Im großen zusammenhängenden Waldgebiet Untere
Mark dominieren Kiefernforste unterschiedlicher Ausprägung (im
Bereich trockener Kiefernwälder oft kleinere Sandmagerrasen). Im
Zentrum kommen auch großflächige Mischwälder, teils auch reine Laubwälder
vor. Hier sind z.B. Hohltaube und Mittelspecht nachgewiesen. Am
Ostrand leiten gut entwickelte Waldsäume, reichstrukturierte Heckengebiete
und Obstwiesen ins Regnitztal über. Natürlicherweise gibt es hier
viele Quellen und Quellbäche, die jedoch häufig überprägt sind.
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Potenzielle natürliche Vegetation
Höhenlagen
- Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Rasse der Sandsteingebiete,
großflächig im westlichen Teil der Einheit sowie auf den Höhenlagen
der „Unteren Mark“
- Eichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum), v.a. im
Osten der Einheit im Bereich der Steilstufen und Kuppenlagen
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum),
auf grund- und stauwasserbeeinflussten Bereichen auch außerhalb
der Auen
auf stark sandigen Böden (Terrassensande der
Täler, Flugsande)
- Sand-Kiefernwälder, bodensauer (Dicrano-Pinetum)
- Kiefern-Eichenwälder (Pino-Quercetum)
entlang der Fließgewässer
- Schwarzerlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum)
- Traubenkirschen-(Erlen)-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Bach-Eschenwald (Carici remotae-Fraxinetum)
- Wintergrün-Kiefernwälder (Pyrolo-Pinetum)
auf Sonderstandorten
- Schwarzerlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum)
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Flächennutzungen
Der Naturraum wird überwiegend intensiv landwirtschaftlich
genutzt. Lediglich die steileren Hanglagen sowie die Kuppenlagen
sind bewaldet. Als großflächiges Waldgebiet ist der Staatsforst
„Untere Mark“ hervorzuheben. In den Waldgebieten sind jedoch Fichte
und Kiefer die vorherrschenden Baumarten.
In den Flussauen überwiegt die Grünlandnutzung.
Außerhalb der Überschwemmungsbereiche herrscht ebenso
wie im Hügelland die Ackernutzung vor.
Der Aischgrund ist bekannt für seine Teichwirtschaft;
die großflächigen Teichgebiete liegen aber vorwiegend außerhalb
der Region.
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| Main-Regnitz-Talgebiet |
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Abiotische Grundlagen
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Geologie
Die Sand- und Schotterablagerungen quartären Ursprungs
setzen sich aus fluviatilen Ablagerungen des Holozän (Kiese, Sande,
Lehme) zusammen. Entlang der Talränder bildeten sich mehr oder weniger
große Terrassen aus pleistozänen Sanden und Schottern. Auf älteren
Terrassen im Maintal wurden z.T. umfangreichere Lößmassen abgesetzt.
Südöstlich von Bamberg fanden in größerem Umfang Flugsandablagerungen
statt. Im westlichsten Teil des Maintals, das hier im Bereich der
Regions bereits zum Naturraum Steigerwaldvorland gerechnet
wird, sind nur am nördlichen Talrand in nennenswertem Umfang Sande
und Schotter pleistozäner Niederterrassen erhalten geblieben.
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Geomorphologie
Die Talebenen zeigen kaum erkennbare Terrassenstufen.
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Böden
Auf den alluvialen Talböden (Auelehm) bildeten
sich Gleye und Nassgleye - teilweise mit Übergängen zu
Anmoorgley.
Auf den kiesigen Sanden der Mainterrassen entwickelten
sich Braunerden mittlerer Basensättigung. Bei Löß(lehm)auflagen
besteht die Tendenz zur Pseudovergleyung. Auf Flugsandvorkommen
sowie auf Terrassensanden im Regnitztal kam es zu podsoligen Bodenbildungen.
Im Maintal überwiegen lehmige Aueböden; kleinflächig kommen auch
Niedermoorböden vor.
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Hydrologie, Hydrogeologie
Main und Regnitz sind die größten Fließgewässer
der Region. Starke Eingriffe in das Gewässersystem durch Ausbau
zu einer leistungsfähigen Wasserstraße wurden im 20. Jahrhundert
vorgenommen. Am Main erfolgte eine grundlegende Veränderung des
Gewässertyps infolge durchgehender Stauhaltung (Hybridgewässer –
Stillgewässer bei geringem Abfluss im Sommer, freifließender Fluss
bei Hochwasser). Die Regnitz weist zwar zwischen Eggolsheim und
Bamberg nicht kanalisierte Flussabschnitte auf, jedoch bedingt der
Main-Donau-Kanal eine verringerte Wasserführung und eingeschränkte
Gewässerdynamik.
Die quartären Talsedimente führen mengenmäßig
bedeutende Grundwasservorkommen (im Maintal oberhalb Bamberg
Mächtigkeiten bis 10 m). Es besteht allerdings eine zunehmende Qualitätsgefährdung
durch intensive Nutzungsformen auf den Talflächen. Im Maintal liegt
das Grundwasser durch Nassabbau von Sanden und Kiesen an vielen
Stellen offen.
In Bad Staffelstein bildet ein durch Bohrung
erschlossener eisenhaltiger Thermalsolsprudel aus dem höheren Buntsandstein
die Grundlage für das Thermalbad.
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Luft/Klima
Die Täler (insbesondere das Regnitztal), sind im
Vergleich zum Hügelland klimatisch deutlich begünstigt.
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Ø Jahrestemperatur: 8° C
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Ø Jahresniederschlag: 600 – 650 mm, 550 mm im Bamberger
Becken
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Ø Vegetationsperiode: klimabegünstigte Lagen im
Main- und Regnitztal: 206 – 210
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Biotische Grundlagen
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Arten und Lebensräume
Das Maintal weist im Norden, vor allem
oberhalb der Rodachmündung, noch einen vergleichsweise hohen
Grünlandanteil auf. Die Grünlandnutzung ist zwar vergleichsweise
intensiv, dennoch kommen einige wertvolle Feucht- und
Nasswiesen sowie andere Feuchtbiotope vor (z.B. mit Bekassine,
Blaukehlchen, Rohrweihe, Rohrdommel, Sumpfschrecke). Beispielsweise
stellen die „Herrenwiesen“ im Bereich der Rodachmündung nördlich
Hochstadt a. Main für das Maintal typische Auenwiesen-Ausbildungen
mit verschiedenen Grünlandgesellschaften dar. Das Auenrelief ist
hier noch wenig beeinflusst, Äcker fehlen nahezu vollständig und
als Besonderheit treten Flutmulden auf. Die Feuchtwiesen und Kleingewässer
im weiteren Verlauf des Maintals im Bereich Michelau i. OFr. – Hochstadt
a. Main – Redwitz a. d. Rodach sind als Nahrungshabitat für den
Weißstorch von Bedeutung. Ansonsten sind im Maintal wertvolle Wiesen
eher selten, es dominieren meist Intensivwiesen oder Äcker.
Der Flusslauf des Main ist im Obermaintal
überwiegend frei fließend und nur durch einige kleine Stauwerke
unterbrochen. Zwischen Altenkunstadt und der Rodachmündung ist der
Main größtenteils von Ufergehölzen gesäumt und wird hier von seltenen
Fischarten (z.B. Rutte, Nerfling, Nase) besiedelt. Weiter im
Süden nimmt neben dem allgemeinen Siedlungs- und Infrastrukturdruck
in der Aue auch der Grad der Flussregulierung zu. Besonders
drastische Eingriffe waren mit dem Bau des Main-Donau-Kanals verbunden.
Die Flussregulierungen waren die Voraussetzung für eine Absenkung
des Grundwassers und damit für die Intensivierung der Landwirtschaft.
Zusammen mit dem Abbau von Kies und Sand sind dadurch viele Veränderungen
der Lebensräume verursacht worden.
Im Zuge des Rohstoffabbaus entstand eine große Anzahl
von Baggerseen, die heute größtenteils der Freizeit- und Angelnutzung
dienen; die Bereiche für den Naturschutz gelten mittlerweile vielfach
als überregional bedeutsame Vogel- und Libellenlebensräume. Die
Baggerseen und Auwaldreste der Mainaue nördlich von
Bamberg bilden wesentliche Lebensräume auentypischer Vogelarten
(Blaukehlchen mit landesweitem Schwerpunkt, Schlagschwirl, Beutelmeise,
Nachtigall) sowie wichtige Rasthabitate für Durchzügler. Neben den
Baggerseen sind für das Maintal auch noch einige Altwässer
charakteristisch, denen z.T. überregionale bis landesweite
Bedeutung zukommt, wie z.B. dem Altwasser bei Dörfleins. Hervorzuheben
ist auch das landesweit bedeutsame Nassanger-Gebiet im Maintal östlich
Michelau i. OFr..
Das Regnitztal ist als Teil der größten
Lockersandvorkommen in ganz Bayern von landesweiter Bedeutung.
Hier kommen noch größere Flächen Extensivgrünland und frühe Sukzessionsstadien
mit Silbergras-Pionierrasen vor (Teil der „Sandachse Franken“ zwischen
Weißenburg und Bamberg). Mittlerweile sind auch ehemals weit ausgedehnte
Sandflächen auf winzige Restflächen zurückgedrängt, wodurch Artenrückgänge
auch aufgrund der Verinselungsproblematik zu erwarten sind. Viele
Trockenstandorte sind heute als Folge des Sandabbaus sekundär. Im
Regnitztal liegt außerdem ein Schwerpunkt für Altwässer und
nördlich Forchheim gibt es auch einige Baggerseen und
Fischweiher. Typisch sind hier außerdem Feucht-, Nass-, Wässerwiesen,
Röhrichte und Seggenriede.
In den Auen von Main und Regnitz liegen die
Schwerpunkte vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten;
beispielhaft sind Beutelmeise, Blaukehlchen, Schlagschwirl, Nachtigall,
Blauflügelige Sandschrecke, Blauflügelige Ödlandschrecke und die
Ameisenbläulinge zu nennen. Unter den Pflanzenarten sind insbesondere
seltene Stromtalpflanzen (z.B. Wiesen-Alant, Steife Rauke) und bedrohte
Arten der Sandrasen (z.B. Silbergras, Gemeine Grasnelke) sowie Arten
kurzlebiger Pionierstandorte (z.B. Schlammkraut) hervorzuheben.
Als Besonderheiten innerhalb des Main-/Regnitztalgebietes sind ferner
eine der größten Populationen der Knoblauchkröte bei Kemmern
und im unteren Wiesenttal das landesweit bedeutsame Wiesenbrütergebiet
mit Vorkommen des Wachtelkönigs zu nennen.
Der Hauptsmoorwald, der sich von der Main-/Regnitzaue
bis in das Albvorland hinein erstreckt, gilt als größtes zusammenhängendes
Waldgebiet im Bereich des Main-/Regnitztalgebietes und zeichnet
sich durch Kiefern- und Kiefern-Eichen-Wälder auf Sand, kleinflächige
Sandrasen und wertvolle Bachauen aus.
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Potenzielle natürliche Vegetation
Überwiegend:
- Erlen-Eschen-Auwald (Pruno-Fraxinetum)
- Eschen-Ulmen-Auwald (Querco-Ulmetum minoris)
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Flächennutzungen
Im Maintal überwiegt auf den landwirtschaftlich
genutzten Flächen Ackerbau. Größere zusammenhängende Grünlandbereiche
kommen nur noch vereinzelt vor. Außerdem werden großflächig
Rohstoffe abgebaut (Nassabbau von Sanden und Kiesen).
Im Regnitztal herrscht außerhalb der Überschwemmungsbereiche
ebenso wie im Maintal Ackernutzung vor. Außerdem besitzt der Feldgemüsebau
(v.a. Spargel) hier eine hohe Bedeutung. Zwischen Forchheim und
Hirschaid wird in größerem Umfang Nassabbau von Sanden und Kiesen
betrieben.
In beiden Talräumen besteht durchgehend eine überdurchschnittlich
hohe Siedlungs- und Infrastrukturdichte.
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